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Studio K

Musik-Aufnahme, -Konvertierung und -Wiedergabe unter KDE

Von der Schallplatte zur Klangdatei

Komplizierter gestaltet sich das Digitalisieren von Liedern von einer Schallplatte. Statt in krec eine einzelne Datei auszuwählen, öffnet man mit [Strg-N] oder über den Menüpunkt Datei / Neue Sitzung einen Bereich, naheliegenderweise mit dem Namen der Platte, der die zu rippenden Dateien aufnimmt. Ein Rechtsklick auf diesen neuen "Sitzungseintrag" öffnet das Kontextmenü, das es mit Neue Datei erlaubt, die Zieldatei für den ersten Track zu erstellen. Ihr gibt krec den Sitzungsnamen und hängt als Endung -01.raw an. Auf diese Weise legt man soviele Dateien an, wie das Vinyl Stücke enthält. Bei deren Taufe zählt krec die Zahl vor dem Punkt automatisch hoch (Abbildung 6).

Abbildung 6: Die Lieblingsplatte in krec

Für den ersten Song wählt man die erste Datei aus und drückt den roten Knopf. Am Ende des Liedes stoppt man die Aufnahme mit dem Stopp-Button manuell. Dieselbe Prozedur wiederholt sich bei @L: *-02.raw usw.

Hat man die Platte durch, liegen alle Stücke in einzelnen Dateien im Rohformat vor. Leider ist dieses in der Praxis kaum brauchbar, so dass man die Dateien erst passend – etwa nach Ogg Vorbis – umwandeln muss. Soll die Schallplatte hingegen auf CD archiviert werden, spart man sich den prozessorlastigen Komprimierungsprozess und konvertiert ins Wave-Format.

Ob Ogg, MP3 oder Wave – an dieser Stelle ist KDE mit seinem Latein zu Ende. Doch springt das Kommandozeilen-Tool SoX ("Sound exchange" [7]),das nicht ganz zu Unrecht selbsternannte "Schweizer Taschenmesser" unter den Sound-Bearbeitungsprogrammen, in die Bresche:

sox -r 44100 -c 2 -s -w test-01.raw test-01.ogg

konvertiert die aufgenommene Datei test-01.raw in die Ogg-Vorbis-Datei test-01.ogg. Soll eine Wave-Datei anstelle von Ogg Vorbis entstehen, ändert man einfach den Namen der Ausgabedatei in test-01.wav. SoX erkennt an der Endung, welches Ausgabeformat es wählen soll. Der Parameter -r 44100bewirkt, dass die Datei mit einer Samplingrate von 44100 Hertz kodiert wird. Handelt es sich um eine Stereo-Aufnahme (der Normalfall), setzt -c 2 die Anzahl der Kanäle auf zwei fest. Bei Mono-Aufnahmen heißt der entsprechende Parameter -c 1. -s und -w legen Details über das Ausgangsformat fest; Details gibt die SoX-Manpage mit man sox preis.

Schluss mit "stop and go"

Eine gesamte Plattensammlung nach diesem Verfahren – Datei anlegen, Aufnahme starten, Aufnahme stoppen, das Ganze von vorn – zu digitalisieren, ist Fleißarbeit. Da kommt das – ebenfalls textbasierte – Programm gramofile [8,11] gerade recht, das in einer großen, eine ganze Platte umfassenden Wave-Datei die einzelnen Stücke erkennt. Statt einzelner Tracks nimmt man so mit krec die gesamte Schallplatte in eine einzige Datei auf und wandelt diese ins Wave-Format um.

Im gramofile-Hauptmenü (Abbildung 7) wählt man anschließend Punkt 3 Locate tracks und anschließend das aufgenommene Wave-File aus. Das Tool erstellt eine Analyse, die es in einer .tracks-Datei speichert. Markiert man danach Punkt 4 Process the audio signal, teilt es das Wave-File entsprechend der darin abgelegten Angaben in die gefundenen Lieder auf.

Abbildung 7: Wer das Kommandozeilen-Tool Gramofile zur Hilfe nimmt, erspart sich Arbeit in krec

Ein weiteres Konsolen-Programm namens normalize [9] passt die Lautstärke verschiedener Wave-Dateien einander an:

normalize -b track-01.wav track-02.wav […]

Das macht sich insbesondere dann bezahlt, wenn Stücke, die gemeinsam auf eine CD gebrannt werden sollen, von verschiedenen Quellen mit voneinander abweichenden Lautstärken stammen. Ganz ohne Kommandozeilenhelfer geht es unter KDE halt doch noch nicht.

Glossar

Daemon

Unter Unix Bezeichnung für einen Server, der die ganze Zeit über im Hintergrund läuft und darauf wartet, dass andere Programme seinen Dienst in Anspruch nehmen.

Bus

In diesem Zusammenhang eine dynamisch erzeugte Verbindung zum Transport von Audiosignalen. aRts benutzt solche Busse beispielsweise für die Ausgabe von Klängen aus verschiedenen Quellen auf einem Ausgang der Soundkarte.

I/O-Slave

Ein Input-/Output-Slave ist ein Hintergrund-Programm, das von KDE-Anwendungen Daten annimmt und sie entsprechend weiterverarbeitet wieder zurückgibt.

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