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Morphen in der Praxis

XMRM

Der Dritte im Bunde ist XMRM. Der Morpher liegt – zusammen mit einer Online-Dokumentation – unter [3]. Wählen Sie das static-Archiv und entpacken Sie es in ein Verzeichnis Ihrer Wahl. Sie starten XMRM, indem Sie auf das Programmsymbol im Dateimanager klicken. Statt auf Flächen setzt XMRM auf Vektoren: Jeder Punkt in Start- und Zielbild wird in Vektorkoordinaten aufgelöst. Aus den Differenzvektoren berechnet XMRM die nötigen Bildverformungen. Das Programm erlaubt die großzügige Beeinflussung von Berechnungsparametern und -Art.

Abbildung 8: Das Hauptfenster von XMRM. Die Schalter und Kurven steuern das gewählte Morphing-Verfahren

Abbildung 9: Nach dem Laden der Bilder öffnen sich mehrere Fenster

Erstellen Sie zunächst ein neues Verzeichnis, in das Sie die beiden Ausgangsbilder kopieren. XMRM erwartet diese im TIFF-Format. Laden Sie über File/Load Source... das Ursprungsbild und über File/Load Destination... das Zielbild. Im neuen Fenster sehen Sie eine Werkzeugpalette: Wählen Sie dort Set Vector. Fahren Sie nun mit der Maus auf das Ursprungsbild. Der Mauszeiger verwandelt sich in einen grünen Pfeil. Suchen Sie sich ein Objekt des Bildes aus – bei Portraits z. B. ein Auge. Fahren Sie dann auf dessen Rand, halten Sie die linke Maustaste gedrückt und ziehen Sie einen Pfeil auf. Sobald Sie die Maustaste loslassen, bleibt der Pfeil liegen. Für ein optimales Ergebnis versehen Sie jedes Bildobjekt mit einer Kette aus solchen Pfeilen. Beim Portrait werden die Augen, der Mund und der gesamte Kopf umrandet (Abbildung 10).

Damit Sie nicht immer neu ansetzen müssen, können Sie mit Set Line gleich eine ganze Kette von Vektoren ziehen. Die rechte Maustaste bricht den Vorgang ab. Je mehr Vektoren sie vergeben, desto besser das Ergebnis.

Abbildung 10: Die Bilder mit allen zugewiesenen Vektoren. XMRM sollte man nur für kleine Bildern verwenden: Da sich das Fenster kaum vergrößern lässt, wird das Setzen der Vektoren sonst zum Geduldsspiel

Sind alle Vektoren gesetzt, fügen Sie die korrespondierenden Vektoren im Zielbild ein. Das Vorgehensweise ist geich, nur der jeweils korrespondierende Pfeil im linken Bild ist grün markiert. Ein Pfeil auf der Oberlippe des Mundes sollte somit auch im Zielbild auf der Oberlippe liegen. Die Anzahl der Pfeile muss in beiden Bildern exakt übereinstimmen. Fehleingaben korrigieren Sie mit Edit Vector (verschieben) und Delete Vector (löschen).

Speichern Sie die Einstellungen über File/Save Vectors as.... Im nächsten Schritt wählen Sie das Morph-Verfahren unter Wavelet Type aus. Eine Erläuterung der einzelnen Verfahren finden Sie auf der XMRM-Homepage. Für den Anfang genügt die Voreinstellung.

Nun geht es an die Animation: Im Bereich Calculation Control legen Sie die Anzahl der Bilder fest, die berechnet werden sollen. Sobald Sie auf Calculate klicken, berechnet XMRM die Animation. Unter Animation Control bekommen Sie dann die Vorschau – entweder als Film (Animation Sequenz) oder in der Einzelbildbetrachtung (Frame Preview). Ist alles zu Ihrer Zufriedenheit, speichern Sie die berechneten Bilder über Choose Filename im TIFF-Format.

Als Film

Alle Programme geben eine Folge von Einzelbildern aus. Um einen Film daraus zu machen, sei es für eine Video-CD oder eine DVD, brauchen Sie ein zusätzliches Videoschnittprogramm. Unter Linux haben Sie derzeit die Wahl zwischen dem kommerziellen MainActor [5] und dem freien Cinelerra [6]. Installation und Bedienung beider Programme wurden bereits in Ausgabe 08/03 besprochen – hier geht es nur ums Einbinden der Bilder.

Unter MainActor 3.7, in SuSE Linux 8.2 Professional enthalten, klicken Sie auf das zweite Symbol von links in der untersten Symbolleiste (Bilder einfügen...). Im Dialog wählen Sie Bilder hinzufügen und markieren die erste Datei der Bildsequenz. Per Open lädt MainActor automatisch auch die restlichen Bilder. Nach einem Klick auf Übernehmen lässt sich die Sequenz wie ein normaler Film einfügen und bearbeiten.

Abbildung 11: MainActor 3.7 lädt die Morph-Sequenz über dieses Fenster

In der Version 5 von MainActor klicken Sie im Browser auf den Knopf links unten (Medienclips hinzufügen). Stellen Sie sicher, dass Nummerierte Dateisequenzen aktiviert ist. Im Auswahlfenster erscheint die Sequenz mit eckigen Klammern, z. B. name[0000,0025].tga. Nach der Auswahl und einem Klick auf OK wird sie wie dem Projekt ein normaler Film hinzugefügt.

Abbildung 12: MainActor 5 erkennt eine Bildersequenz automatisch

Unter Cinelerra wählen Sie File/Load files.... Im Dialogfenster markieren Sie bei gedrückter [Strg]-Taste alle Bilder der Sequenz. Wählen Sie Replace current project and concatenate tracks unter Insertion strategy. Nach einem Klick auf OK finden Sie ein neues Projekt mit der Sequenz als Film vor.

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Infos zum Autor

Tim Schürmann

Tim Schürmann

Tim Schürmann ist Diplom-Informatiker und derzeit als freier Autor unterwegs. Mehr Informationen finden Sie auf seiner Homepage unter http://www.tim-schuermann.de.


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LinuxUser 06/2012

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