Pixel-Millionäre

Neun Digitalkameras im Linux-Test

01.10.2003 Digitalkameras liegen voll im Trend, immer öfter verdrängen sie die chemischen Kleinbildkameras. Doch wie bekommt man die Urlaubsbilder auf den Linux-Computer? Wir haben neun aktuelle Kameras getestet.

Digitalkameras erobern nach und nach den Bereich der Kleinbildkameras, statt Rollenfilmen mit 36 Bildern kommen immer öfter Flash-Riegel in die Knipskisten. Derzeit sind Auflösungen von zwei bis drei Millionen Pixeln Standard im privaten Umfeld, vereinzelt sind auch Kameras mit vier Megapixeln für unter 600 Euro zu haben.

War das Auslesen der Bilder über den USB-Anschluss der Kamera in der Vergangenheit ein großes Problem, haben sich inzwischen zwei Standards durchgesetzt: Einerseits das Photo Transfer Protocol (PTP), welches gphoto2 unterstützt und unter KDE einen direkten Zugriff auf die Kamera erlaubt, und andererseits der Dateizugriff, wenn die Kamera ein USB Storage Device emuliert und als SCSI-Festplatte eingebunden wird. Für den Test wählten wir neun Kameras aus, die entweder PTP beherrschten oder ein USB Storage Device emulierten.

Austauschprobleme

Trotz der beiden Datenaustausch-Standards gab es Überraschungen: So konnten wir bei den beiden Kodak-EasyShare-Kameras zwar die Verzeichnisse lesen, jedoch keine Bilder per PTP herunterladen – die Verbindung brach stets nach wenigen Sekunden zusammen. Die Ricoh Caplio RR230 emuliert ein USB Storage Device, doch statt der standardisierten Verzeichnisstruktur gab es hunderte Verzeichnisse mit noch mehr Unterverzeichnissen, unsere Bilder waren jedoch unauffindbar. Für alle drei Kameras gilt daher: Sie sind nicht Linux-tauglich, der interne Kameraspeicher ist nicht nutzbar, und die Bilder müssen von der SD-Karte ausgelesen werden – was einen entsprechenden USB-Adapter für 30 bis 40 Euro erfordert.

Auch die Zusatzfunktionen automatische E-Mail, Ausdruck und Übertragung zum Rechner der Kodak EasyShare waren unter Linux erwartungsgemäß nicht nutzbar, sie erfordern spezielle Treiber.

Wenig Ausstattung

Die Ausstattung der meisten Kameras war nur ausreichend, gerade einmal bei vier Kameras wurde ein Flash-Medium mit 16 oder 32 MB mitgeliefert – das reicht für rund 20 bis 30 Bilder bei mittlerer Auflösung. Wer mit hoher Auflösung fotografieren möchte, kommt nicht um den Nachkauf eines 128-MB-Speichers für etwa 40 Euro herum.

Immerhin wurden alle Kameras mit passenden Batterien ausgeliefert, lediglich zwei Modelle hatten Akkus samt Ladegerät. Mit Ausnahme der Minolta Dimage F100 ließen sich alle Kameras problemlos mit Akkus betreiben, bei der Canon PowerShot A70 reichte eine Akkuladung sogar doppelt so lange wie ein Satz Alkali-Batterien.

Testparcours

Wichtigster Punkt im Test war die Linux-Unterstützung der Kameras. In jedem Fall musste das Speichermedium der Kamera über einen entsprechenden USB- oder PCMCIA-Adapter ausgelesen werden können. Damit fiel die Olympus Camedia C-350 aus dem Testfeld, sie verwendet XD-Karten, für die wir keine USB- oder PCMCIA-Adapter auftreiben konnten.

Für die Bewertung "gute Linux-Unterstützung" war ferner erforderlich, dass die Kamera über das mitgelieferte USB-Anschlusskabel von SuSE Linux 8.2 erkannt und eingebunden werden, sowie der Datenaustausch zwischen Kamera und Linux-System einwandfrei funktionierte. Den beiden Kodak-EasyShare- sowie der Ricoh-Kamera konnten wir keine Linux-Unterstützung bescheinigen – zwar klappte die Erkennung, jedoch funktionierte der Datenaustausch in allen drei Fällen nicht.

