Rosige Zukunft für KOffice

Die auf der KDE Contributor Conference durchgesickerten Pläne für KOffice lassen im Anschluss an die für den Herbst geplante Version 1.3 Großes erwarten. Glaubt man den Entwicklern, wird es dann einschneidende Änderungen geben.

So wollen sie beispielsweise das Dateiformat auf OASIS umstellen, das auch OpenOffice verwendet. Damit würden Import- und Exportfilter für diese Office-Suite künftig Makulatur. Viel Energie möchten die Entwickler in eine bessere Rich Text Engine und die Skripting-Fähigkeiten aller KOffice-Komponenten investieren. Wenn Trolltech mit dem für 2004 anvisierten Qt 4.0 tatsächlich all das hält, was die Firma in Nové Hrady versprach, dürfte das auch KOffice zu besserer Performance und kürzeren Startzeiten verhelfen.

Auch die Rechtschreibprüfung wird generalüberholt. Ob dafür die bisherige API neu implementiert wird oder Enchant zum Einsatz kommt, steht noch nicht fest. Bei Enchant handelt es sich um eine aus dem AbiWord-Projekt stammende Bibliothek, die Rechtschreibprüfer wie ispell oder aspell im Hintergrund ausführt.

Benutzbarkeit verbessern

Sie programmieren selbst nicht, möchten aber gern etwas zum KDE-Projekt beitragen? Dann kommt eine neue KDE-Tutorial-Reihe zum richtigen Zeitpunkt, in der in lockerer Folge Anleitungen für Nicht-Coder erscheinen. Den Auftakt macht Aaron Seigos Tutorial unter http://urbanlizard.com/~aseigo/whatsthis_tutorial/, das erklärt, wie man KDE-Anwendungen mit "Was ist das?"-Hilfe ausstattet.

Dabei geht es darum, etwas ausführlichere Hilfetexte zu formulieren, die erscheinen, wenn der User [Umschalt-F1] drückt und mit dem nun zum Fragezeichen gewandelten Cursor auf einen in seiner Funktion unklaren Teil des GUIs einer KDE-Anwendung klickt. Ein wichtiger Beitrag, um KDE zu besserer Benutzbarkeit zu verhelfen, denn das Thema "Usability" behandelten die Entwickler bislang etwas stiefmütterlich.

Ein Umdenken war jedoch bereits in Nové Hrady zu spüren. Eva Brucherseifers und Jan Mühligs Vortrag zum Thema und der folgende Workshop trugen Früchte: Um den vielen interessierten Programmierern professionelle Unterstützung zu geben, wird demnächst eine Mailing-Liste eingerichtet, in der diese Fragen stellen können und Usability-Experten antworten. Bislang hat Jans Firma relevantive AG, die die Linux/KDE-Usability-Studie unter http://www.relevantive.de/Linux.html durchführte, kostenlose Unterstützung zugesagt; sollten Sie sich in Wissenschaft oder Forschung mit dem Thema befassen, wäre das KDE-Projekt auch für Ihre Hilfe dankbar.

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