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01.10.2003

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+++ starbasic +++ starbasic +++

Wer bisher in StarBasic, der Programmier- und Makrosprache in OpenOffice, entwickeln wollte, musste sich mit den wenigen Informationen der Online-Hilfe begnügen oder nur spärlich vorhandene Drittquellen bemühen. Damit ist jetzt Schluss, denn Sun stellt endlich eine 220-seitige StarBasic-Einführung als PDF-Dokument zum freien Download bereit. Sie ist Bestandteil der StarOffice 6.0 English Collection (http://docs.sun.com/db/coll/999.2), einer englischsprachigen Sammlung von Handbüchern rund um StarOffice, die zur Zeit aus sieben Dokumenten besteht. Neben der StarBasic-Einführung umfasst die Kollektion unter anderem Installations-, ein Administrations- und ein Benutzerhandbücher, die alle als PDF-Dateien heruntergeladen werden können. Selbst eine Anleitung zur Anbindung von StarOffice an eine Datenbank ist vorhanden. Da StarOffice 6.0 auf OpenOffice basiert, sind fast alle Informationen übertragbar. Allerdings liegen die Dokumente im Augenblick nur in englischer Sprache vor, eine deutsche Version soll aber bald folgen.

+++ microsoft und linux +++ microsoft und linux +++

Dass sich Linux in Forschungseinrichtungen großer Beliebtheit erfreut, ist nicht neu. Dass aber selbst die Microsoft-Laboratorien an Linux forschen, dürfte die meisten zumindest überraschen. Konkret sucht man in Redmond nach Fehlern und Schwächen, um diese zugunsten des eigenen Betriebssystems zu nutzen. Hierfür schuf Microsoft extra die Position des Plattformstrategen, welche Martin Taylor innehat. Im Gegensatz zur vorherrschenden provokativen Marketingstrategie von Microsoft will Taylor potenzielle Kunden durch fundierte Fakten und Sachverstand überzeugen. Darüber hinaus möchte er verstehen, was Interessenten an Open Source Software reizt und warum der Kunde in ihr eine Alternative sieht. Informationen für seine Arbeit sammelt Taylor unter anderem auf der Linux World Expo, wo Microsoft bereits zum zweiten Mal einen eigenen Stand unterhält, um sein Produkt Services for UNIX 3.0 zu präsentieren. Ob Taylor allerdings mit seinem Projekt Erfolg haben wird, muss sich noch zeigen, falls das Ergebnis überhaupt bekannt wird. Das Ringen um den Betriebssystem-Kuchen geht bis dahin munter weiter.

+++ lpi german +++ lpi german +++

Auf dem LinuxTag 2003 in Karlsruhe wurde von SuSE, GFN Training, dem Live Linux Verband, der LPI Inc. und weiteren der LPI German (http://www.de.lpi.org/) Verein gegründet. Das Linux Professional Institute (kurz LPI) ist eine gemeinnützige Organisation, die allgemein anerkannte und distributionsunabhängige Ausbildungs- und Qualifizierungsstandards für Linux entwickelt. Ziel des neu gegründeten Vereins LPI German ist, das LPI bei der Entwicklung und Übersetzung seiner Qualifikationsstandards zu unterstützen. Dabei sieht der Vorsitzende Reiner Brandt die erste Aufgabe des LPI German in der professionellen Übersetzung der vorhandenen Prüfungsunterlagen. Bis deutsche Prüflinge ihr Zertifikat in ihrer Muttersprache ablegen können, wird es aber noch etwas dauern.

Abbildung 1

Abbildung 1: Bald können LPI Prüfungen auch in der Landessprache angelegt werden

+++ xp gegen kde +++ xp gegen kde +++

Haupt-Kritikpunkt vieler Firmen am Einsatz von Linux am Arbeitsplatz ist immer noch die vermeintlich mangelnde Bedienerfreundlichkeit und lange Umgewöhnungsphase. Eine Studie der deutschen Relevantive AG zeigt jetzt, dass dem keineswegs so ist. Im direkten Vergleich standen sich SuSE Linux 8.2 mit KDE 3.1 und Windows XP gegenüber. Das Szenario war die Umstellung einer Behörde oder Verwaltung auf Linux-Arbeitsplätze. An vorkonfigurierten Windows- und Linux-Rechnern galt es, 60 alltägliche Büro- und Verwaltungsaufgaben zu lösen. Dabei mussten 60 Tester diese Aufgaben unter Linux bewältigen, während lediglich 20 Tester die gleichen Aufgabenstellungen mit Windows XP abwickeln sollten. Keiner der Probanden hatte vorher Erfahrung mit dem jeweiligen Betriebssystem gesammelt. Um so interessanter war das Ergebnis: So glauben 78 Prozent der Nutzer, dass sie nach einer Woche gut mit Linux umgehen konnten. Von Windows XP behaupteten dies 80 Prozent. Auch beim Arbeitsspaß mit dem System konnte Windows lediglich drei Prozentpunkte gutmachen. In den anderen Bereichen war das Ergebnis ähnlich knapp. Lediglich bei den verfügbaren Hilfestellungen, wie der Schaltflächenbeschriftung, muss Linux Schwächen einräumen, und auch am (optischen) Design von KDE schieden sich die Geister. Bei den eingesetzten Programmen hatten einige Tester mit OpenOffice zu kämpfen, und auch das ungewohnte Dateisystem sorgte trotz des Dateimanagers Konqueror anfänglich für Verwirrung. Doch alles in allem wurde Linux von der Testgruppe gut angenommen. Vielleicht treffen wir ja wirklich bald in vielen Amtsstuben den Pinguin bei der Arbeit an.

xpad: Notizzettel auf dem Bildschirm

Wer immer diese kleinen, gelben, selbstklebenden Notizzettel erfand, hat sich deren Erfolg sicher nicht erträumt: Schließlich liegen sie heute auf jedem Schreibtisch. Da die Arbeitsoberfläche für viele lediglich ein virtueller Schreibtisch ist, können sie dort mit xpad (http://xpad.sourceforge.net/about) die gewohnte Zettelwirtschaft weiterführen.

