Titelstrecke Audio-Tools

Linux rockt!

Komponieren, Arrangieren, Aufnehmen, Verfremden – dass Linux sehr wohl zum Musikmachen taugt, beweisen Unmengen, meist zu Unrecht unbekannter Open-Source-Projekte im Audio-Bereich. Selbst Profis ist der Pinguin mittlerweile ein Begriff.

MIDI-Files klimpern und das Wohnzimmer mit MP3-Sound füllen – soweit kommen Linux und Sound ja noch zusammen. Doch wenn's ums Komponieren und Arrangieren geht, ums professionelle und semi-professionelle Musikmachen am Rechner, dann, so das allgemeine Vorurteil, kommen der Mac und bestenfalls noch Windows in Frage.

Audio-Tools für Profis

Doch wie das mit Vorurteilen oft ist – schaut man näher hin, bietet sich ein weitaus differenziertes Bild: Zwar sucht man kommerzielle Standard-Programme wie Cubase oder Nuendo vergebens. Aber mit Ardour [1] gibt es eine freie Multikanal-Harddisk-Recording-Software, die sich im Profi-Bereich nicht zu verstecken braucht. DJs wie Paul van Dyk schwören auf das kommerzielle FinalScratch [2], eine Hard-Software-Kombination, mit der sich Sound-Streams vom PC mit Hilfe spezieller Vinylscheiben so scratchen lassen, als lägen sie auf Schallplatte vor. Die Software läuft unter Linux oder MacOS X.

Wer sich dazu unter [3] umschaut, bekommt den Mund vor Staunen nicht mehr zu: Vom Gitarren-Tuner über Metronome bis hin zu weiteren Harddisk-Recording- und Audio-Processing-Tools findet sich alles, was man zum Musikmachen benötigt. Der wunde Punkt vieler dieser Projekte: die Installation, denn nur für wenige bieten die Distributoren vorgefertigte Pakete. Aufgrund der oft vielfältigen Abhängigkeiten setzt auch das Selbstkompilieren ein freies Herbstwochenende am Rechner voraus.

Handverlesen

Diese Vielfalt bedeutet aber auch, dass unser Schwerpunkt allerhöchstens die Spitze des Eisbergs beleuchtet. Wir haben einige vielversprechende Tools aus dem semi-professionellen Bereich herausgesucht, darunter den MIDI/Audio-Sequencer MusE (Seite 26 ff.), die Realtime-Synthesizer BEAST (Seite 32 ff.) und FluidSynth (Seite 40 ff.), den Audio-Editor Sweep (Seite 37 ff.) sowie die Noten-Editoren Noteedit (Seite 40 ff.) und Rosegarden (Seite 46 ff.).

Für all diejenigen, die selbst nicht kreativ werden wollen, sondern sich mit der Musik begnügen, die andere aufgenommen haben, rundet ab Seite 49 ff. ein Artikel die Titelstrecke ab, der die Frage beantwortet, wie man die geliebte Plattensammlung auf Festplatte bekommt.

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