Software

01.11.2003

++++ News Ticker ++++

+++ Linux in Behörden +++

Dem Vorbild von Schwäbisch Hall und München folgen immer mehr Gemeinden und Behörden und migrieren ihre Arbeitsplatzrechner auf Linux. So gab die niedersächsische Polizei gab Mitte September bekannt, dass sie ihre ca. 11.000 Rechner auf Linux umstellen will; damit wäre sie die größte Linux-Anwenderin in Deutschland. Auch mehrere Gemeinden in Rheinland-Pfalz diskutieren Umstiegspläne. Hierbei handelt es sich nicht nur um Provinz-Nester, auch die Städte Koblenz, Mainz, Trier und Kaiserslautern sind mit von der Partie.

+++ Tux im Fernsehen +++

Ähnlich dem Radio-Tux-Projekt ( http://www.radiotux.de/) plant eine Gruppe Open-Source-Aktivisten, unter dem Namen Linux-TV (http://www.linux-tv.org/) ab Sommer 2004 regelmäßig halbstündige Fernsehsendungen rund um Linux und BSD zu produzieren. Ob sie diese als Stream oder als Download bereitstellen werden, steht noch nicht fest, da sich das Projekt noch in der Anfangsphase befindet. Das Team sucht noch helfende Hände, besonders mit Fernseh-Erfahrung. Auch Ausrüstungsteile fehlen noch.

+++ Schüler ans Netz +++

Einen ähnlichen Weg wie vor einem Jahr die Firma Sun mit seinem Office-Paket Star Office beschreitet die Firma SoftMaker jetzt mit seinen Office-Produkten. Zwar nicht ganz kostenlos, jedoch für einmalig 10 bis 13 Euro für alle Rechner innerhalb eines Schulgeländes stellt sie ihre Produkte SoftMaker Office, TextMaker und MegaFont XXL staatlich anerkannten Bildungseinrichtungen zur Verfügung (http://www.schueleransnetz.de/). Den gleichen Preis zahlen Schüler, Studenten und Lehrer, die SoftMaker privat nutzen. Für multilinuguale Korrespondenz enthält MegaFont XXL ca. 10.000 TrueType-Schriftsätze für Linux und Windows, darunter zahlreiche mit osteuropäischer und türkischer Zeichenbelegung.

Groupware für Linux, Windows und Mac

Eine betriebssystemunabhängige Groupware-Anwendung würde vielen migrationswilligen Betrieben den Umstieg zu Linux erleichtern. Die PIM-Plattform Chandler von der Open Source Application Foundation (OSAF) gibt es für Linux, Windows und Mac OS X; Version 0.2 ist gerade erschienen. Das Projekt plant, eine Groupware-Software, einen Email-Client, einen Kalender sowie einen integrierten Datei-Manager bereitzustellen, so dass Benutzer verschiedener Betriebssysteme gemeinsame Terminplaner und Adressbücher nutzen können.

Die OSAF selbst stuft Chandler 0.2 noch als unstabil ein und rät davon ab, wichtige Daten damit jetzt schon zu verwalten; die ausführliche Roadmap auf der Homepage zeigt aber, dass ein durchdachtes Konzept hinter dem Projekt steckt.

Duden für Linux

Rechtschreibpedanten hatten unter Linux bisher schlechte Karten. Doch seit Oktober bietet der Duden-Verlag (http://www.duden.de/) seine elektronischen Wörterbücher auch für Linux an. Die deutsche Rechtschreibung, das Fremdwörterbuch und das Universalwörterbuch sind einzeln erhältlich; mit dem Paket Büro Plus Professional kommen zudem das Oxford Großwörterbuch sowie das Brockhaus in Text und Bild 2004.

Über eine alphabetische Liste und mit der fehlertoleranten Stichwortsuche navigieren Sie durch über 250.000 Einträge.

Die einzelnen Wörterbücher kosten zwischen 20 und 80 Euro, das Komplettpaket 150 Euro.

Neue Office-Suites

OpenOffice.org und Sun haben neue Versionen ihrer Office-Pakete veröffentlicht. Das Open-Source-Projekt Open Office (http://www.openoffice.org/) ist damit bei Version 1.1 angelangt, Suns kommerzielles Pendant Star Office (http://wwws.sun.com/software/star/staroffice/) bei 7.0.