Wie beim Original ist die Handhabung von xpad sehr einfach: Nach dem Programmstart erscheint sofort ein leeres Notizblatt, und eine automatisch ausfahrende Symbolleiste enthält die wichtigsten Funktionen. Den Inhalt der Symbolleiste kann der Anwender nach Belieben anpassen. Ansonsten halten sich die Konfigurationsmöglichkeiten aber in Grenzen. Lediglich Text- und Hintergrundfarbe sowie die Schriftart und einige Verhaltensweisen sind variierbar. Mehr ist auch nicht notwendig, schließlich soll das Programm nur kurze Notizen aufnehmen. Jede Notiz legt xpad als Textdatei im Benutzerverzeichnis ab, und jede Eingabe wird sofort gespeichert. Auf diese Weise gehen bei einem Programm- oder Systemabsturz keine Informationen verloren. Wer öfter kleine Notizen macht und dafür kein Papier verschwenden möchte, für den ist xpad eine mögliche Alternative.

Abbildung 2

Abbildung 2: Wie beim Original klebt man die Notizzettel einfach auf die Oberfläche

Abbildung 3

Abbildung 3: Die Einstellungen sind eher bescheiden und beschränken sich größtenteils auf das Erscheinungsbild

hddtemp: Schauen, ob die Daten gar sind

Die Temperaturen dieses Sommers setzen nicht nur den Anwendern zu, auch die Hardware leidet, wenn es zu heiß wird. Prozessor- und Mainboard-Temperatur werden standardmäßig durch das BIOS überwacht, doch auch Festplatten können einen Hitzschlag erleiden. Mit hddtemp (http://coredump.free.fr/linux/hddtemp.php) können Sie die Plattentemperatur im Auge behalten und so möglichen Schäden vorbeugen. Natürlich funktioniert dies nur mit Festplatten, die über einen eingebauten Temperatursensor verfügen, was aber bei den meisten neueren Platten der Fall ist.

Das Programm fragt die aktuelle Temperatur über die so genannten S.M.A.R.T.-Routinen der Festplatte ab. Leider variieren die Temperaturangaben unter den Herstellern. Deshalb enthält die Web-Seite von hddtemp eine Konfigurationsdatei, die alle unterstützten Platten auflistet und mögliche fehlerhafte Ausgaben kompensiert. Es handelt sich um eine einfache Textdatei, die sich jederzeit um die eigene Festplatte erweitern lässt. Wie dies funktioniert, beschreiben die Manpages. Zur kontinuierlichen Temperaturüberwachung besitzt hddtemp einem Daemon-Modus, der von KSensor und Gkrellm genutzt wird. Letzteres benötigt dazu ein Plug-in, das auf der hddtemp-Web-Seite erhältlich ist. So sehen Sie jederzeit, ob Ihre Daten schon gar sind.

Abbildung 4

Abbildung 4: Bei 46°C sind die Daten noch halb roh. Heutige Festplatten vertragen bis zu 55°C, bevor die Daten schmoren

pppusage: Dürfen es ein paar Byte mehr sein?

Auch wenn DSL-Flatrates heute uneingeschränkten Datenfluss bieten, interessiert es doch viele, wieviel Datenverkehr auf ihre Kosten geht. Besonders jenen, die eines der günstigen volumenbegrenzten DSL-Angebote nutzen, ist sehr daran gelegen, ihr Kontingent so weit wie möglich auszuschöpfen, ohne es zu überschreiten. pppusage (http://code.jhweiss.de/pppusage/) hilft bei der Auswertung und Erstellung einer Volumenstatistik sowohl für DSL als auch für analoge Anschlüsse. Das Perl-Skript wertet die Log-Einträge aus, die pppd standardmäßig in die Datei /var/log/messages schreibt. Allerdings erwartet pppusage diese Einträge in der separaten Datei ppp.log. Wie der Benutzer die pppd-Einträge in diese Datei umlenken kann oder die Standardeinstellung im Perl-Skript ändert, beschreibt die Installationsanleitung. Beides ist zwar nicht schwierig, die Übergabe der Log-Datei als Start-Parameter wäre aber für zukünftige Versionen eine wünschenswerte Verbesserung.

Die Auswertung der Log-Datei sichert das Programm als Berkeley-Datenbank Datei im temporären Verzeichnis, was wiederholte Abfragen beschleunigt. Wird beim Programmstart kein Zeitraum übergeben, wertet pppusage alle gefundenen Daten aus. Die Ausgabe unterteilt die Ergebnisse in den Gesamtdurchsatz, den monatlichen Durchschnitt sowie den Durchsatz pro Monat über den gewählten Zeitraum. Der Auswertungszeitraum kann auch auf einzelne Jahre, Monate oder Tage begrenzt werden; die Einschränkung auf eine bestimmte Woche oder ein Quartal ist jedoch nicht möglich. Nichtsdestotrotz verschafft pppusage eine gute Kontrolle über die Datenmengen, die aus dem Internet kommen oder dorthin gehen. Als Cron-Dienst gestartet, verfügt der Benutzer immer über eine aktuelle Statistik. Kann man sich mehr wünschen?

Abbildung 5

Abbildung 5: Erstaunlich, wieviel Datenverkehr man im Monat produziert

Abbildung 6

Abbildung 6: Auf das Jahr gerechnet kommt da einiges zusammen

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