Um drei Ecken

Haben Sie alle Punkte gesetzt, müssen Sie noch Dreiecke aufspannen: Dazu wählen Sie Edit/Triangulate. Während einer kurzen Rechenzeit ist das Programm nicht ansprechbar. Klicken Sie danach einen Punkt an, erhalten Sie das Ergebnis der Berechnung. Alternativ weisen sie die Rechtecke manuell zu, indem Sie mit gedrückter [Umschalt]-Taste jeweils drei Punkte anklicken und Edit/Set Triangle aufrufen. Über Edit/Remove Triangle lässt sich ein Dreieck wieder entfernen. Da Dreiecke nur im linken Bild erstellt werden können, müssen sie noch per Edit/Copy Triangles auf das andere Foto übertragen werden.

Abbildung 5: Die Dreiecke hat PTPicker automatisch erzeugt und auf das rechte Bild übertragen

Das Ergebnis sollte Abbildung 5 ähneln. Alle Bildteile, die unter der grauen Fläche der Dreiecke verschwinden, tauchen im Ergebnis wieder auf. Der Inhalt jedes Dreiecks wird dabei schrittweise so verzerrt und verschoben, dass er am Ende dem korrespondierenden Dreieck im Zielbild entspricht. Entscheidend ist, dass keine überlappenden Linien oder Dreiecke entstehen: In solchen Fällen erzeugt PTPicker eine Folge von schwarzen Bildern.

Stimmen alle Ihre Dreiecke, speichern Sie die Projektdatei ab. Wie erwähnt, ist PTPicker für Panoramen ausgelegt. Daher müssen Sie die Projektdatei von Hand anpassen. Bearbeiten Sie sie dazu mit einem Texteditor ihrer Wahl. Im Beispiel sehen die ersten drei Zeilen folgendermaßen aus:

p f2 w8460 h4230 v360 u10 n"JPEG"
i f0 w1280 h960 y0 p0 r0 v54.4322 n"p8120027.jpg" X0 Y0 Z0
i f0 w1280 h960 y180 p0 r0 v=0 n"p8120033.jpg" X1 Y0 Z0

Die beiden Zeilen, die mit einem i anfangen, enthalten Informationen zu den beiden Ausgangsfotos. Deren Dateinamen stehen in Anführungszeichen hinter dem n. Die erste Zeile enthält Angaben, auf welche Weise das Ergebnis erzeugt werden soll. Setzen Sie zunächst das Projektionsformat von f2 auf f0 (geradlinig). Die nächsten beiden Werte repräsentieren die Abmessungen der generierten Bilder in Pixeln: Width (Breite) und Höhe. In der Regel sollten Sie hier die entsprechenden Werte der Ausgangsbilder übernehmen. Die Zahl hinter v bezieht sich auf den horizontalen Bildwinkel (field of view), den später sichtbaren Bereich. Je kleiner der Wert, desto größer erscheint der markierte Bereich im Ergebnis. Für die ersten Gehversuche sollten Sie hier 5 Grad wählen und diese auch beim Bildwinkel der beiden Ausgangsbilder in der zweiten und dritten Zeile eintragen.

Das Ausgabeformat steht in Anführungszeichen hinter n. Neben JPEG sind PNG, TIFF und PICT möglich. Die genaue Bildfolge legen Sie mit den drei Parametern a, b und c fest: Vor dem Ausgabeformat eingefügt, steuern sie die Schrittweite der Überblendung. Für zwanzig Bildschritte sind folgende Werte notwendig: a0.0 b1.0 c0.05. Der Morpher beginnt mit dem vollständigen, ersten Bild (a0.0) und überblendet dieses dann solange um 5%, bis das zweite Bild vollständig erscheint (b1.0). Nach 20 solchen 5%-Schritten ist die Überblendung vollständig (20@L: *5%=100%).

Stellen Sie zum Abschluss noch in den letzten beiden Zeilen die Zahlen hinter y, p und r auf 0.

Das Ergebnis sieht für die Portraitfotos dann folgendermaßen aus:

p f0 w1280 h960 v5 a0.0 b1.0 c0.05 u10 n"JPEG"
i f0 w1280 h960 y0 p0 r0 v5 n"p8120027.jpg" X0 Y0 Z0
i f0 w1280 h960 y0 p0 r0 v5 n"p8120033.jpg" X1 Y0 Z0

Speichern Sie Ihre Änderungen und wählen Sie in PTPicker File/Revert to Saved, gefolgt von Project/Morph. Im Terminal-Fenster verlangt das Programm die Eingabe des Zielverzeichnisses und eines Präfixes, das jeder Datei voran gestellt wird, wie z. B. meinpfad/portrait. Nach dem Drücken der Eingabetaste wird die Sequenz generiert.

xmorph

Etwas einfacher zu bedienen ist xmorph [2], das SuSE Linux beiliegt. Für das Programm gibt es verschiedene Benutzeroberflächen, es kämpft aber unter allen Varianten mit massiven Absturzproblemen. Als Ausgangsmaterial verlangt es nach zwei Bildern mit identischen Maßen im Targa-Format (TGA). Nach dem Start von xmorph laden Sie über File/Open source image... das Startbild und über File/Open destination image das Zielbild in die beiden Teilfenster. Die Bildlaufleisten lassen sich etwas untypisch mit linker und rechter Maustaste bedienen.

