KDE-Applikationen in Shell-Skripten

Die Kommandozeilenapplikation scp dürfen KDE-User somit zwar getrost vergessen, andererseits sorgt die Skriptbarkeit von KDE-Programmen bei dem einen oder der anderen möglicherweise überhaupt erst dafür, sich näher mit der Befehlszeile und speziell mit Shell-Skripten zu befassen. Das entscheidende Stichwort liefert George: "Das Feature für Power-User ist für mich kdcop (Abbildung 4), ein grafisches Tool, mit dem User den Anwendungen über das 'Desktop Communication Protocol' DCOP Nachrichten senden können. Damit lassen sich interessante Dinge anstellen, zum Beispiel die Fenstergrößen verändern, Dateien speichern und vieles mehr.

Abbildung 4: Schnell mal den Bildschirmschoner abschalten

Wenn Sie zum Beispiel das KDE-Panel Kicker neu starten wollen (etwa weil Sie ein Kicker-Applet oder eine -Erweiterung entwickeln), klicken Sie einfach auf das Pluszeichen vor dem kicker-Eintrag und vor dem daraufhin zugänglichen Punkt Panel. Wählen Sie jetzt die Funktion restart() an, startet Kicker neu.

Sie möchten temporär den Bildschirmschoner deaktivieren? Dazu klicken Sie wie in Abbildung 4 auf kdesktop / KScreensaverIface / bool enable(bool e) und machen kein Kreuz bei Wert." Damit steht der Wert auf "falsch", also auf "nicht eingeschaltet" ("not enabled").

All diese, von kdcop aufgeführten Funktionen lassen sich auch in Shell-Skripten verwenden, so zum Beispiel in rmcookies aus Listing 1. "Die hier zur Manipulation von Cookies verwendeten Schnittstellen finden Sie, wenn Sie unter kded / kcookiejar stöbern."

Listing 1

<I>rmcookies<I> löscht Cookies

#!/bin/sh
#
# Dieses Skript loescht Cookies, die die als Argument ($1) angegebene
# Domain gesetzt hat
echo "Loesche die Cookies von $1:"
dcop kded kcookiejar "findCookies(QString)" "http://$1"
dcop kded kcookiejar deleteCookiesFromDomain ".$1"

Ruft man das Skript zum Beispiel mit

sh rmcookies pravda.ru

auf, findet und löscht es alle Cookies, die der pravda.ru-Web-Server gesetzt hat.

Konqueror für Power-User

Eines der berühmtesten KDE-Features ist wohl der Google-Shortcut in Konqueror: Sobald Sie im Adressfeld

gg:Stichwort

eingeben, bekommen Sie die Suchresultate dieser Suchmaschine angezeigt. Wie Sie solche Shortcuts selbst definieren, erklärt Daniel Molkentin: "Rufen Sie den Konqueror-Konfigurationsdialog unter Einstellungen / Konqueror einrichten auf, und wählen Sie den Punkt Web-Tastenkürzel (in älteren Versionen Erweitertes Web-Browsen). Über den Hinzufügen...-Knopf tragen Sie neue Suchmöglichkeiten ein. Sie finden die in diesem Dialog abgefragten Punkte nicht selbsterklärend? Dann klicken Sie auf den Fragezeichen-Knopf in der Titelleiste und mit dem nun als ? geformten Cursor auf das Feld, dessen Zweck unklar ist.

Auf die Art und Weise können Sie Suchfunktionen fast jeder Website über ein Kürzel zugänglich machen – sofern die über das HTTP-GET-Kommando laufen. Für KDE 3.2 habe ich übrigens ein neues Kürzel dieser Art, wp:Stichwort, für http://www.wikipedia.org/ eingefügt. Der Clou dabei: Wenn Sie Deutsch als Sprache für Ihren Desktop eingestellt haben, landen Sie automatisch bei der deutschen Ausgabe der freien Enzyklopädie."

Da stehen nun die Suchergebnisse im Browser, man klickt auf einen Link – und muss mühsam über den Pfeil-Knopf in der Werkzeugleiste zurück zu den Suchergebnissen, wenn der erste Treffer sich doch nicht als das Wahre herausstellte. Charles Samuels, der Entwickler des KDE-Mediaplayers Noatun, kennt eine Lösung für das Problem: "Klicken Sie mit der rechten Maustaste unten auf die Konqueror-Statuszeile, und wählen Sie den Punkt Ansicht in linke und rechte Hälfte teilen aus (den Sie übrigens auch im Fenster-Menüpunkt finden). Das Fenster mit den Suchergebnissen teilt sich dadurch in zwei Hälften, die per Default unabhängig voneinander sind. Wenn Sie in der aktiven der beiden (der zuletzt angeklickten, erkennbar am grünen Punkt links unten) aus dem Kontextmenü der Statuszeile den Punkt Ansicht einfrieren wählen, bleibt deren Inhalt zukünftig erhalten.

Abbildung 5: Suchergebnisse im Web lassen sich in voneinander abhängigen Konqueror-Fenstern einfacher durchforsten

Jetzt klicken Sie auf eines der beiden quadratischen Kästchen in der Statuszeile rechts unten (Abbildung 5). Wählen Sie nun in der eingefrorenen Ansicht einen Link an, erscheint dessen Zielseite im anderen Fenster. Dieses Verhalten ist natürlich nicht nur auf's Web beschränkt – es hilft auch beim Durchstöbern lokaler Verzeichnisse oder wenn Sie sich Dateien in einem eingebetteten KPart wie dem Texteditor Kate oder KWord anzeigen lassen."

Wollen Sie beide Teilfenster wieder unabhängig voneinander benutzen, denken Sie daran, dass Sie nicht nur deren Verknüpfung lösen, sondern auch den eingefrorenen Zustand über das besagte Kontextmenü aufheben müssen – sonst weigert sich Konqueror mit nicht gerade intuitiven Fehlermeldungen, den Inhalt des Fensters zu ändern.

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