Zuschnitt

GIMP können Sie auch dann heranziehen, wenn einzelne Szenen Helligkeitsunterschiede aufweisen (Abbildung 2). Schon bei der Aufnahme sollten Sie die automatische Korrektur nur bei kleinen Helligkeitsunterschieden einschalten, da diese sonst die Differenzen von Bild zu Bild noch verstärkt. Stellen Sie in einem solchen Fall einen Mittelwert ein, und schalten Sie anschließend die Automatik ab. Wird schon am Aufnahmeort deutlich, dass es zu Helligkeitsproblemen kommen wird, empfiehlt es sich, einige der Einstellungen mit unterschiedlicher Blende mehrfach zu schießen.

Abbildung 6: Deutliche Helligkeitsunterschiede in dieser Bildfolge.
Abbildung 7: Gleich mehrere Probleme: Helligkeitsschwankungen und Parallaxfehler.

Letzter wichtiger Punkt bevor es ans Nähen geht: Achten Sie darauf, dass bei den Aufnahmen keine Personen durchs Bild laufen. Problematisch sind insbesondere die Bereiche eines Fotos, die sich mit anderen überlappen. Der Stitcher liefert dann durchsichtige Personen. Wenn eine Person in mehreren Fotos auftaucht, kommt sie natürlich auch im Panoramabild mehrfach vor.

Nadel und Faden

Auf der Homepage der PanoTools [1] finden Sie mehrere Pakete und Programme, deren Namen auf den ersten Blick etwas verwirrend wirken. Als PanoTools wird die Sammlung aller (Hilfs-)Programme bezeichnet; Panorama Tools meint hingegen ein Plugin für Photoshop und die Windows-Version von GIMP. Mit PTViewer existiert außerdem noch ein freies Betrachtungsprogramm für Panoramen. Linuxer laden das Paket hinter dem Link Linux Version Version 2.6b1 (no plugin) herunter. Weiterhin empfiehlt sich ein Blick auf die Linux Examples – hier kommen einige Beispielbilder und eine kurze englische Einführung.

Entpacken Sie das Archiv in ein Verzeichnis Ihrer Wahl (tar xzvf PanoTools.tar.gz). Wechseln Sie ins neue Unterverzeichnis (cd PTLinux), und kopieren Sie von dort (als Benutzer root) die Datei libpano12.so in das Verzeichnis /usr/lib. Stellen Sie weiterhin sicher, dass die Programme im Unterverzeichnis Helpers ausführbar sind. Verändern Sie die Zugriffsrechte entweder mit einem Datei-Manager, wie z. B. Konqueror, oder auf der Kommandozeile mit dem Befehl chmod 755 Helpers/@L: *.

Die grafischen Hilfsprogramme der PanoTools sind in Java geschrieben. Um diese auszuführen benötigen Sie das sogenannte Java Runtime Environment (JRE), bei den meisten Distributionen als Paket dabei. Legen Sie ein neues Verzeichnis an, und kopieren Sie alle Panorama-Fotos in dieses hinein. Am besten nummerieren Sie dazu die Bilder in der richtigen Reihenfolge durch. Dabei spielt es für das spätere Panorama keine Rolle, ob Sie eine Rechts- oder Linksdrehung planen. Die PanoTools können mit den Formaten JPEG, TIFF und PNG umgehen. In unseren Tests gab es allerdings Probleme mit dem TIFF-Format, das übrigens nur unkomprimiert (LZW-Format) vorliegen darf. Im Zweifelsfall hilft eine Konvertierung mit GIMP oder convert aus dem ImageMagick-Paket.

Für das erste Panorama starten Sie auf der Kommandozeile das Programm PTPicker mit dem Aufruf java -jar ptpicker.jar. Tauchen an dieser Stelle Probleme oder Fehlermeldungen auf, kann es sein, dass eine ältere Java-Version installiert ist. In dem Fall können Sie den Aufruf jre -cp ptpicker.jar ptpicker probieren oder eine neuere Java-Version einspielen. Läuft alles glatt, erscheint ein Fenster wie in Abbildung 9. Über den Menüpunkt File/New starten Sie ein neues Projekt. Das Programm fragt an dieser Stelle einige grundlegende Daten ab (Abbildung 8):

  • Panorama Mapping gibt an, wie die Bilder zusammen genäht werden sollen. Für eine Rundumsicht wählen Sie cylindrical.
  • Panorama File Format gibt an, in welchem Dateiformat das Panorama gespeichert werden soll. PTPicker erlaubt hier nur eine kleine Auswahl (vgl. Kasten "Hinter den Kulissen").
  • Image Mapping sollte rectlinear sein. Nur wenn Sie eine Kamera mit Fischaugen-Objektiv ("fisheye lens") besitzen, das eine gekrümmte, Fischaugen ähnliche Perspektive erzeugt, wählen Sie hier fisheye.
  • Focal Length (mm) meint die Brennweite der Kamera in Millimeter. Sofern die Brennweite nicht bekannt ist, übernehmen Sie hier zunächst die voreingestellten 35.
  • Image Count gibt die Anzahl der Bilder an, aus denen das Panorama zusammen gesetzt werden soll.
Abbildung 8: Das richtige Schnittmuster – PTPicker.

Nach dem Klick auf Ok fordert PTPicker Sie nun auf, die neue Projektdatei zu speichern. Wichtig ist hierbei, dass diese im gleichen Verzeichnis liegt wie die Einzelbilder und dass Sie unbedingt die Dateiendung .txt anhängen. Diese Textdatei darf auch mit einem Texteditor bearbeitet werden (Kasten "Hinter den Kulissen").

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