Der Open-Source-Vertreter startet deutlich schneller als seine Vorgänger. Beide Office-Suites schreiben neuerdings PDF- und Flash-Dateien, die Filter für Microsoft-Office-Formate machen beim Im- und Export weniger Probleme mit alten oder aufwendigen Microsoft-Dokumenten. Wer Arabisch, Hindi, Thailändisch oder Chinesisch schreiben möchte, hat es mit den neuen Versionen ebenfalls leichter, denn vertikale und von rechts nach links laufende Schriften unterstützen beide Pakete in den neuen Ausgaben besser.

Nachrichten kompakt

Wer das Internet zur Recherche nutzt, beschränkt sich dabei selten auf eine Web-Seite. Angesichts der Vielfalt verliert man jedoch leicht den Überblick. Das textbasierte Snownews (http://home.kcore.de/~kiza/software/snownews/) reduziert die Informationen aufs Wesentliche. Voraussetzung ist, dass die Web-Seite RDF- oder RSS-Dateien anbietet, die Nachrichten-Einträge sowie die Adresse der Internet-Seite enthalten. Einige RDF-Dateien liefern darüber hinaus Kurzbeschreibungen und Hinweise auf den Autor sowie auf die Sprache des Textes.

Hinter jedem Eintrag einer überwachten Internet-Seite steht die Anzahl der ungelesenen Nachrichten. Aktiviert man eine Adresse, erscheint eine Nachrichtenliste; wählt man eine Meldung aus, zeigt Snownews eine Kurzbeschreibung bzw. die Meldung Keine Beschreibung vorhanden. Der voreingestellte Text-Browser Lynx öffnet mit o die zugehörige Homepage.

Abbildung 1: Snownews zeigt neue Nachrichten

Sehen, was läuft

JTV ( http://www.willer-online.de/jtv/) geht dem gestressten Fernsehzuschauer bei der Programmübersicht zur Hand: Das Java-Tool zeigt das TV- Programm wahlweise geordnet nach Zeit-, Sender- oder Tagesübersicht an. Wer auf Anhieb nichts Passendes findet, kann den Datenbestand nach Schlagwörtern durchsuchen.

Als Datenquelle zieht das Programm entweder die Web-Seiten TVMovie oder XMLTV heran. Von welchen Sendern JTV das Programm ermittelt, lässt sich im Konfigurationsfenster per Drag & Drop festlegen. Wer eine andere Datenbank oder einen Proxy einsetzen möchte, bestimmt dies von Hand in der Konfigurationsdatei. Hier geben Sie auch an, welche Informationen zur jeweiligen Sendung in der Übersicht erscheinen. Alle anderen Daten inklusive ShowView-Nummer zeigt eine separates Fenster nach einem Doppelklick auf einen Eintrag.

Abbildung 2: JTV zeigt das aktuelle Fernsehprogramm

Immer was zu lachen

Cartoons und Comics amüsieren fast jeden, und das Internet ist eine schier unerschöpfliche Quelle. Wer keine Zeit oder Lust hat, täglich die Seiten seiner Lieblings-Cartoons zu besuchen, fasst sie mit dailystrips ( http://dailystrips.sourceforge.net) auf einer individuellen Homepage selbst zusammen. Das Programm erstellt eine Seite, die die Cartoons verlinkt oder auf die lokale Platte kopiert. Auf Wunsch legt es die aktuellen Comics täglich in ein eigenes Verzeichnis.

Abbildung 3: Dailystrips ordnet die Lieblings-Comics

Vereinigte Staaten im Überblick

Wer seinen nächsten Urlaub in den USA plant, kann mit RoadMap 1.0.2 (http://roadmap.saignon.net/) schonmal die Umgebung seinen Hotels auskundschaften. Das Programm flite (http://www.speech.cs.cmu.edu/flite/) sorgt sogar für eine Sprachausgabe, mit der sich RoadMap mit einem Zaurus oder iPAQ auch bei der Autofahrt nutzen lässt. Mit gpsd (http://pygps.org/gpsd/gpsd.html) ermittlt es den augenblicklichen Standort eines angeschlossenen GPS-Gerätes und wird so zu einem vollwertigen Navigationssystem.

