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Zusatzinformationen zu Digitalfotos

01.10.2003 Der perfekte Schnappschuss gelang im letzten Urlaub. Doch wie waren die Kameraeinstellungen? Die EXIF-Informationen eines Digitalfotos geben Auskunft darüber, unter welchen Umständen ein Bild zustande kam und vieles mehr.

Je mehr Sie über ein Bild wissen, desto mehr können Sie daraus für zukünftige Aufnahmen lernen. Um Ergebnisse später zu rekonstruieren, notierten Fotografen im Zeitalter der analogen Fotografie mit Stift und Papier Daten wie Blende oder Bildabstand. Diese Mittel sind mit Digitalkameras überflüssig, sie liefern im Header jeder Bilddatei Informationen über Einstellungen und äußere Bedingungen mit.

Was ist EXIF?

Digitalkameras speichern Bilder als JPEG- oder TIFF-Dateien und die Zusatzdaten im EXIF-Format [5]. EXIF steht für "Exchangeable Image File Format" und ist Teil des DCF-Standards aus der Feder der japanischen Firma Jeita [1]. Kasten 1 zeigt die gebräuchlichsten EXIF-Informationen, Anzahl und Art unterscheiden sich von Kamera zu Kamera. Um diese Daten unter Linux auszuwerten, brauchen Sie die Bibliothek libexif [3].

Kasten 1: Die gebräuchlichsten EXIF-Informationen

  • Kamera-Hersteller
  • Kamera-Modell
  • Bildorientierung (waagerechte oder senkrechte Aufnahme)
  • Auflösung
  • Datum und Uhrzeit der Aufnahme
  • Blende
  • Verschlusszeit
  • ISO-Zahl
  • Thumbnail
  • Farbraum und Kompression
  • Blitzlicht-Modus
  • Brennweite
  • Belichtungsmesser
  • Motivabstand
  • Weißabgleich
  • Kommentar

Bei vielen Bildbearbeitungsprogrammen wie Gimp [4] gehen die EXIF-Informationen verloren. Daher empfiehlt es sich, vor jeder Veränderung eine Sicherheitskopie des Originals anzufertigen.

Grafische Aufbereitung

Um die EXIF-Daten komfortabel anzuzeigen und zu bearbeiten, braucht es also ein spezialisiertes Werkzeug wie Gexif. Neuere SuSE-Versionen bringen dieses Programm im Paket gtkam mit, das zusätzlich libexif-gtk benötigt. Bei einigen anderen Distributionen gibt es ein eigenes Paket namens gexif.

Nach dem Start per Kommandozeilenbefehl gexif öffnen Sie über File / Open eine Bilddatei. Der Tab 0 (Abbildung 1) zeigt einige Basisinformationen: die verwendete Kamera, die Auflösung und das Aufnahmedatum. Im Reiter 1 findet sich die verwendete Kompression, unter EXIF (Abbildung 2) beschreibt die Kameraeinstellungen.

Bei Kameras mit Anschluss für ein GPS-Gerät besagen die Koordinaten im Tab GPS, an welchem Ort der Erde ein Foto entstand. Unter Interoperability finden sich technische Daten zum verwendeten EXIF-Standard. Thumbnail (Abbildung 3, siehe auch Glossar Seite 30) schließlich zeigt eine Vorschau auf das Bild.

Mit einem Mausklick auf einen beliebigen Eintrag in den Karteikarten öffnet sich im rechten Teil des Gexif-Fensters eine Maske, die den aktuellen Wert anzeigt. Hier fügen Sie neue Daten hinzu oder ändern vorhandene Werte. Anschließend speichern Sie das Bild mit File / Save oder unter einem anderen Namen mit Save As...

Abbildung 1: Gexif informiert über Kamerahersteller und -modell

Abbildung 2: Das Tab EXIF zeigt die Kameraeinstellungen

Abbildung 3: EXIF speichert einen Thumbnail im Datei-Header

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LinuxUser 06/2012

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