Kümmern wir uns kurz um die Installation von slrn. Da dessen aktuelle Version 0.9.8.0 gerade erst erschienen ist, müssen Sie die Quellen selbst übersetzen oder auf eine ältere Version aus Ihrer Distribution zurückgreifen. Wenn Sie den Newsreader eigenhändig übersetzen möchten, finden Sie den Sourcecode auf der Homepage des Projekts [1].
Eigenbau
Nach Download und Entpacken des Tar-Archivs genügt der gängige Dreischritt ./configure, make, make install, um das Programm zu installieren [2].
Freilich gibt es verschiedene Optionen, mit denen Sie den News-Client genau nach Ihren Wünschen kompilieren können. Diese Parameter verraten Ihnen das Kommando ./configure --help | less und die Datei slrn-0.9.7.4/doc/INSTALL.unix aus dem Archiv.
Voraussetzung ist jedoch das Vorhandensein des S-Lang-Entwicklerpakets auf Ihrem Rechner. Bei der Debian-Distribution hört das Paket beispielsweise auf den Namen slang1-dev. Sollte das Entwicklerpaket (die so genannten Header-Dateien) fehlen, bricht bereits der Befehl ./configure mit einer Fehlermeldung ab.
Geht alles glatt, ist der Reader bereit zum Start. Wenden wir uns also seiner Konfiguration zu.
Einstellungssache
Erstellen Sie eine Datei ~/.slrnrc in Ihrem Home-Verzeichnis. Dort nehmen Sie die persönliche Konfiguration vor, die lokal und nur für Ihren User gilt. Der Ort der systemweiten Einstellung schwankt von Distribution zu Distribution zwischen /etc/slrnrc und /etc/news/slrn.rc. In der Regel brauchen Sie dort keine Änderungen vorzunehmen, und selbst in ~/.slrnrc kommen Sie zunächst mit wenigen Zeilen aus.
Öffnen Sie die Datei in Ihrem Lieblings-Editor. Als Erstes machen Sie slrn mit Ihrem bürgerlichen Namen bekannt. Der Realname erscheint in Ihren Postings in der From-Zeile vor der Mail-Adresse:
% Ihr Name set realname "Vorname Nachname"
Das Prozentzeichen in unserem Beispiel maskiert für den Newsreader die Kommentarzeile Ihr Name. Es entspricht von der Funktion her dem Hash oder Lattenkreuz in der Bash.
Den ersten Teil Ihrer Mail-Adresse generieren Sie mit dem Eintrag username:, den zweiten über die Variable hostname
% Adresse vor dem @ set username "tux" % Adresse nach dem @ set hostname "provider.fi"
Ein Punkt, auf den wir unser Augenmerk richten, ist die Message-ID. Von Anfängern kaum wahrgenommen, bildet dieser Header ein wichtiges, eindeutiges Merkmal jeder Nachricht. Wie ein Fingerabdruck ermöglicht er die Suche nach einzelnen Postings auf Servern und mit Suchmaschinen.
Voraussetzung für die Eindeutigkeit einer Message-ID ist der Besitz eines eigenen Domainnames. Sollten Sie keinen zur Verfügung haben, ist das natürlich kein Beinbruch. Viele Provider wie T-Online oder News.CIS.DFN.DE bieten ihren Kunden eigene FQDNs (Fully Qualified Domain Names) zur Nutzung an. In der Datei ~/.slrnrc notieren Sie diese wie folgt:
% Message-ID für CIS.DFN-Account set generate_message_id 1 posting_host ID-(KD-Nr).user.dfncis.de
Nun sind Sie bereits gut gerüstet für einen Besuch im Usenet. Zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten liegen als Beispiel im Verzeichnis /usr/share/doc/slrn/examples/ parat. Dort finden Sie ausgezeichnet beschriebene Tipps, wie Sie Threads sortieren, Webbrowser einbinden und dem Newsreader eigene Farben zuordnen.
Wer des kniffligen Editierens und Kopierens überdrüssig ist, kann sich auch eines Frontends bedienen: slrnconf [3] ist ein grafisches Werkzeug von Torsten Schoenfeld. Es nutzt Gtk+-Perl-Bindings und erstellt und bearbeitet Konfigurationsdateien für den Slrn. Außerdem bietet das Tool Hilfstexte zu jeder gewählten Option und ist sehr übersichtlich aufgebaut (Abbildung 3).