Weiterhin wurden drei allgemeine Testkriterien festgesetzt. Einmal bestimmten wir die durchschnittliche Auslöseverzögerung – also die Zeit, die vom Drücken des Auslösers bis zum Erfassen des Bildes vergeht –, indem wir eine Stoppuhr zehn mal alle zehn Sekunden fotografierten und die Zeitdifferenz zwischen der Auslösezeit und der auf dem Bild angezeigten Zeit verwerteten. Die kürzeste Auslösezeit hatte die Casio Exilim EX-M2 mit unter 0,1 Sekunden, durch die starre Fokussierung ist bei dieser Kamera keine zeitraubende Schärfeeinstellung nötig.

Die Anzahl der Bilder pro Minute bestimmten wir auf ähnliche Weise. Dazu wurde die Stoppuhr 25 mal in kürzester Zeit fotografiert. Die Zeitdifferenz zwischen der auf dem ersten und dem 25. Bild gezeigten Zeit war der Messwert, den wir dann auf eine Minute normierten.

Diese Messung ist für schnelle Bildfolgen interessant, etwa wenn man vorbeifahrende Radfahrer fotografieren möchte. Die Zahl von 25 Aufnahmen wurde so hoch gewählt da viele Kameras über einen schnellen internen Zwischenspeicher verfügen – nach 25 Bildern war dieser in jedem Fall voll, so dass wir auch das Schreiben auf die Speicherkarte berücksichtigten. Wie schon bei der Auslöseverzögerung gewann auch hier die Casio Exilim EX-M2 mit weitem Abstand, wiederum durch die starre Fokussierung begründet.

Schließlich berechneten wir noch die durchschnittliche Größe einer Bilddatei anhand der in den vorangegangenen Tests geschossenen Bildern. Die minimale Auflösung betrug 2 Megapixel (1600x1500 Pixel). Die beiden Kodak EasyShare, die Samsung Digimax V4 und Trust 910Z wurden mit der nächst höheren Auflösung getestet, sie unterstützten das Bildformat 1600x1200 Pixel nicht.

Dank an den Media Markt

Wir danken dem Media Markt im Stahlgruber-Zentrum, München, der die Kameras und Speichermedien für diesen Test zur Verfügung stellte.

Canon IXUS v3

Die Canon IXUS v3 ist die teuerste Kamera im Testfeld, liegt mit 3,2 Megapixeln bei der Auflösung jedoch nur im Mittelfeld. Als einzige hat sie ein echtes Metallgehäuse und ist entsprechend robust.

Mit den Abmessungen 88x60x28 mm

3ist die IXUS sehr kompakt und verwendet neben der PowerShot A70 als einzige noch Compact-Flash-Medien. Die Kamera ist ausschließlich für Akkubetrieb gedacht, zum Lieferumfang gehört ein 680-mAh-Akku nebst externem Ladegerät. Letzteres hat den Vorteil, dass man einen Ersatzakku laden kann, während man mit dem anderen fotografiert. Ebenfalls mitgeliefert wird eine Compact-Flash-Karte mit mageren 16 MB.

Kritik gibt es für das englische Handbuch; eine deutsche Beschreibung der Kamera gab es nicht. Das schreckt, gerade aufgrund der vielen technischen Begriffe bei der komplexen Bedienung, sicher viele Käufer ab.

Die Linux-Unterstützung ist unproblematisch. Je nach Einstellung im Kameramenü wird die IXUS entweder als PTP-Kamera automatisch erkannt, alternativ wird sie von gphoto2 korrekt als "Canon IXUS v3" eingerichtet.

Sehr gut gefiel uns, dass selbst bei Abständen von nur 30 cm noch scharfe Detailaufnahmen mit Autofokus möglich waren. Die Samsung Digimax V4 musste da zum Beispiel passen. Um bei dunkler Umgebung den Abstand zum Fotomotiv messen zu können, verfügt die IXUS über eine kleine Lampe neben dem optischen Sucher.

Canon PowerShot A70

Die Canon PowerShot A70 hat das beste Preis-Leistungs-Verhältnis und erhält die Empfehlung der Redaktion. Besonders gut gefiel uns die ergonomische Form der Kamera: Der Auslöser befindet sich auf einer Ausbuchtung, die an den Filmbehälter einer herkömmlichen Spiegelreflexkamera erinnert. Damit liegt die PowerShot A70 besonders gut in der Hand. Auch der optische Zoom ist ergonomisch sinnvoll als Ring um den Auslöser angebracht, so dass der Zeigefinger der rechten Hand alle Einstellungen vornimmt, während der Daumen und die restlichen Finger die Kamera halten.

Die Stativbefestigung ist relativ ungünstig direkt neben der Klappe des Batteriefachs angebracht – so muss man zum Batteriewechsel stets das Stativ entfernen. Dies ist bei der IXUS besser gelöst.

