Neun Digitalkameras im Linux-Test

Pixel-Millionäre

Digitalkameras liegen voll im Trend, immer öfter verdrängen sie die chemischen Kleinbildkameras. Doch wie bekommt man die Urlaubsbilder auf den Linux-Computer? Wir haben neun aktuelle Kameras getestet.

Digitalkameras erobern nach und nach den Bereich der Kleinbildkameras, statt Rollenfilmen mit 36 Bildern kommen immer öfter Flash-Riegel in die Knipskisten. Derzeit sind Auflösungen von zwei bis drei Millionen Pixeln Standard im privaten Umfeld, vereinzelt sind auch Kameras mit vier Megapixeln für unter 600 Euro zu haben.

War das Auslesen der Bilder über den USB-Anschluss der Kamera in der Vergangenheit ein großes Problem, haben sich inzwischen zwei Standards durchgesetzt: Einerseits das Photo Transfer Protocol (PTP), welches gphoto2 unterstützt und unter KDE einen direkten Zugriff auf die Kamera erlaubt, und andererseits der Dateizugriff, wenn die Kamera ein USB Storage Device emuliert und als SCSI-Festplatte eingebunden wird. Für den Test wählten wir neun Kameras aus, die entweder PTP beherrschten oder ein USB Storage Device emulierten.

Austauschprobleme

Trotz der beiden Datenaustausch-Standards gab es Überraschungen: So konnten wir bei den beiden Kodak-EasyShare-Kameras zwar die Verzeichnisse lesen, jedoch keine Bilder per PTP herunterladen – die Verbindung brach stets nach wenigen Sekunden zusammen. Die Ricoh Caplio RR230 emuliert ein USB Storage Device, doch statt der standardisierten Verzeichnisstruktur gab es hunderte Verzeichnisse mit noch mehr Unterverzeichnissen, unsere Bilder waren jedoch unauffindbar. Für alle drei Kameras gilt daher: Sie sind nicht Linux-tauglich, der interne Kameraspeicher ist nicht nutzbar, und die Bilder müssen von der SD-Karte ausgelesen werden – was einen entsprechenden USB-Adapter für 30 bis 40 Euro erfordert.

Auch die Zusatzfunktionen automatische E-Mail, Ausdruck und Übertragung zum Rechner der Kodak EasyShare waren unter Linux erwartungsgemäß nicht nutzbar, sie erfordern spezielle Treiber.

Wenig Ausstattung

Die Ausstattung der meisten Kameras war nur ausreichend, gerade einmal bei vier Kameras wurde ein Flash-Medium mit 16 oder 32 MB mitgeliefert – das reicht für rund 20 bis 30 Bilder bei mittlerer Auflösung. Wer mit hoher Auflösung fotografieren möchte, kommt nicht um den Nachkauf eines 128-MB-Speichers für etwa 40 Euro herum.

Immerhin wurden alle Kameras mit passenden Batterien ausgeliefert, lediglich zwei Modelle hatten Akkus samt Ladegerät. Mit Ausnahme der Minolta Dimage F100 ließen sich alle Kameras problemlos mit Akkus betreiben, bei der Canon PowerShot A70 reichte eine Akkuladung sogar doppelt so lange wie ein Satz Alkali-Batterien.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Sechs Digitalkameras im Test
    An der Kamerafront wird längst digital geschossen: Millionen Pixel, ein hoher Zoom und schnelle Auslösezeiten garantieren, dass selbst ein vorbeifliegender Vogel haarscharf auf den Speicher gebannt wird. Sechs aktuelle Digitalkameras mussten der Redaktion beweisen, dass sie auch Schnappschüsse und Außenaufnahmen beherrschen.
  • Digital Kameras im Test
    Etliche digitale Kleinbildkameras arbeiten brav mit dem beliebten freien Betriebssystem zusammen. Allerdings lassen sich nicht alle Leistungsmerkmale bei allen Fabrikaten gleich gut ausreizen. Im Hardware Labor der Linux New Media AG wurden deshalb 12 aktuelle Kameras und die dazupassende Linux-Software unter die Lupe genommen.
  • Schnelle Knipser
    Ein gelungenes Foto bringt die Erinnerung an den Urlaub oder einen bestimmten Moment sofort wieder zurück. Eine gute Digitalkamera trägt viel zu einem solchen Foto bei. LinuxUser hat sechs Modelle getestet.
  • Im Handgepäck
    Immer griff- und einsatzbereit muss sie sein – die Urlaubskamera. EasyLinux stellt zehn digitale Modelle der mittleren bis oberen Preisklasse vor, die sich in jedem Handgepäck gut machen.
  • Hardware
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 08/2017: VIRTUALISIERUNG

Digitale Ausgabe: Preis € 5,95
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Aktuelle Fragen

Bash awk Verständnis-Frage
Josef Federl, 22.07.2017 17:46, 2 Antworten
#!/bin/bash # Skriptdateiname = test.sh spaltennummer=10 wert=zehner awk '{ $'$spaltennummer'...
Bash - verschachtelte Variablenersetzung, das geht doch eleganter als meine Lösung?
Josef Federl, 18.07.2017 20:24, 2 Antworten
#!/bin/bash #Ziel des Skriptes wird sein die ID zu extrahieren hier nur als Consolentest: root@...
Speicherplatzfreigabe mit "sudo apt-get clean" scheitert
Siegfried Böttcher, 16.07.2017 21:16, 2 Antworten
Speicherplatzfreigabe mit "sudo apt-get clean" scheitert, weil aus mir unerfindlichen Gründen im...
Möchte Zattoo vom PC am Fernsehgerät sehen können
Ilona Nikoui, 15.07.2017 18:25, 3 Antworten
Hallo, ich habe mein Fernsehgerät, ein LG 26LE3300 mit dem PC verbunden per HDMI Kabel, wie empfo...
TUXEDO und Hardwareauswahl , fragwürdig / Kritik
Josef Federl, 11.07.2017 12:44, 7 Antworten
Auf tuxedocomputers.com steht: "....Aber wir können auch Linux und das so, dass "einfach" alles...