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Bildbetrachter im Vergleich

xnview

Auch SuSE-User müssen den fünften Bildbetrachter im Bunde, xnview 1.50, aufgrund seiner etwas restriktiven Lizenz von http://perso.wanadoo.fr/pierre.g/xnview/de_xnview.html als rpm-Datei selbst herunterladen und zum Beispiel durch Anklicken im Konqueror installieren. Anschließend startet die Freeware in einem Terminalfenster auf das Kommando xnview & hin. Es erscheint ein sehr kleines Fenster mit drei Menüeinträgen, aus dem Sie über File / Open das Verzeichnis mit den Fotos aussuchen. xnview zeigt standardmäßig alle Dateien an, Sie können die Auswahl aber über FileType beispielsweise nur auf Grafikdateien mit einer bestimmten Namenserweiterung beschränken. Zu einer ausgewählten Datei wartet xnview mit Bildinformationen und – auf Wunsch – einer Vorschau auf; ein Doppelklick öffnet das Bild der Wahl (Abbildung 9).

Abbildung 9

Abbildung 9: Der Bildbetrachter xnview

File / Browse... startet den dreigeteilten Browser-Modus: links oben der Verzeichnisbaum, rechts oben der Inhalt des aktuellen Verzeichnisses, aus dem man ein Bild in den unteren Ansichtsteil zieht. Alternativ öffnet ein Doppelklick auf eine Datei ein separates Ansichtsfenster.

In dessen Menü Image verbergen sich Bildbearbeitungsfunktionen wie das Konvertieren in Graustufen oder in eine andere Farbpalette. Rotate dreht, Flip spiegelt das Bild, Adjust passt den Kontrast, die Helligkeit usw. an. Map enthält Funktionalität wie zum Beispiel das bei Pixie erwähnte Solarisieren, Swap nimmt die RGB-Werte des Bilds und ändert deren Interpretation zum Beispiel nach Blau-Rot-Grün, was den Effekt von Farbfiltern hat.

Das Filter-Menü bietet Funktionen wie Blur, verpixeln (Enhance), Ränder hervorheben (Edges) und Effects / Oil Painting....

Die Screenshot-Funktion Tools / Capture hat gegenüber den anderen Betrachtern Nachholbedarf: Wählt man als Ziel den gesamten Desktop, landet das Capture-Fenster mit auf dem Bild. Die gute Idee, das abzulichtende Fenster über Select a Window über seinen Namen anzusprechen, enthält noch Verbesserungspotential, unter anderem auch bei der Stabilität unter SuSE 8.2.

Ähnliches gilt für die Funktion Tools / Slide Show. Hier lassen sich zwar eine Zeitspanne zwischen den Dias und eine Endlos-Diashow (Loop) einrichten, aber die recht umfangreichen (aber auch unverständlichen) Zusatzoptionen (More Options) funktionieren noch nicht einwandfrei: Zwar lässt sich das anzuzeigende Bild auf den ganzen Bildschirm vergrößern, mutiert dann aber zu einer nicht mehr erkennbaren Darstellung aus riesigen Pixeln. Der automatische Ablauf der Diashow zeigt leider nur winzigkleine Bildchen: Sie müssen die Dias per Mausklick weiterschalten, um ein angemessen großes Dia zu erhalten.

Die Funktion Tools / Multi Convert kann mehrere ausgewählte Bilddateien gleichzeitig auf dieselbe Weise ändern. Im entsprechenden Dialog wählen Sie mit der Schaltfläche Add die zu konvertierenden Dateien für den Bereich Input aus und legen bei Output zuerst das Zielverzeichnis und dann die gewünschten Bearbeitungsschritte über die Schaltfläche Advanced Options fest. Save Skript speichert letztere als kleines Skript, das Sie später jederzeit wieder aufrufen können.

Neben den Konvertierungsfunktionen, die eine Datei in andere Grafikformate umwandeln, finden sich im Menü Tools / Multi Convert zudem verschiedene Optionen, die auf die Symbolleiste, die Diashow usw. einwirken.

Alea iacta est?

Ist der Würfel bei Ihnen schon gefallen? Das Problem der Auswahl wird zwar nicht kleiner, aber die Entscheidung fällt nun hoffentlich etwas leichter: Sie brauchen einen unkomplizierten Bildbetrachter? Dann spricht nichts gegen Eye of GNOME. Sie haben eine digitale Fotokamera mit großem Hauptspeicher, von der und auf die Sie immer wieder Fotos laden möchten? Dann empfiehlt sich Digikam. Sie bevorzugen Altbewährtes mit vielen Funktionen? Darauf lautet die Antwort xv. Sie müssen regelmäßig mehrere Bilder auf dieselbe Weise konvertieren? Diese Funktion bietet xnview, sogar in Form eines speicherbaren Skripts. Sie wünschen sich einen Bildbetrachter, der viele spezielle Funktionen besitzt, aber trotzdem übersichtlich bleibt? In diesem Fall fahren Sie sehr gut mit PixiePlus. Die allerletzte Entscheidung liegt nun allerdings bei Ihnen.

Glossar

Interpolation

Berechnet beim Vergrößern einer Grafik aus den umliegenden Bildpunkten neue Punkte. Das Ergebnis kann ein Bild mit höherer Auflösung bei gleichzeitig etwas schlechterer Farbdarstellung sein.

Dithering

Bei Grafiken mit niedriger Farbanzahl sehen Farbverläufe manchmal aus wie aus Balken aufgebaut. Die Dithering-Funktion reduziert diesen unschönen Effekt, indem sie das Bild kleiner "rastert" (also in ein kleineres Gitter aufteilt), so dass die Farbverläufe besser ineinander übergehen.

Thumbnail

Ein kleines Vorschaubild einer Grafikdatei, das weniger Speicherplatz benötigt und deshalb sehr schnell geladen werden kann.

Invertieren

Die Farben werden umgekehrt und zwar in ihre Komplementärfarben: aus Schwarz wird Weiß, aus Rot Grün, aus Gelb Blau und umgekehrt. Das Ergebnis ist ein "Negativ" des Originalfotos.

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LinuxUser 05/2014

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