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Zukunftsbilder

Von GIMP 1.2 zu GIMP 2.0

Mit den Tasten durch die Menüs

Die Entwickler achteten bei der Überarbeitung darauf, möglichst wenige Funktionen an die [Alt]-Taste zu binden. Da sie oft schon der Window-Manager verwendet, müssen in Version 1.2 viele Benutzer ihren Fensterverwalter umgehen oder auf einige Shortcuts mit der [Alt]-Taste verzichten.

Nur noch die so genannten Accelerators erreichen Sie über [Alt]. Mit ihnen navigieren Sie ohne Maus durch alle Menüs; Sie rufen damit keine Funktionen direkt auf, sondern kommen zu allen Menüpunkten. Zum Beispiel führt [Alt-T] [C] [H] ins Histogramm.

Möglichst alle Funktionen soll ein neues Hilfe-System dokumentieren. Die Kontexthilfe von GIMP 1.2 beschränkt sich auf eine englische HTML-Version. Für die Administration und zum Übersetzen ist dieses Format wenig geeignet: Undurchschaubarer Code führte zu ungültigen Referenzen zwischen HTML-Dokumenten und Hilfe-Browser (Abbildung 4) und gab den Anlass, das Hilfe-System komplett neu zu schreiben. Die neue Dokumentation soll neben Englisch viele weitere Sprachen – darunter Deutsch [5] – enthalten.

Abbildung 4

Abbildung 4: Der GIMP-Hilfe-Browser

Bisher ist die Hilfe für alle Werkzeuge sowie Basisfunktionen übersetzt. Um auf den Stand des englischen Originals zu kommen, steht für andere Sprachen aber noch viel Arbeit an.

Damit auch andere Open-Source-Projekte von den Fortschritten von GIMP profitieren, riefen die Entwickler das Projekt gegl [4] ins Leben. Die General Graphic Library soll sich künftig sich um alle Bildoperationen kümmern.

Derzeit verwaltet GIMP alle Funktionen in einer Datenbank, auf die jeder Entwickler zugreift. Dieses System soll die gegl-Bibliothek ablösen. Damit möchte man beispielsweise irgendwann so genannte Einstellungsebenen – wie sie beispielsweise Adobe Photoshop benutzt – realisieren. Sie enthalten keine eigenen Grafiken, sondern funktionieren wie Filter, die die Farbinformationen anderer Ebenen verändern.

Perspektiven

Das GIMP-Team hat nicht nur das Aussehen und Funktionen überarbeitet sowie weitere Gestaltungsmöglichkeiten hinzugefügt, es hat die komplette Programmstruktur übersichtlicher gestaltet. Diese Änderungen werden später Früchte tragen, wenn ganz neue Funktionen hinzukommen. Dann kann GIMP vielleicht schon bald an professionelle Programme anknüpfen.

Trotz der Umstrukturierung müssen sich Benutzer älterer GIMP-Versionen nicht an eine neue Oberfläche gewöhnen; die neue Dokumentation wird ihren Beitrag dazu leisten, dass Neulingen und Umsteigern der Schritt zu GIMP 2.0 leicht fällt.

Diese Fortschritte hätte GIMP nicht ohne die Hilfe zahlreicher Benutzer und Entwickler erreicht. Sie laden ausdrücklich dazu ein, ihnen unter die Arme zu greifen. Neben der Homepage vermitteln Mailing-Listen und das IRC Kontakt.

Glossar

GTK+

Das "GIMP Toolkit" wurde ursprünglich eigens für GIMP programmiert und stellt grafische Funktionen zur Verfügung. Neben GIMP benutzt beispielsweise die Desktop-Umgebung GNOME GTK als Grafikbibliothek.

freedesktop.org

Das verbesserte Zusammenspiel von verschiedenen Desktop-Umgebungen und Programmen wie Open Office ist das Ziel dieses Projekts.

CMYK

Das Cyan-Magenta-Gelb-Schwarz-Modell setzt der kommerzielle Farbdruck wegen seiner realistischen Farbdarstellung ein.

RGB

Das Rot-Grün-Blau-Farbmodell setzt jede Farbe aus diesen drei Farben zusammen. Heutige Bildschirme stellen ihre Farben so zusammen.

HSV

Das Farbmodell "Hue, Saturation, Value" (Helligkeit, Sättigung, Farbwert) ermöglicht einen guten Überblick über die Schattierungen einer Farbe.

Pantone

Dieses Farbsystem basiert auf sieben Grundfarben und enthält Mischrezepturen für ca. 4000 Farbtöne, die CMYK nicht darstellen kann – hauptsächlich so genannte Schmuckfarben.

HKS

Eine im deutschsprachigen Raum verbreitete Variante von Pantone.

ICC-Farbprofile

Ein Standard des "International Color Committee", der die Farbeigenschaften von Geräten wie Monitoren oder Druckern plattform- und anwendungsunabhängig erfasst.

Der Autor

Roman Joost studiert Informatik an der Hochschule Anhalt und benutzt Linux seit 1999. Mit GIMP und seinem Grafik-Tablett haucht er seinen Comic-Figuren Leben ein; nebenbei arbeitet er an der deutschen Online-Hilfe für das Malprogramm mit. Wer möchte, kann ihn unter http://www.romanofski.de/ besuchen. Für den Artikel bedankt er sich für die Hilfe von Freunden und GIMP-Entwicklern.

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