Als einzige Kamera im Testfeld benötigt die PowerShot A70 vier Mignon-Zellen für den Betrieb – damit kommt sie aber genauso weit wie etwa die Minolta Dimage F100 mit der doppelt und dreifach so teuren Lithium-Batterie: 320 Bilder schafften wir mit einem Satz herkömmlicher Alkali-Batterien, mit NiMH-Akkus (1200 mAh) schaffte es die PowerShot sogar auf 525 Bilder – einsame Spitze.

Wie schon bei der IXUS setzt Canon auf Compact Flash als Speichermedium, die Karten sind deutlich billiger als SD- oder MMC-Riegel und sehr verbreitet. Der PowerShot liegt jedoch nur ein 16-MB-Kärtchen bei, da ist der Nachkauf einer großen CF-Karte vorprogrammiert.

Die Linux-Unterstützung ist dank PTP-Protokoll unproblematisch, der Dateitransfer funktionierte per PTP genauso gut wie über die Einstellung "Canon PowerShot" in gphoto2.

Casio Exilim EX-M2

Die einzige Kamera ohne optischen Zoom im Testfeld kommt von Casio. Die Exilim EX-M2 ist besonders klein und flach gebaut, da ist kein Platz für ein ausfahrbares Objektiv.

Casio bezeichnet die Kamera als "Wearable Card Camera", also tragbare Kamera im Scheckkartenformat, hat jedoch nur unzureichend an den Transport in der Hosentasche gedacht: Die Linse ist völlig ungeschützt, weder verhindert ein Schieber Beschädigungen noch gibt es einen Deckel oder eine Tasche. Hier sind Kratzer und Staub vorprogrammiert, das größte Manko der Kamera.

Trotz der kleinen Abmessungen (55x88x15 mm

3) hat die Casio Exilim EX-M2 ein TFT-Display; Platz für einen Batterieschacht war jedoch nicht mehr – die Kamera ist die zweite im Testfeld mit einem Akku. Anders als bei der IXUS liefert Casio kein Ladegerät mit, der Akku muss in der Kamera aufgeladen werden, während sie in der USB Docking Station steht. Das bedeutet, dass man nicht fotografieren kann, während zum Beispiel ein Zweitakku geladen wird.

Als besonderen Clou hat Casio einen MP3-Player in die Kamera eingebaut und liefert eine Kabelfernbedienung mit beleuchtetem LC-Display und einen Kopfhörer mit.

Die Linux-Unterstützung ist einwandfrei, die Kamera emuliert ein USB Storage Device. Ist keine SD-Karte eingesteckt, kann man auf den 12 MB großen internen Speicherbereich zugreifen, mit SD-Karte wird der interne Speicher verdeckt und der Inhalt der SD-Karte angezeigt.

Die Bilder sind im Verzeichnis /DCIM abgelegt. MP3-Dateien kopiert man einfach in das Verzeichnis /AUDIO, dort findet sie der MP3-Player. Audio-Aufnahmen sind mit der Kamera ebenfalls möglich, sie werden als WAV-Dateien ebenfalls unter /AUDIO gespeichert.

Kodak EasyShare CX6330/DX6340

Die von Kodak beworbene Hauptfunktion "EasyShare", das Mailen, Drucken und Übertragen der Bilder per Knopfdruck von der Kamera aus, funktioniert mangels entsprechender Software unter Linux natürlich nicht. Auch sonst funktioniert der Datenaustausch trotz PTP-Unterstützung mit Linux nicht, gphoto2 stürzte reproduzierbar ab – offenbar hält sich Kodak nicht an das PTP-Protokoll, sondern hat es proprietär erweitert.

Damit fällt der interne Speicher der Kamera aus, der Datenaustausch klappt nur über einen entsprechenden Kartenadapter per SD-Karte. Ein Speichermedium ist im Lieferumfang der beiden Kameras übrigens nicht enthalten, immerhin finden sich in den Kartons bei der CX-6330 ein Satz Alkali-Batterien und bei der DX-6340 eine Lithium-Batterie.

Übrig bleibt eine leicht zu bedienende Digitalkamera, besonders die Menüdialoge haben uns gut gefallen. Ebenfalls lobenswert ist die Trennung von Speicherkarten-Slot und Batterieschacht, so wird die Kamera nicht stromlos, wenn man die Karte wechselt.