Da RoadMap auf die umfangreichen Daten des Handelsministeriums der Vereinigten Staaten zurückgreift, sind die Landkarten komplett und detailreich, trotzdem enthalten sie nach Angaben der Programmierer Fehler. (Uwe Vollbracht/Carsten Schnober/csc)

Abbildung 4: RoadMap navigiert durch US-Straßen

Samba 3.0

Aus heterogenen Netzen ist ein Samba-Server mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Clients für Linux, Windows, DOS und OS/2 teilen sich damit Dateien und Drucker. Version 3.0 des Fileservers befand sich zwei Jahren lang in der Entwicklung, jetzt haben die Entwickler die finale Fassung herausgegeben; den Quellcode sowie Binärpakete gibt es für SuSE, Red Hat, Debian und Mandrake unter http://www.samba.org/.

Windows-Benutzer brauchen ihre Clients bei einem Umstieg damit nicht mehr umkonfigurieren; außerdem unterstützt Samba 3.0 Microsofts Active-Directory-Struktur. Zur Sicherheit bietet Samba 3.0 Kerberos-Authentifizierung und verschlüsselte Kommunikation über SChannel. Das neu implementierte Unicode erlaubt Anwendern, Sonderzeichen verschiedener Sprachen zu verwenden und Dateinamen damit zu bestücken. Das point-and-print-System, das seit Windows 2000 Einzug in Microsofts Betriebssysteme erhielt, stellt Druckertreiber zum automatischen Download für Clients bereit.

Mit dem Paket kommt die HTML-Fassung des Buchs Using Samba von Jay Ts, Robert Eckstein und David Collier-Brown sowie eine überarbeitete HOWTO, die zusammen eine ausführliche Dokumentation bilden.

Künstlicher Planet

Möchten Sie schon lange ein eigenes Ökosystem bauen, aber die Karriere zum weltberühmten Wissenschaftler mit gigantischen Labors ist leider gescheitert? Am 1. 10. erschien Version 1.0 von AI.Planet (http://aiplanet.sourceforge.net/). Das Open-Source-Programm simuliert eine virtuelle Welt, in der Sie einer von Ihnen geschaffenen Ausgangssituation einfach bei der Entwicklung zuschauen oder beliebig Einfluss nehmen. Alles beginnt auf einem Planeten, von dem Sie bestimmen, ob es regnerisch oder trocken, ob er klein oder groß ist.

Mit viel Liebe zum Detail erschufen die Entwickler Tiere und Pflanzen: Vögel fliegen als Schwärme in Flugformationen, Fische suchen unter Wasser nach Nahrung, und Tiger lieben es, Mäuse zu jagen. Etwas anders als in unserer Welt gibt es zudem Roboter, die Sie entweder komplett kontrollieren oder mit Befehlen in ihrem Handeln beeinflussen. Für pflanzliche Nahrung sorgen verschiedene Baumarten, Wasserpflanzen und Gras. Monde, Asteroiden und bis zu vier Sonnen beeinflussen die gesamte Atmosphäre; auf der Erde sorgen Meere, Berge, Wüsten und Naturkatastrophen für Abwechslung.

Erforschen Sie Ihre Welt distanziert aus dem Weltall, bei einem gemütlichen Spaziergang oder verfolgen Sie ein einzelnes Lebewesen bis hin zum Marienkäfer.

Abbildung 5: Bauen Sie sich mit AI.Planet Ihre eigene kleine Welt!

Spiel und Spaß

Nach eigenen Angaben richtet es sich an Kinder von 4-40: Tux MathScrabble (http://www.asymptopia.org/staticpages/index.php?page=20030410110813423) ist ein Lernspiel, das sowohl unterhält als auch mathematisches Denken vermittelt. Statt Wörtern, wie beim herkömmlichen Scrabble, legt der Spieler hier mathematische Gleichungen aneinander, die stets stimmen müssen. Vier verschiedene Schwierigkeitsstufen vom einfachen Addieren und Abziehen bis zur Multiplikation und Teilungsrechnung bieten eine Herausforderung für jung und alt.

Abbildung 6: Mit Tux MathScrabble spielend lernen

Glossar

RDF

Das "Ressource Description Framework" ist eine von XML abgeleitete Sprache zur Beschreibung von Metadaten.

RSS

Die "RDF Site Summary" ist eine Erweiterung von RDF die sich durch Module beliebig ausbauen lässt.

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