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+++ zaurus +++ zaurus +++ Wie Sharp Anfang Juli verkündete, will die Firma nach Auslauf des Zaurus-Modells SL-5500G den Vertrieb von Linux-PDAs in Deutschland vorerst einstellen. Der Support für bereits verkaufte Geräte wird aber weiterhin gewährleistet. Alle Nachfolger des Zaurus sollen laut Sharp nur in Japan vertrieben werden. Glücklicherweise ist dies aber nicht das Ende für Linux-basierte PDAs in Deutschland, denn die Firma TriSoft (http://www.trisoft.de) will den Vertrieb des Sharp Zaurus SL-C750 übernehmen. Zu diesem Zweck sorgte sie dafür, dass die neuen Modelle das EMV-Prüfsiegel erhielten, ohne das ein Vertrieb in Deutschland nicht möglich ist. Allerdings handelt es sich nach wie vor um die japanische Version: Sie wird mit englischer Tastatur und Oberfläche sowie einer deutschen Kurzanleitung ausgeliefert. Das Originalhandbuch ist weiterhin in Japanisch. Bei einem Preis von 750 Euro wäre ein deutsches Handbuch, und sei es nur als PDF-Dokument, nett gewesen. So müssen sich Hilfesuchende an eines der deutschen Zaurus-Web-Foren wenden.

+++ brother gdi +++ brother gdi +++ Der Einsatz von GDI-Druckern war bis dato unter Linux problematisch: Im Gegensatz zu herkömmlichen Druckern verstehen diese keine der verbreiteten Druckersprachen PCL, ESP und PostScript, sondern beherrschen nur ihren eigenen Dialekt. Als Benutzer ist man in diesem Fall auf die Treiber des Herstellers angewiesen, die in der Regel nur für Windows verfügbar sind. Brother stellt nun erstmals für alle aktuellen GDI-Produkte eigene Linux-Treiber bereit, die mit dem LPR-Drucksystem funktionieren sollen. Damit erschließt Brother dem Linux-Anwender endlich die Welt der günstigen Laserdrucker unter 300 Euro.

+++ openoffice 1.1 +++ openoffice 1.1 +++ Vor wenigen Tag gab OpenOffice (http://www.openoffice.org/) den ersten Release Candidate der kommenden Version 1.1 frei. Gegenüber der stabilen Version 1.0.3.1 wurden besonders die Import- und Exportfunktionen verbessert und erweitert. Damit unterstützt OpenOffice jetzt auch den Im- und Export von Formaten wie Pocket Word, Pocket Excel oder AportisDoc sowie den Export nach XHTML, Text-XML, PDF und in das Flash-Format SWF. Auch FTP-Zugriff auf Dateien ist mit OpenOffice jetzt möglich. Natürlich sind das nur einige der neuen Funktionen. Eine komplette, nach Bereichen gegliederte Liste steht auf der Web-Seite des OpenOffice-Projekts zur Einsicht bereit. Trotz oder gerade wegen der Fülle an Änderungen ist man bei OpenOffice von dem Release Candidate überzeugt und traut ihm zu, für den produktiven Einsatz bereit zu sein. Auch auf den verschiedenen Download-Servern wird Version 1.1rc schon als stabil geführt. Wen nun die Neugierde packt, der kann sich den Release Candidate von einem dem vielen Download-Server herunterladen. (Auf der Heft-CD findet sich eine deutsche Version von OpenOffice 1.1rc2.)

+++ kongresse +++ kongresse +++ Sicherlich ärgert sich der Eine oder Andere, dass er den diesjährigen LinuxTag verpasst hat. Doch der Linux-Kongress-Herbst steht erst noch ins Haus: Den Anfang macht am 11.10.2003 die Practical-Linux-Veranstaltung der Linux User Group Gießen. Wie beim LinuxTag ist der Eintritt auch bei dieser eintägigen Veranstaltung in der Fachhochschule Gießen frei. Ein Programm gibt es zur Zeit noch nicht, da die Anmeldefrist für Referenten noch läuft. In den Vorjahren glänzte die Veranstaltung aber immer durch praxisnahe Vorträge, wie das Netzarchiv belegt.

Wer sich mehr für technischere Themen interessiert, dem sei der Linux-Kongress der German Unix User Group ans Herz gelegt. Dieses Jahr ist Saarbrücken vom 14. bis 16. Oktober Ort des Geschehens. Im Gegensatz zum LinuxTag wird bei dieser Veranstaltung wie bereits in den Vorjahren Eintritt verlangt; der genaue Betrag steht noch nicht fest. Dafür werden dem Teilnehmer hochkarätige Referenten geboten. Linux-Größen wie Olaf Kirch, Holger König, Hans Reiser, Eric Raymond und Jon Maddog Hall sprachen schon auf dieser Veranstaltung und vermittelten Informationen zu Linux-Systemen quasi aus erster Hand. Wer tiefe Einblicke in Technik und System sucht, wird hier sicher fündig.

