Zettelkasten TuxCards

A Game of Cards

Spätestens wenn die Suche nach einem wichtigen Papierfetzen in stundenlanger Arbeit ausartet, wird es Zeit für TuxCards, mit dessen Hilfe Sie all Ihre Notizen übersichtlich verwalten.

Tuxcards [1] sammelt formatierte Texte und legt sie in einer Baumstruktur ab. Die Anzahl der möglichen Einträge oder Knoten ist nicht begrenzt. Zum Speichern der Daten verwendet das Programm ein eigenes auf XML basierendes Dateiformat. Die Anwendung läuft nicht nur unter Linux, sondern lässt sich mit Hilfe der Cygwin-Tools [2] auch unter Windows in Betrieb nehmen. Wir probierten TuxCards mit Mandrake Linux 9.1 und Knoppix 3.2 aus.

Auf die Platte

TuxCards gibt es in der aktuellen Version 1.1 als fertig übersetztes Programmpaket auf der Projekt-Homepage und auf unserer Heft-CD. Sie entpacken das Archiv tuxcards-1.1.static.tar.gz mit dem Befehl tar xzvf tuxcards-1.1.static.tar.gz. Anschließend wechseln Sie in das neu entstandene Verzeichnis tuxcards-1.1-static und kopieren die Datei tuxcards als root nach /usr/local/bin. Zum Abschluss kopieren Sie noch das Verzeichnis flowers nach /opt/tuxcards/. Jetzt geben Sie die Root-Rechte wieder ab und starten das Programm durch Eingabe von tuxcards & in einem Terminal-Fenster.

Falls Sie es vorziehen, das Programm aus den Quelltexten zu übersetzen, müssen Sie ein wenig Aufwand treiben: Sie benötigen Qt in der Version 3.1.1 oder neuer. Es steht kein configure-Skript zur Verfügung, deshalb müssen die Umgebungsvariablen $QTDIR, $QT_LIBRARY_PATH und $QMAKESPEC korrekt gesetzt sein. $QTDIR zeigt auf das Verzeichnis der Qt-Bibliothek, bei Mandrake Linux 9.1 ist das z. B. /usr/lib/qt3; $QT_LIBRARY_PATH gibt an, wo die Qt-Bibliotheken zu finden sind, und $QMAKESPEC schließlich zeigt auf das Verzeichnis, das die Definitionsdateien für das Programm qmake enthält, welches die Makefiles erstellt. Nach dem Entpacken des auf unserer Heft-CD enthaltenen Quelltextarchives mit dem Befehl tar xzvf tuxcards-1.1.tar.gz wechseln Sie in das Verzeichnis tuxcards-1.1, erzeugen dort mit dem Befehl qmake tuxcards.pro die Makefiles und übersetzen das Programm durch Eingabe von make Ein make install (eingegeben als root) befördert das Programm schließlich in das Verzeichnis /usr/local/bin, so dass Sie es wiederum durch Eingabe von tuxcards & in einem Terminal-Fenster starten können (Abbildung 1).

Abbildung 1: TuxCards

Der Baum wächst

Nach dem ersten Start begrüßt das Programm den Anwender mit einer kurzen Einführung in die Bedienung und einer Übersicht der Tastenkürzel. Diese Datei namens tuxcards_greeting legt das Programm in Ihrem Home-Verzeichnis ab, so dass Sie sie später wieder öffnen können.

Nachdem Sie mit dem Befehl File/New eine neue Datei angelegt haben, zeigt sich in der Baumansicht im linken Teil des Programmfensters ein einsamer Eintrag mit Namen root. Um einen aussagekräftigeren Namen zu vergeben, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den Knoten und wählen aus dem Kontextmenü Change Properties. Es öffnet sich ein Dialog, in dem Sie die Eigenschaften den Knotens bearbeiten (Abbildung 2).

Abbildung 2: Einen Eintrag bearbeiten

Das Textfeld Entry Name nimmt den Namen des Knotens auf. Mit der Option Icon legen Sie fest, ob ein Bildchen den Knoten zieren soll. Ein Klick auf die leere Schaltfläche rechts öffnet einen Dateiauswahldialog, in dem Sie eine Grafik auswählen. Wenn Sie möchten, dass der Eintrag zu einem bestimmten Termin aus der Sammlung verschwindet, markieren Sie die Option Use Expiry Date und wählen ein Datum aus der Liste. Nach Ablauf der eingestellten Frist poppt ein Fenster auf; das Programm fragt dann, ob es den Eintrag tatsächlich löschen soll.