Scharfe Kritik muss Kodak für die völlig unzureichende Dokumentation einstecken. Statt eines Handbuchs gibt es nur ein inhaltsschwaches Plakat mit einer Kurzanleitung. Ein derart komplexes Gerät mit dutzenden Konfigurationsmöglichkeiten ist ohne ein gutes Handbuch praktisch unbrauchbar. Offenbar hat das Geld jedoch gereicht, zwei Zubehörkataloge und verschiedene Papierproben mit in den Karton zu legen – das Geld hätte man besser in ein gedrucktes Handbuch oder ein Speichermedium investiert.

Mit der mangelhaften Ausstattung und schlechten Linux-Unterstützung reicht es für beide Kodak-Kameras nur für den vorletzten Platz, knapp vor der Ricoh Caplio RR230.

Minolta Dimage F100

Mit vier Megapixeln und 400 Euro Kaufpreis zählt die Minolta Dimage F100 zur Oberklasse im Testfeld. Im Lieferumfang ist eine SD-Karte mit 32 MB enthalten. Minoltas Schnellanleitung fällt positiv auf, auf 30 Seiten werden alle Kamerafunktionen recht vollständig beschrieben – fast schon ein Handbuch.

Bei der Handhabung fiel uns die Trennung von Batterie- und Speicherkartenschacht positiv auf: So fallen einem nicht die Batterien entgegen, wenn man die Speicherkarte austauschen möchte.

Die Minolta-Kamera ist bei der Stromversorgung sehr wählerisch, sie mag Akkus trotz gegenteiliger Angabe im Handbuch gar nicht. Schon nach wenigen Bildern (ohne Blitz, versteht sich) werden die Akkus als fast leer angezeigt, insgesamt schafften wir gerade einmal 60 Schnappschüsse – bei der Canon PowerShot A70 waren es mit den gleichen Zellen (1200 mAh, NiMH) über 500 Bilder. Interessant ist auch ein versteckter Schalter im Batterieschacht, der beim Einsatz der mitgelieferten Lithium-Batterie gedrückt wird: Wir klebten kurzerhand die Akkus mit einem Stück Klebeband zusammen, so dass der Schalter im Schacht auch bei Akkubetrieb gedrückt wurde – und plötzlich waren die Akkus laut Kamera nicht mehr leer.

Ab einem gewissen Ladestand der Batterien kam es zu einer Endlosschleife beim Einschalten der Kamera: Beim Einschalten des LCD-Displays unmittelbar nach Ausfahren des Objektivs schaltete die Kamera für eine Sekunde ab, fuhr das Objektiv einige Millimeter hinein und schaltete wieder an – um wieder abzuschalten. Erst ein Wechsel der Batterien brachte Abhilfe, obwohl andere Kameras mit den angeblich leeren Zellen noch klaglos dutzende Fotos lieferten. Einzig die mitgelieferte Lithium-Batterie brachte eine akzeptable Betriebszeit – sie kostet aber auch zwischen 7 und 14 Euro das Stück.

Ricoh Caplio RR230

Die Ricoh Caplio RR230 ist das Schlusslicht des Testfelds. Einen ersten Eindruck, was der Hersteller von seiner Kamera hält, bekommt man gleich nach Öffnen der Verpackung: Oben auf liegt die "Mängelgarantie der Firma Ricoh für Europa" – wie viele Mängel nun garantiert in den ersten zwölf Monaten auftauchen, konnte uns die Kunden-Hotline auf Nachfrage nicht sagen. Auch sonst wirkt die Dokumentation wie mit Babelfish übersetzt: Das Rad zur Funktionsauswahl heißt "Wähl-Modus", die Leuchtdiode "LED-Anzeiger" und die Stativbefestigungsschraube "Stativ delle Funzioni". Wir empfehlen einen Universal-Translator als erstes Zubehörteil.

Das kantige Gehäuse der Kamera ist relativ unhandlich, auch fehlt eine Abdeckung des Objektivs – prompt hatten wir nach dem Auspacken einen Fingerabdruck auf der Linse. Die Anordnung der Bedienelemente verdient Nachbesserung: So kann man lediglich mit dem LCD-Display auf der Oberseite der Kamera feststellen, ob der Blitz eingeschaltet ist oder nicht – das TFT-Display auf der Rückseite zeigt solch wichtige Informationen nicht an. Mit welcher Auflösung die Kamera arbeitet , alles andere als klar, man hat die Wahl zwischen vier Kästchen und einem Stern bis hin zu 16 Kästchen und drei Sternen.