Columba, Mailen mit Java

Mail-Programme gibt es wie Sand am Meer. Sucht man dagegen einen Mail-Client, der plattformübergreifend verfügbar ist, reduziert sich die Auswahl schon erheblich. Als Java-basiertes Mail-Programm ist Columba (http://columba.sourceforge.net) für den plattformunabhängigen Einsatz prädestiniert, ohne dass der Benutzer auf den von nativen Mail-Clients gewohnten Komfort oder Funktionsumfang verzichten muss. Von der Verwaltung mehrerer Konten pro Benutzer, PGP-Verschlüsselung, Unterstützung verschiedener Mail-Protokolle bis zur gruppierten Nachrichtenansicht reicht der Funktionsumfang. Besonders interessant sind die virtuellen Ordner, die Mails anzeigen, auf die ein bestimmtes Suchmuster passt. Auf diese Weise behält man bei bestimmten Themen oder Schlüsselwörtern in Mailing-Listen leichter den Überblick.

Im Gegensatz zu vielen anderen Mail-Programmen bietet Columba keinen News Reader. Wer einen reinen Mail-Client sucht, kann dies verschmerzen. Allerdings hat das Programm auch einige Schwächen: Beispielsweise ist es via Kontextmenü nicht möglich, einen neuen Unterordner im Standardordner Lokale Ordner anzulegen – Columba quittiert dies wiederholt mit einer Fehlermeldung. Da die komplette Konfiguration in XML-Dateien gespeichert wird, lässt sich ein Ordner notfalls auch von Hand angelegen, sehr benutzerfreundlich ist das jedoch nicht. Weitere Mankos sind die fehlende Drag & Drop-Unterstützung und Fernverwaltung von POP3-Konten. Für letztere existiert zwar ein Menüpunkt, der aber noch ohne Funktion ist. Die Implementierung dieser Funktionen ist für das dritte bzw. vierte Quartal geplant, ebenso wie die Integration von GnuPG und SSL.

Wer sich von diesen Defiziten nicht abschrecken lässt, erhält einen Mail-Client mit viel Potential, der zudem via Plugins beliebig erweiterbar ist. Neben verschiedenen Plugins zum Import von Mail-Verzeichnissen existieren auch welche zur Anbindung des beliebten Spam-Blockers SpamAssassin. Alle Anwender, die Columba testen möchten, können bestehende Mail-Archive im mbox- oder MH-Format problemlos übernehmen: Columba konvertiert sie in sein eigenes Format. Ein Export von Columba-Mail-Archiven hingegen ist derzeit nicht möglich. Löschen Sie deshalb Ihre Mails anfangs nicht vom Server, bis Sie sicher sind, dass Columba auch Ihren Ansprüchen genügt.

Abbildung 1: Auf den ersten Blick unterscheidet sich Columba nicht von reinen Linux-Mail-Clients
Abbildung 2: Die meisten bestehenden Mail-Sammlungen können problemlos übernommen werden

DMines, der Spieleklassiker

Seit Windows 3.1 ist das legendäre Spiel Minesweeper gesellschaftsfähig und wird in etlichen Büros, natürlich nur in der Mittagspause, gespielt. DMines (http://dmines.sourceforge.net/) hat diesen Spielspaß für Linux umgesetzt. Dabei ist die Ähnlichkeit in Funktion und Aussehen mit dem Original verblüffend. Im Gegensatz zum Klassiker ändern bei DMines noch nicht entdeckte oder markierte Minen alle 15 Sekunden ihre Position. Diese nicht deaktivierbare Eigenschaft sorgt zusätzlich zu den drei Schwierigkeitsgraden für einen gewissen Nervenkitzel. Logisches Denken und gesunde Kombinationsgabe sind gefragt. Für DMines gilt wie für sein Vorbild: Vorsicht, Suchtgefahr!

Abbildung 3: Jetzt bloß keinen falschen Schritt machen
Abbildung 4: Zu spät – verloren

dupseek setzt dem Wildwuchs ein Ende

Zwar steigt die Festplattenkapazität von Jahr zu Jahr, dennoch kämpfen viele Benutzer mit dem Problem, dass die eben gekaufte Platte nach sechs Monaten wieder voll ist. Sicher tragen die immer umfangreicheren Software-Pakete ihren Teil dazu bei, der meiste Platz geht aber oft durch doppelt und dreifach vorhandene Dateien verloren. DupSeek (http://www.beautylabs.net/software/dupseek.html) hilft bei der Suche nach solchen Dateien. Im Gegensatz zu anderen Programmen dieser Art berechnet DupSeek keine Prüfsummen zum Vergleich vermeintlich gleicher Dateien. Es sortiert die Dateien nach Größe und beginnt anschließend, gleich große Stücke dieser Dateien einzulesen, um sie zu vergleichen. Sind die Dateien unterschiedlich, stellt sich das schon nach wenigen Bytes heraus. Nur identische Dateien werden somit komplett gelesen. Gerade bei großen Dateien lässt sich so die Arbeitsgeschwindigkeit steigern.

Übergibt man DupSeek außer dem zu durchsuchenden Verzeichnis keine weiteren Parameter, arbeitet es automatisch im interaktiven Modus und fragt bei jeder positiven Übereinstimmung, wie mit den Dateien verfahren werden soll. Alternativ kann es auch autonom laufen und wahlweise doppelte Dateien löschen, durch symbolische Links ersetzen oder nur einen Report ausgeben. Über geeignete Parameter lässt sich das Format des Reports beliebig anpassen oder der gesamte Report zur weiteren Bearbeitung durch xargs umleiten. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Neugierige sollten DupSeek auf jeden Fall einmal im Reportmodus testen: Sie werden sich wundern, wieviele Dateien mehrfach vorkommen.

Abbildung 5: Im interaktiven Modus überlässt Ihnen DupSeek die Entscheidung, wie mit Duplikaten verfahren werden soll

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