K-splitter

01.10.2003

Dieser Herbst wird heiß – lassen Sie sich anstecken vom Elan, der Ende August auf der KDE Contributor Conference "Kastle" im tschechischen Nové Hrady zu spüren war und in einer Menge Neuheiten und Plänen mündete.

Kuck-Kuck

Kein Kuckucksei, sondern eine OpenOffice-Integration legt KDE-Entwickler Jan Holesovsky uns mit Cuckooo ins Nest respektive auf den Computer. Genau genommen handelt es sich dabei um einen KPart, der es erlaubt, die Bestandteile dieses Office-Pakets in einem Konqueror-Fenster laufen zu lassen (Abbildung 1). Derzeit darf man sich OpenOffice-Dokumente mit Cuckooo zwar lediglich betrachten, aber Jan arbeitet fleißig an den Druck- und Suchfunktionen.

Die aktuelle Version steht unter http://artax.karlin.mff.cuni.cz/~kendy/cuckooo/index.php?page=download samt ausführlicher Installationsanleitung zum Download für Sie bereit.

Abbildung 1: Cuckooo integriert OpenOffice in den Konqueror

KDE bevorzugt

Nicht nur Anwender stehen auf KDE, auch Linux-Entwickler ziehen diese Desktop-Umgebung vor. Dies zeigt eine kürzlich veröffentliche Studie der amerikanischer Marktforscher von Evans Data. Rund 65 Prozent der befragten Developer gaben dabei an, KDE einzusetzen – Tendenz steigend.

Besonders interessant dabei: Während KDE sich die letzten drei Jahre noch ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit GNOME lieferte, liegt es jetzt klar in Führung. Weitere Ergebnisse lesen Sie unter http://www.evansdata.com/n2/pr/releases/edc_linux_aug_4_2003.shtml nach.

Rosige Zukunft für KOffice

Die auf der KDE Contributor Conference durchgesickerten Pläne für KOffice lassen im Anschluss an die für den Herbst geplante Version 1.3 Großes erwarten. Glaubt man den Entwicklern, wird es dann einschneidende Änderungen geben.

So wollen sie beispielsweise das Dateiformat auf OASIS umstellen, das auch OpenOffice verwendet. Damit würden Import- und Exportfilter für diese Office-Suite künftig Makulatur. Viel Energie möchten die Entwickler in eine bessere Rich Text Engine und die Skripting-Fähigkeiten aller KOffice-Komponenten investieren. Wenn Trolltech mit dem für 2004 anvisierten Qt 4.0 tatsächlich all das hält, was die Firma in Nové Hrady versprach, dürfte das auch KOffice zu besserer Performance und kürzeren Startzeiten verhelfen.

Auch die Rechtschreibprüfung wird generalüberholt. Ob dafür die bisherige API neu implementiert wird oder Enchant zum Einsatz kommt, steht noch nicht fest. Bei Enchant handelt es sich um eine aus dem AbiWord-Projekt stammende Bibliothek, die Rechtschreibprüfer wie ispell oder aspell im Hintergrund ausführt.

Benutzbarkeit verbessern

Sie programmieren selbst nicht, möchten aber gern etwas zum KDE-Projekt beitragen? Dann kommt eine neue KDE-Tutorial-Reihe zum richtigen Zeitpunkt, in der in lockerer Folge Anleitungen für Nicht-Coder erscheinen. Den Auftakt macht Aaron Seigos Tutorial unter http://urbanlizard.com/~aseigo/whatsthis_tutorial/, das erklärt, wie man KDE-Anwendungen mit "Was ist das?"-Hilfe ausstattet.

Dabei geht es darum, etwas ausführlichere Hilfetexte zu formulieren, die erscheinen, wenn der User [Umschalt-F1] drückt und mit dem nun zum Fragezeichen gewandelten Cursor auf einen in seiner Funktion unklaren Teil des GUIs einer KDE-Anwendung klickt. Ein wichtiger Beitrag, um KDE zu besserer Benutzbarkeit zu verhelfen, denn das Thema "Usability" behandelten die Entwickler bislang etwas stiefmütterlich.

Ein Umdenken war jedoch bereits in Nové Hrady zu spüren. Eva Brucherseifers und Jan Mühligs Vortrag zum Thema und der folgende Workshop trugen Früchte: Um den vielen interessierten Programmierern professionelle Unterstützung zu geben, wird demnächst eine Mailing-Liste eingerichtet, in der diese Fragen stellen können und Usability-Experten antworten. Bislang hat Jans Firma relevantive AG, die die Linux/KDE-Usability-Studie unter http://www.relevantive.de/Linux.html durchführte, kostenlose Unterstützung zugesagt; sollten Sie sich in Wissenschaft oder Forschung mit dem Thema befassen, wäre das KDE-Projekt auch für Ihre Hilfe dankbar.