Die Linux-Unterstützung der Kamera ist unbrauchbar. Sie emuliert zwar ein USB Storage Device, das problemlos von Linux erkannt und eingebunden wird, doch beim Öffnen offenbaren sich hunderte Verzeichnisse mit noch mehr Unterverzeichnissen – unsere Bilder fanden wir nirgends. Beim Stöbern in den Verzeichnissen ging plötzlich gar nichts mehr, die Kamera war abgestürzt und ließ sich nur durch Entnehmen der Batterien wiederbeleben. Die einzige Möglichkeit zum Datenaustausch ist also die SD-Karte.

Samsung Digimax V4

Die Digimax V4 ist das derzeitige Top-Modell von Samsung mit 4 Megapixeln. Mit 400 Euro spielt sie genau wie die Minolta Dimage F100 in der Oberklasse.

Beim Stromverbrauch ist die Samsung Dimage V4 deutlich genügsamer als die Minolta-Kamera – mit Batterien, die bei der Minolta nicht einmal mehr Zuckungen hervorriefen, machte die Digimax V4 noch dutzende Fotos. Auch mit Akkus hat die Samsung-Kamera überhaupt keine Probleme. Leider sind Batterie- und Speicherkartenschacht nicht getrennt.

Positiv fällt die Positionierung der Stativbefestigung auf, sie sitzt fast unter dem Objektiv und erlaubt auch einen Batteriewechsel ohne Demontage. Der USB-Anschluss ist allerdings proprietär, das USB-Kabel sollte man also tunlichst nicht verlieren. Die Ausstattung der Digimax V4 ist noch etwas umfangreicher als die der Minolta Dimage F100, Samsung liefert eine Kunstledertasche mit. Auch eine SD-Karte mit 32 MB gehört zum Lieferumfang.

Problematisch waren Aufnahmen im Nahbereich, also bei Entfernungen unter 50 cm. Dort funktionierte bei Ausnutzung des optischen Zooms die automatische Schärfeeinstellung nicht – mit dem Ergebnis, dass unter 60 Fotos unserer Stoppuhr nicht ein scharfes Bild war. Auf dem eingebauten TFT-Display war dies nicht zu erkennen. Der Effekt verschwand bei geringeren Vergrößerungen.

Wie viele andere Kameras merkt sich die Digimax V4 nicht die Einstellungen für den Blitz. Deshalb wird nach jedem Einschalten der Blitz geladen, was gerade bei schwachen Batterien das Aus bedeuten kann.

Die Linux-Unterstützung der Digimax V4 ist einwandfrei, die Kamera wird automatisch als USB Storage Device eingebunden, und alle Datentransfers klappten einwandfrei.

Trust PowerCam 910Z

Auf dem Karton der Trust PowerCam 910Z für rund 270 Euro sind überraschende 5 Megapixel angegeben – bezeichnet als Kameraauflösung. Gleich daneben findet man eine Sensor-Auflösung von 3 Megapixeln. In der Praxis bedeutet das: Die Kamera kann lediglich 3 Megapixel, "flunkert" aber 2 Millionen per Interpolation dazu und macht Bilder mit einer Auflösung von sagenhaften 2496x2016 Pixeln. Davon hat man aber nur wenig, jede Bildbearbeitung liefert beim Vergrößern einer Grafik die gleichen oder sogar noch bessere Ergebnisse.

Die Ausstattung ist etwas umfangreicher als bei der Konkurrenz: Zwei Mignon-Batterien, eine Kunstleder-Gürteltasche, ein wackeliges Tischstativ sowie USB- und TV-Kabel werden mitgeliefert, dafür findet sich aber kein Speichermedium im Karton – bei genauem Hinsehen entpuppt sich die auf dem Karton abgebildete SD-Karte als Erweiterungsmöglichkeit ("SSD/MMC Expandable").

Bei der Bedienung hat uns die Verknüpfung von optischem und digitalem Zoom besonders gut gefallen: Ein Balken links im TFT-Display zeigt im weißen Bereich den optischen Zoom an; geht man in den roten Bereich, ist der digitale Zoom aktiv. Bei keiner anderen Kamera war der Zoom so komfortabel zu bedienen.

Wie auch die Ricoh Caplio RR230 ist die Trust-Kamera etwas klobig und liegt nicht so gut in der Hand wie andere Testteilnehmer, insgesamt ist die Bedienung aber gut, alle wesentlichen Informationen werden direkt ins TFT-Display eingeblendet.

