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Leicht aber mächtig

Den Newsreader Slrn richtig nutzen

Abzählen

Eben haben wir es schon erwähnt – das Scoring, das eine der Stärken des Newreaders und für Vielleser unerlässlich ist. Es blendet uninteressante oder störende Postings aus und hebt die interessanten hervor.

Im ersten Schritt schreiben Sie in die Datei ~/.slrnrc den Namen Ihres Scorefiles:

% Definiert das Scorefile
set scorefile ".slrn_score"

Um mehr brauchen Sie sich nicht zu kümmern. Bei Bedarf erstellt der Newsreader die Datei ohne Ihr Zutun.

Wie Sie wissen, hinterfragt die Taste [K] die Bewertung eines Artikels nach Subject, From und References. Zusätzlich dürfen Sie das Scoring im Editor bearbeiten. Mit [F] können Sie den Absender im From-Header mit -9999 Punkten herunterstufen. Dann fragt Sie slrn nach dem Gültigkeitsbereich der Bewertung: Nur Diese Gruppe oder alle Gruppen.

Soll der Absender soll nur in dieser Newsgroup heruntergestuft werden, drücken Sie [d]. Jetzt möchte das Programm die Dauer der Bewertung erfahren. Da Sie die Artikel des Absenders nicht mögen, lassen Sie das Verfallsdatum leer. Die letzte Angabe fragt, ob das Scoring jetzt angewendet werden soll. Nach einem Ja erscheint die Punktzahl -9999 vor dem Artikel. Was die Punkte bewirken, legen Sie in der ~/.slrnrc fest:

% Art. über 1 = High-Score
set min_high_score 1
% Art. unter 0 = Low-Score
set max_low_score 0
% Art. ab -9999 = Ausgeblendet
set kill_score -9999

Die Variable set kill_score -9999 sorgt dafür, dass Artikel dieses Absenders gar nicht mehr angezeigt werden. Das ist aber noch nicht die wirkliche Stärke des Scorings, sondern simuliert ein schlichtes Killfile. Listing 1 zeigt weitere Beispiele für Score-Eintrage.

Listing 1

Score-Einträge

[*]
Score:: -100
        Message-ID: @localhost
[*]
Score:: -8000
        Content-Type: text/html
[*]
Score: -1000
       X-Newsreader: Microsoft
[*]
Score:: -1000
       ~From: [ ]+[^ ]+[ ]+

Der erste Eintrag überprüft die Message-ID des Artikels. Sollte dort statt eines FQDN ein localhost stehen, wird die Nachricht mit -100 Punkten abgestraft. Weitere 8000 Punkte gehen verloren, wenn es zudem ein Posting im HTML-Format ist.

Benutzt der Absender zusätzlich den Newsreader Outlook, sinkt das Scoring auf -9100 Punkte. Bis hierher wird der Artikel jedoch noch immer angezeigt. Ausgeblendet wird er erst, wenn der Absender zusätzlich ein albernes einteiliges Pseudonym wie K3W1_H4X0R oder Lynuxboi verwendet. Das kostet die Nachricht nochmals 1000 Punkte. Damit ist dann das Maß voll und Ihre Toleranzgrenze überschritten.

Das Scorefile können Sie in einem normalen Text-Editor bearbeiten, ohne slrn zu verwenden. Die Klammern [*], die jedes Scoring einleiten, bestimmen die Gruppenweite der Angabe: Soll sie für alle Gruppen gelten, genügt das Sternchen. Gilt die Punkteregel für gleichlautende Gruppen wie de.comp.os.unix.linux.isdn und de.comp.os.unix.linux.misc, sind Platzhalter erlaubt: [de.comp.*].

Die Dokumentation zum Thema Scoring liegt unter /usr/share/doc/slrn/score.txt.gz. Dort finden Sie Details zu den erlaubten Ausdrücken in den Regeln. Weitere Unterstützung bietet die Anleitung /usr/share/doc/slrn/contrib/README.cleanscore: Sie erläutert, wie Sie mit cleanscore alte Killfile-Einträge automatisch löschen.

Makros

Den Abschluss unserer Reise bilden die Makrodateien, die den Newsreader um neue Funktionen erweitern. Auf diese Weise können Sie die angezeigten Header im Artikel nach Belieben sortieren, die Suchfunktion und das Scoring erweitern oder sogar das Verhalten des Newreaders tin nachahmen. Auf der Homepage des Slrn-Projektes stehen einige dieser Makros bereit [5].

Von Ihrer Festplatte können Sie sich ebenfalls bedienen. Im Verzeichnis /usr/share/slrn/macros warten die Makros auf ihren Einsatz. Eine beliebte Fundgrube der S-Lang-Erweiterungen ist zudem die Newsgroup de.comm.software.newsreader: Viele spezielle Problemstellungen wurden dort schon mit einem Makro gelöst.

Erweiterungen einzubinden, ist sehr einfach. Machen Sie den Reader mit dem Verzeichnis bekannt, in dem die Makros stehen:

% Der Pfad zu den Macros
set macro_directory "/usr/share/slrn/macros"

Darunter schreiben Sie, welche Erweiterungen eingelesen werden sollen – in unserem Beispiel das S-Lang-Skript slrnface.sl:

% slrnface.sl einlesen
interpret "slrnface.sl"

Das Skript wertet den X-Face-Header von Nachrichten aus und verwandelt ihn in ein Bild (Abb. 4). Als Debianer installieren Sie das Add-On mit dem Befehl apt-get install slrnface. Nutzer anderer Distributionen können sich die Datei über die Projektseite im Internet holen [6]. Beim Start des Newsreaders sehen Sie, ob slrnface.sl in die Konfiguration aufgenommen wurde:

[andreas]~> slrn
slrn 0.9.7.4 [2002-03-13]
Die Konfigurationsdatei /etc/news/slrn.rc wird verarbeitet.
Die Konfigurationsdatei /home/andreas/.slrn/.slrnrc wird verarbeitet.
/usr/share/slrn/macros/slrnface.sl wird geladen
[…]

Abbildung 4: Ein X-Face, dargestellt vom Makro "slrnface.sl"

Nicht schwieriger ist die Arbeit mit den Makros oe_quot.sl, (korrigiert kaputte Outlook-Artikel) oder search.sl (verbessert die Suchfunktion in Postings). Zahlreiche Erweiterungen schwirren durch das Netz und helfen Ihnen, das Usenet lesbarer zu gestalten.

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