Neuer Herbstlook für das KDE-Women-Projekt

Bereits im Jahr 2001 wurde das Projekt http://women.kde.org/ gegründet: als Plattform, auf der Frauen ihre Beiträge zu KDE präsentieren können und einen Einstiegspunkt finden, um sich an der Entwicklung zu beteiligen. Nach einem etwas längeren "Sommerschlaf" startet das internationale Forum nun durch in einen heißen Herbst – und das in völlig neuem Look. Die komplette Web-Seite hat Kivio-Entwicklerin Frauke Oster im KDE-Design aufpoliert (Abbildung 2), die Anleitungen und Howtos aktualisiert und um neue Beiträge ergänzt.

Abbildung 2: women.kde.org – neues Design, neue Inhalte

Hilfe für Mozilla

Nicht einmal Schützenhilfe für Mozilla-Entwickler ist im KDE-Projekt undenkbar: Seit Nové Hrady lässt sich die KDevelop-CVS-Version in ersten Ansätzen als Entwicklungsumgebung für XUL benutzen, das ist die XML-Sprache, in der Mozillas grafische Oberfläche vorliegt.

Zack Rusins entsprechender Code entstand spontan, als George Staikos ihn bat, ihm bei der Präsentation von KaXUL zu helfen. Dieses Projekt aus dem kdenonbeta-Zweig, das sich wie das englische Wort "casual" ausspricht, liest XUL-Dateien und konvertiert sie in eine Form, die sich mit Hilfe der KDE- und Qt-Bibliotheken auf dem Desktop darstellen lässt. Es war ursprünglich dafür gedacht, Konqueror mit Mozilla-Plugins aufzuwerten. Noch kann es nicht alle in XUL-Dateien definierte Funktionalität umsetzen, doch das ist wohl nur eine Frage der Zeit.

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+ + + kde 3.2 (vorschau) + + + kde 3.2 (vorschau) + + +

Arnaud Burlet sei Dank dürfen KMail-User bald Adressen aus mehreren Nachrichten mit Hilfe von ein paar Mausklicks selektieren und zum Adressbuch hinzufügen (Abbildung 3). KDE-Entwickler wiederum freuen sich auf KAutoConfigDialog, eine neue Klasse, mit der sich sehr einfach Konfigurationsdialoge für eine Anwendung erstellen lassen. KAutoConfigDialoge gleichen die Werte ihrer GUI-Elemente automatisch mit denen in einer Konfigurationsdatei ab. Eine gute Einführung finden Sie unter http://developer.kde.org/documentation/tutorials/kautoconfigdialog/.

Abbildung 3: Adress-Selektion leicht gemacht

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Sternenguckern bietet das Astronomie-Programm KStars mit dem Telescope Setup Wizard in den kommenden Versionen besseren Beistand bei der Teleskopkonfiguration. Darin enthalten: die Autoscan-Option, mit deren Hilfe KStars automatisch nach angeschlossenen Teleskopen scannt.

+ + + KDE-Darwin + + + KDE-Darwin + + +

Der CVS-Baum von KDE 3.2 enthält bereits alle Patches, um KDE auf Mac OS X zu kompilieren, aber leider fehlen immer noch Entwickler, die die Qt/Mac-Unterstützung vorantreiben. Wer sich daran beteiligen will, trägt sich auf der extra dafür eingerichteten Mailing-Liste unter http://www.opendarwin.org/mailman/listinfo/kde-darwin ein.

+ + + OPIE + + + OPIE + + +

Das 1.0er Release der freien grafischen Benutzeroberfläche OPIE für eingebettete Geräte und PDAs liegt schon einige Wochen zurück (vgl. LinuxUser 09/2003, S. 17) – doch jetzt endlich gibt es sie auch im Verbund mit dem passenden Betriebssystem: Unter http://opie.handhelds.org/feed.php stehen Images bereit, die HP iPAQs mit der Linux-Distribution Familiar ausstatten bzw. den Sharp Zaurus auf die OpenZaurus-Distribution migrieren; in beide ist OPIE 1.0 bereits integriert.

Abbildung 4: Opie macht auch auf einem iPAQ mobil

Glossar

KPart

Eine KDE-Technologie, die es ermöglicht, Anwendungen in andere einzubetten.

API

"Application Programmers' Interface", Schnittstelle(n) für Anwendungsprogrammierer, die dem Zugriff auf standardisierte Routinen dienen.

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