Abbildung 6: Die klassische Oberfläche nach dem Start von xmorph

Das Arbeitsprinzip ähnelt den PanoTools, nur werden hier statt Dreiecken Rechtecke in einem Gitter verwendet. Unter Properties können Sie für jedes Bild einstellen, welches Gitter angezeigt werden soll: rot für das Ausgangsbild (source) und grün für das Zielbild (destination). Die Knotenpunkte können Sie per Drag & Drop verschieben.

Um eine neue horizontale Gitterlinie an der Mausposition einzufügen, drücken Sie die rechte Maustaste, für eine vertikale die mittlere Taste. Sie können die Gitter wiederverwenden: Speichern Sie sie separat über File/Save source bzw. destination mesh.

Abbildung 7: Bei großen Bildern reichen die Maschen nicht mehr aus. Soll mehr als eine Linie hinzugefügt werden, stürzt xmorph ab

Liegen alle Gitterpunkte richtig, wählen Sie unter Morph Sequence/Set sequence name... das Präfix für alle Ausgabedateien und unter Morph Sequence/Set sequence number of frames... die Anzahl der zu erzeugenden Bilder. Per Morph Sequence/Warp legt xmorph die Bildersequenz im aktuellen Verzeichnis ab.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 

Ähnliche Artikel

  • PanoTools
    Urlaubszeit ist Reisezeit – nach den ersten Blicken auf die Fotos folgt jedoch oft die Enttäuschung. Das wunderschöne Alpenpanorama oder der umwerfende Ausblick von der Meeresklippe sieht auf den eigenen Bildern überhaupt nicht mehr so toll aus. Mit den PanoTools lassen sich Fotos digital nachbearbeiten, damit Sie auch zuhause noch einen Rundblick von der Klippe wagen können.
  • Morphing mit GIMP/GAP
  • Perfekte Panoramas mit Hugin, Enblend und Autopano-SIFT
    Landschafts- oder Stadtbilder gewinnen an Reiz, wenn man mehrere von ihnen zum Großformat montiert. Die einzelnen Fotos passen aber oft nicht so recht zusammen, was die Sache schwierig macht. Die Tools Hugin, Enblend und Autopano-SIFT helfen dabei.
  • Test MainActor 3.5
    Unter Linux kann man die verfügbaren Videoschnittprogramme immer noch an einer Hand abzählen. MainActor, hergestellt von der eher unbekannten Firma MainConcept, ist ein solches, waschechtes Video- und Audio-Nachbearbeitungsprogramm für Linux. Wir haben die Version 3.5 für Sie getestet.
  • Workshop: Titel in MainActor
    Das Videoschnittprogramm MainActor bringt auf den ersten Blick nur einen recht rudimentären Titelgenerator mit. Doch im Zusammenspiel mit den Effekten gelingt im Handumdrehen ein beeindruckender Vorspann.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 11/2014: VIDEOS BEARBEITEN

Digitale Ausgabe: Preis € 4,95
(inkl. 19% MwSt.)

Mit der Zeitschrift LinuxUser sind Sie als Power-User, Shell-Guru oder Administrator im kleinen Unternehmen monatlich auf dem aktuelle Stand in Sachen Linux und Open Source.

Sie sind sich nicht sicher, ob die Themen Ihnen liegen? Im Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben zum reduzierten Preis. Einzelhefte, Abonnements sowie digitale Ausgaben erwerben Sie ganz einfach in unserem Online-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!       

Tipp der Woche

Schnell Multi-Boot-Medien mit MultiCD erstellen
Schnell Multi-Boot-Medien mit MultiCD erstellen
Tim Schürmann, 24.06.2014 12:40, 0 Kommentare

Wer mehrere nützliche Live-Systeme auf eine DVD brennen möchte, kommt mit den Startmedienerstellern der Distributionen nicht besonders weit: Diese ...

Aktuelle Fragen

Artikelsuche
Erwin Ruitenberg, 09.10.2014 07:51, 1 Antworten
Ich habe seit einige Jahre ein Dugisub LinuxUser. Dann weiß ich das irgendwann ein bestimmtes Art...
Windows 8 startet nur mit externer Festplatte
Anne La, 10.09.2014 17:25, 4 Antworten
Hallo Leute, also, ich bin auf folgendes Problem gestoßen: Ich habe Ubuntu 14.04 auf meiner...
Videoüberwachung mit Zoneminder
Heinz Becker, 10.08.2014 17:57, 0 Antworten
Hallo, ich habe den ZONEMINDER erfolgreich installiert. Das Bild erscheint jedoch nicht,...
internes Wlan und USB-Wlan-Srick
Gerhard Blobner, 04.08.2014 15:20, 2 Antworten
Hallo Linux-Forum: ich bin ein neuer Linux-User (ca. 25 Jahre Windows) und bin von WIN 8 auf Mint...
Server antwortet mit falschem Namen
oin notna, 21.07.2014 19:13, 1 Antworten
Hallo liebe Community, Ich habe mit Apache einen Server aufgesetzt. Soweit, so gut. Im Heimnet...