Die Linux-Unterstützung war einwandfrei, die Kamera wurde als USB Storage Device erkannt und problemlos eingebunden. Auch das Herunterkopieren von Dateien funktionierte.

Alle Kameras im Überblick

Platz 2 1 4 7 7 6 9 5 3
  canon_ixus.jpg canon_a70.jpg casio_exm2.jpg kodak_cx6330.jog kodak_cx6340.jpg minolta_f100.jpg ricoh_rr230.jpg samsung_digimax.jpg trust_910z.jpg
Hersteller Canon Canon Casio Kodak Kodak Minolta Ricoh Samsung Trust
Modell IXUS v3 PowerShot A70 Exilim EX-M2 EasyShare CX6330 EasyShare DX6340 Dimage F100 Caplio RR230 Digimax V4 PowerCam 910Z
Brennweite 5,4 - 10,8 mm 5,4 - 16,2 mm 7,5 mm k.A. k.A. 7,8 - 23,4 mm 5,2 - 15,6 mm 7,7 - 23,1 mm 6,2-18,6 mm
Digitaler Zoom 3,2-fach 3,2-fach 4-fach 3,3-fach 3,5-fach - 2-fach 4-fach 4-fach
Pixel Bildsensor 3,2 Mio. 3,2 Mio. 2 Mio. 3,3 Mio. 3,3 Mio. 4,1 Mio. 2 Mio. ca. 4 Mio. 3,1 Mio.
Max. Auflösung 2048x1536 2048x1536 1600x1200 2032x1524 2032x1524 2272x1704 1600x1200 2274x1704 2496x20162
Stromversorgung Akku, Li-Io, 680 mAh 4 x Mignon Akku, Li-Io, 630 mAh 2 x Mignon, 1 x Lithium 2 x Mignon, 1 x Lithium 2 x Mignon, 1 x Lithium 2 x Mignon 2 x Mignon, 1 x Lithium 2 x Mignon
Akkubetrieb ja ja ja ja ja nein ja ja ja
Speichermedium Compact Flash Compact Flash SD/MMC SD/MMC SD/MMC SD/MMC SD/MMC SD/MMC SD/MMC
Aufnahmeverzögerung 1,6s 1,3s <0,1s 0,7s 1,2s 1,5s 1,9s 1,3s 1,9s
Bilder pro Minute 15,5 18,5 45,5 9 10 20 8 8 13
Linux-Ansteuerung PTP oder gphoto2 PTP oder gphoto2 USB-Storage PTP1 PTP1 USB-Storage USB-Storage1 USB-Storage USB-Storage
Bildformat JPEG JPEG JPEG JPEG JPEG JPEG JPEG JPEG JPEG
Speicherplatz pro Bild 824 KB (1600x1200) 960 KB (1600x1200) 893 KB (1600x1200) 186 KB (1656x1242) 147 KB (1656x1242) 446 KB (1600 x 1200) 360 KB (1600x1200) 1,8 MB (2272x1504) 1,5 MB (2048x1376)
Videoformat AVI AVI AVI Quicktime Quicktime Quicktime Quicktime AVI AVI
Lieferumfang Englische Handbücher, Akku, Ladegerät, USB- und TV-Kabel, Compact-Flash-Karte 16 MB Handbücher, 4 Mignon-Alkali-Batterien, USB- und TV-Kabel, Compact-Flash-Karte 16 MB Mehrsprachiges Handbuch, Akku, Netzteil, USB-Kabel, USB-Docking-Station, Kopfhörer-Fernbedienung, Kopfhörer Netzteil, USB-Docking-Station Kurzanleitung, 2 Mignon-Alkali-Batterien, USB- und TV-Kabel, Foto-Papier Kurzanleitung, Lithium-Batterie, USB- und TV-Kabel Mehrsprachiges Handbuch, SD-Karte 32 MB, Lithium-Batterie, USB- und TV-Kabel Mehrsprachiges Handbuch, 2 Mignon-Alkali-Batterien, Gürteltasche, USB- und TV-Kabel Handbuch, SD-Karte 32 MB, Tasche, Lithium-Batterie, USB- und TV-Kabel Mehrsprachiges Handbuch, 2 Mignon-Alkali-Batterien, Gürteltasche, Mini-Stativ, USB-Kabel
Preis 579 Euro 349 Euro 199 Euro 299 Euro 379 Euro 399 Euro 179 Euro 399 Euro 269 Euro
1: Kamera wird erkannt, Dateien können jedoch nicht gelesen werden.
2: Interpoliert
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