Das Kontextmenü des Knotens erlaubt auch das Einfügen und Löschen neuer Einträge.

Im Textfeld im rechten Teil des Programmfensters geben Sie Ihre Ideen ein. Den Text der Einträge formatieren Sie mit Hilfe der Werkzeugleiste. Es stehen die grundlegenden Formatierungsmöglichkeiten einer einfachen Textverarbeitung zur Verfügung: Sie richten Text links- und rechtsbündig, zentriert oder als Blocksatz aus und weisen dem Text verschiedene Schriftarten und -größen zu. Zur weiteren Formatierung gibt es Vorlagen für Aufzählungen und Numerierungen. Eigene Formatvorlagen lassen sich leider nicht definieren. Über die Menübefehle Extras / Insert Current Date und Extras / Insert Current Time fügen Sie das aktuelle Datum, bzw. die Zeit an der Cursor-Position in den Text ein. Die Funktion Extras / Word Count aus dem Menü teilt Ihnen mit, wie viele Wörter der akutelle Eintrag enthält. Für eine der kommenden Programmversionen plant der Programmautor die Integration von Bildern in die Notizen.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Zettelwirtschaft
    Das KDE-Tool Basket bringt Ordnung ins Informationschaos: Strukturiert erfasst es alle Arten von Notizen und stellt sie übersichtlich dar.
  • XML unter KDE
    Seit ihrer ersten Vorstellung wurde die Extensible Markup Language (XML) als Revolution in der IT-Landschaft gefeiert. Visionäre sahen gar schon das Ende von HTML und des konventionellen Web-Designs gekommen. Zwar hat sich XML inzwischen als wichtiges Datenformat etabliert, doch der Rausch ist vorbei. Es ist ruhiger geworden um XML. Wir zeigen Ihnen, wie Sie unter KDE selbst XML-Dateien erzeugen und bearbeiten können.
  • Einfach ins Körbchen
    Was haben eine Erinnerungsnotiz fürs Zahlen der Telefonrechnung, die URL zu einem nützlichen KDE-Tool samt Screenshot vom Programm und ein Kurzkonzept für den nächsten EasyLinux-Artikel gemeinsam? Nichts, darum speichert man sie nicht in einer Datenbank, sondern im KDE-Tool "Basket".
  • Angetestet
    Notizverwaltung Cherrytree 0.35.8, Prozessor-Identifikator Cpuid 20150606, Sicherheitsprüfer Lsat 0.9.8.2, Mediaplayer-Konsolensteuerung Playshell 0.2rc1
  • Notizen verwalten mit Treeline
    Mit einer Mindmap ordnen Sie Gedanken und Daten über ein Thema zu einem eingängigen Diagramm. Treeline versucht dabei zu assistieren – und offenbart Stärken und Schwächen.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 12/2017: Perfekte Videos

Digitale Ausgabe: Preis € 5,95
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Stellenmarkt

Aktuelle Fragen

Huawei
Pit Hampelmann, 13.12.2017 11:35, 2 Antworten
Welches Smartphone ist für euch momentan das beste? Sehe ja die Huawei gerade ganz weit vorne. Bi...
Fernstudium Informatik
Joe Cole, 12.12.2017 10:36, 2 Antworten
Hallo! habe früher als ich 13 Jahre angefangen mit HTML und später Java zu programmieren. Weit...
Installation Linux mint auf stick
Reiner Schulz, 10.12.2017 17:34, 3 Antworten
Hallo, ich hab ein ISO-image mit Linux Mint auf einem Stick untergebracht Jetzt kann ich auch...
Canon Maxify 2750 oder ähnlicher Drucker
Hannes Richert, 05.12.2017 20:14, 4 Antworten
Hallo, leider hat Canon mich weiterverwiesen, weil sie Linux nicht supporten.. deshalb hier die...
Ubuntu Server
Steffen Seidler, 05.12.2017 12:10, 1 Antworten
Hallo! Hat jemand eine gute Anleitung für mich, wie ich Ubuntu Server einrichte? Habe bisher...