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01.11.2003

Der Herbst ist da, und die großen Distributoren verschönern uns die dunklen Nächte mit brandneuen Versionen ihrer Schätze. SuSE 9.0, Mandrake 9.2, Slackware 9.1 und das in Fedora umbenannte Red Hat werden voraussichtlich im November zu haben sein. Dazu gibt es eine Live-Distribution mit GNOME als Desktop und zwei Multimedia-Distributionen speziell für EPIA-Mainboards.

Knoppix à la GNOME

Inzwischen bei Version 0.5.4 angelangt ist die Live-Distribution Gnoppix, dank der GNOME-Liebhaber zu einem direkt von der CD zu startenden System mit ihrem Desktop-Favoriten kommen (Abbildung 1). Im Gegensatz zum KDE-basierten Knoppix verwendet Gnoppix ein gut vorkonfiguriertes GNOME 2.2 und auch ansonsten ausschließlich freie Software im Sinne der GPL.

Abbildung 1: Der Gnoppix-Desktop

Auch auf einem sechs Jahre alten Notebook startete die Distribution rasch und lief problemlos. Alles, was man für die tägliche Arbeit am Computer braucht, ist dabei: In der Kategorie "Büroprogramme" liefert Gnoppix die Textverarbeitung Abiword, die Tabellenkalkulation Gnumeric und das Datenbankfrontend Mergeant mit, Projekte verwaltet die Benutzerin mit Mr. Project. Die bekannte Groupware-Software Evolution behält Termine, Kontakte und E-Mails im Auge.

Für den Blick ins WWW stehen Mozilla und Galeon bereit, den Datentransfer übernimmt GFtp. Auch zum Bearbeiten und Erstellen von Grafiken mangelt es nicht an geeignetem Handwerkszeug: Das Illustrationsprogramm Sodipodi und das unvermeidliche Rastergrafikprogramm Gimp fehlen ebenso wenig wie Dia zum Entwerfen von Diagrammen (Abbildung 2). Für den Ohren- und Augenschmaus sorgen XMMS und xine.

Abbildung 2: Grafikprogramme unter Gnoppix

Da Gnoppix auf Debian "woody" basiert, lässt es sich leicht um weitere Programme aus dem Debian-Fundus ergänzen. Mit Synaptic geht dies ebenso wie das Löschen von Programmen leicht von der Hand. Die Installation auf der Festplatte übernimmt das grafische Programm gnoppix-installer.

Trotz seines noch jungen Alters macht Gnoppix bereits einen guten Eindruck. Besonders auf alter Hardware ist die Distribution deutlich schneller als Knoppix, ohne dass die Benutzerin auf den Komfort einer modernen Oberfläche verzichten muss.

Aus Red Hat wird Fedora

Einen Monat, nachdem Red Hat bekannt gab, keine Boxprodukte der für End-Benutzer gedachten Distribution mehr zu produzieren, änderte sich auch der Name: Statt Red Hat firmiert die Desktop-Distribution künftig unter dem Namen Fedora (http://fedora.redhat.com/), soll durch die Open-Source-Community weiterentwickelt werden, vollständig aus freier Software im Sinne der GPL bestehen und etwa zwei- bis dreimal im Jahr erscheinen.

Red Hat unterstützt das Projekt finanziell sowie durch den Einsatz von Entwicklern, die bisher an Red Hat Linux gearbeitet haben, und behält sich generell die Projektleitung vor.

Die ISO-Images der ersten Fedora-Testversion stehen unter ftp://ftp.redhat.com/pub/redhat/linux/beta/severn/en/iso/i386/ zum Download bereit.

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