Pixel-Millionäre

Neun Digitalkameras im Linux-Test

01.10.2003
Digitalkameras liegen voll im Trend, immer öfter verdrängen sie die chemischen Kleinbildkameras. Doch wie bekommt man die Urlaubsbilder auf den Linux-Computer? Wir haben neun aktuelle Kameras getestet.

Digitalkameras erobern nach und nach den Bereich der Kleinbildkameras, statt Rollenfilmen mit 36 Bildern kommen immer öfter Flash-Riegel in die Knipskisten. Derzeit sind Auflösungen von zwei bis drei Millionen Pixeln Standard im privaten Umfeld, vereinzelt sind auch Kameras mit vier Megapixeln für unter 600 Euro zu haben.

War das Auslesen der Bilder über den USB-Anschluss der Kamera in der Vergangenheit ein großes Problem, haben sich inzwischen zwei Standards durchgesetzt: Einerseits das Photo Transfer Protocol (PTP), welches gphoto2 unterstützt und unter KDE einen direkten Zugriff auf die Kamera erlaubt, und andererseits der Dateizugriff, wenn die Kamera ein USB Storage Device emuliert und als SCSI-Festplatte eingebunden wird. Für den Test wählten wir neun Kameras aus, die entweder PTP beherrschten oder ein USB Storage Device emulierten.

Austauschprobleme

Trotz der beiden Datenaustausch-Standards gab es Überraschungen: So konnten wir bei den beiden Kodak-EasyShare-Kameras zwar die Verzeichnisse lesen, jedoch keine Bilder per PTP herunterladen – die Verbindung brach stets nach wenigen Sekunden zusammen. Die Ricoh Caplio RR230 emuliert ein USB Storage Device, doch statt der standardisierten Verzeichnisstruktur gab es hunderte Verzeichnisse mit noch mehr Unterverzeichnissen, unsere Bilder waren jedoch unauffindbar. Für alle drei Kameras gilt daher: Sie sind nicht Linux-tauglich, der interne Kameraspeicher ist nicht nutzbar, und die Bilder müssen von der SD-Karte ausgelesen werden – was einen entsprechenden USB-Adapter für 30 bis 40 Euro erfordert.

Auch die Zusatzfunktionen automatische E-Mail, Ausdruck und Übertragung zum Rechner der Kodak EasyShare waren unter Linux erwartungsgemäß nicht nutzbar, sie erfordern spezielle Treiber.

Wenig Ausstattung

Die Ausstattung der meisten Kameras war nur ausreichend, gerade einmal bei vier Kameras wurde ein Flash-Medium mit 16 oder 32 MB mitgeliefert – das reicht für rund 20 bis 30 Bilder bei mittlerer Auflösung. Wer mit hoher Auflösung fotografieren möchte, kommt nicht um den Nachkauf eines 128-MB-Speichers für etwa 40 Euro herum.

Immerhin wurden alle Kameras mit passenden Batterien ausgeliefert, lediglich zwei Modelle hatten Akkus samt Ladegerät. Mit Ausnahme der Minolta Dimage F100 ließen sich alle Kameras problemlos mit Akkus betreiben, bei der Canon PowerShot A70 reichte eine Akkuladung sogar doppelt so lange wie ein Satz Alkali-Batterien.

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