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Neun Digitalkameras im Linux-Test

Ricoh Caplio RR230

Die Ricoh Caplio RR230 ist das Schlusslicht des Testfelds. Einen ersten Eindruck, was der Hersteller von seiner Kamera hält, bekommt man gleich nach Öffnen der Verpackung: Oben auf liegt die "Mängelgarantie der Firma Ricoh für Europa" – wie viele Mängel nun garantiert in den ersten zwölf Monaten auftauchen, konnte uns die Kunden-Hotline auf Nachfrage nicht sagen. Auch sonst wirkt die Dokumentation wie mit Babelfish übersetzt: Das Rad zur Funktionsauswahl heißt "Wähl-Modus", die Leuchtdiode "LED-Anzeiger" und die Stativbefestigungsschraube "Stativ delle Funzioni". Wir empfehlen einen Universal-Translator als erstes Zubehörteil.

Das kantige Gehäuse der Kamera ist relativ unhandlich, auch fehlt eine Abdeckung des Objektivs – prompt hatten wir nach dem Auspacken einen Fingerabdruck auf der Linse. Die Anordnung der Bedienelemente verdient Nachbesserung: So kann man lediglich mit dem LCD-Display auf der Oberseite der Kamera feststellen, ob der Blitz eingeschaltet ist oder nicht – das TFT-Display auf der Rückseite zeigt solch wichtige Informationen nicht an. Mit welcher Auflösung die Kamera arbeitet , alles andere als klar, man hat die Wahl zwischen vier Kästchen und einem Stern bis hin zu 16 Kästchen und drei Sternen.

Die Linux-Unterstützung der Kamera ist unbrauchbar. Sie emuliert zwar ein USB Storage Device, das problemlos von Linux erkannt und eingebunden wird, doch beim Öffnen offenbaren sich hunderte Verzeichnisse mit noch mehr Unterverzeichnissen – unsere Bilder fanden wir nirgends. Beim Stöbern in den Verzeichnissen ging plötzlich gar nichts mehr, die Kamera war abgestürzt und ließ sich nur durch Entnehmen der Batterien wiederbeleben. Die einzige Möglichkeit zum Datenaustausch ist also die SD-Karte.

Samsung Digimax V4

Die Digimax V4 ist das derzeitige Top-Modell von Samsung mit 4 Megapixeln. Mit 400 Euro spielt sie genau wie die Minolta Dimage F100 in der Oberklasse.

Beim Stromverbrauch ist die Samsung Dimage V4 deutlich genügsamer als die Minolta-Kamera – mit Batterien, die bei der Minolta nicht einmal mehr Zuckungen hervorriefen, machte die Digimax V4 noch dutzende Fotos. Auch mit Akkus hat die Samsung-Kamera überhaupt keine Probleme. Leider sind Batterie- und Speicherkartenschacht nicht getrennt.

Positiv fällt die Positionierung der Stativbefestigung auf, sie sitzt fast unter dem Objektiv und erlaubt auch einen Batteriewechsel ohne Demontage. Der USB-Anschluss ist allerdings proprietär, das USB-Kabel sollte man also tunlichst nicht verlieren. Die Ausstattung der Digimax V4 ist noch etwas umfangreicher als die der Minolta Dimage F100, Samsung liefert eine Kunstledertasche mit. Auch eine SD-Karte mit 32 MB gehört zum Lieferumfang.

Problematisch waren Aufnahmen im Nahbereich, also bei Entfernungen unter 50 cm. Dort funktionierte bei Ausnutzung des optischen Zooms die automatische Schärfeeinstellung nicht – mit dem Ergebnis, dass unter 60 Fotos unserer Stoppuhr nicht ein scharfes Bild war. Auf dem eingebauten TFT-Display war dies nicht zu erkennen. Der Effekt verschwand bei geringeren Vergrößerungen.

Wie viele andere Kameras merkt sich die Digimax V4 nicht die Einstellungen für den Blitz. Deshalb wird nach jedem Einschalten der Blitz geladen, was gerade bei schwachen Batterien das Aus bedeuten kann.

Die Linux-Unterstützung der Digimax V4 ist einwandfrei, die Kamera wird automatisch als USB Storage Device eingebunden, und alle Datentransfers klappten einwandfrei.

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Infos zum Autor

Mirko Dölle

Redakteur für Linux bei c't, Heise Zeitschriften Verlag; ehemals Competence Center Hardware/Linux-Magazin, Linux New Media AG


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LinuxUser 06/2012

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