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KDE-Entwickler/innen und ihre Pläne für die KDE-Konferenz in Nové Hrady

01.09.2003 Treffen sich KDE-Entwickler/innen in persona, kommen dabei in der Regel handfeste Änderungen und Ergänzungen am Quellcode heraus. Grund genug, sich im Vorfeld der KDE-Konferenz im August umzuhören, welche Pläne es bereits gibt.

Größer, länger, umfassender: Wenn sich die KDE-Gemeinde Ende August zur "KDE Contributor Conference Kastle" im südböhmischen Nové Hrady trifft, ist das in mehrerlei Hinsicht ein Novum. Nie zuvor gab es ein KDE-Projekt-Treffen, das sich explizit nicht nur an KDE-Programmierer/innen, sondern gleichberechtigt an Übersetzer/innen, Künstler/innen, Verfasser/innen der KDE-Dokumentation, Tester/innen und grundsätzlich alle richtet, die in irgendeiner Weise zum Projekt beitragen. Vom 25. bis 30. August werden im Neuen Schloss (Nové Hrady) des Instituts für Physikalische Biologie der Universität Südböhmen die Köpfe und Tastaturen rauchen, damit bereits kurz nach der Abreise der Feature Freeze für KDE 3.2 in Kraft treten kann. Zuvor – die zweite Neuheit – sorgt ein zweitägiges Konferenz-Programm [2] am 23. und 24. August am selben Ort nicht nur für die Wissensvermittlung innerhalb des Projekts, sondern wendet sich an die interessierte Öffentlichkeit [1] überhaupt.

Bessere Usability, weniger Bugs

Wenn man sich schon so selten persönlich trifft, verlässt man sich besser nicht nur auf die Gruppendynamik, der zweifelsohne jede Menge interessanter Ideen entspringen, sondern hat bereits ein paar eigene Pläne mit im Gepäck. Daher fragten wir einige KDE-Entwickler und -Entwicklerinnen im Vorfeld, was KDE-User von der Woche intensiven Diskutierens, Planens, Programmierens und hoffentlich auch Dokumentierens erwarten dürfen. Eva Brucherseifer, die mit anderen das KDE-Edutainment-Paket kdeedu aus der Taufe hob und heute neben dem Programmieren als einer der vier Vorstände des KDE e.V. eine Menge organisatorische Arbeit leistet, wird nicht nur mit der Mitgliederversammlung am Freitag vor der Konferenz beschäftigt sein: "Am Samstag präsentiere ich die Ergebnisse einer Benutzbarkeitsstudie, in deren Rahmen 80 Windows-User Linux und KDE vorgesetzt bekamen. Hoffentlich können wir zumindest einige der dort aufgetretenen Probleme anschließend lösen."

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Eva Brucherseifer

Genau das, nämlich bestehende Fehler zu beheben, plant auch George Staikos, seines Zeichens KWinTV-Maintainer und Hans Dampf in allen KDE-Gassen: "In erster Linie werde ich mich wohl auf Bugs in Konqueror und der JavaScript-Implementation, auf Speicher-Fehler und Memory-Leaks, die die Performance beeinträchtigen, und grundsätzliche Stabilitätsprobleme stürzen. Hoffentlich bleibt auch noch Zeit, an der Skriptfähigkeit von KDE-Anwendungen weiterzuarbeiten. Bereits jetzt lassen sich mehr Dinge durch Skripte steuern, als die meisten User ahnen (Stichwort DCOP), und in KDE 3.2 soll das noch weitergehen".

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George Staikos

Während sich George zu diesem Zweck in die KDE-Randgebiete von kdebindings begeben wird, will KWin-Maintainer Lubos Lunák mit anderen Entwicklern über Funktionen sprechen, mit denen der Window-Manager als Herzstück des Desktops den Code "normaler" Applikationen entlasten kann: "Momentan implementieren verschiedene Anwendungen (zum Beispiel Konqueror oder KDevelop) jeweils einzeln für sich das 'Multiple Document Interface' MDI", eine Anordnung, bei der sich mehrere Programmfenster in einem größeren Fenster befinden, anstatt einzeln auf dem Desktop zu liegen.

"Für KDE 3.2 lagern wir diese Funktionalität in eine eigene Bibliothek aus, damit die Applikationen in diesem Punkt einheitlicher werden. Als wir das auf der kdecore-devel-Mailing-Liste besprachen, kam die Idee auf, MDI-Unterstützung im Window-Manager einzubauen. Das hört sich vernünftig an – schließlich ist KWin der Spezialist, der die Fenster auf dem Desktop dirigiert, und kann als solcher verschiedene Dinge tun, die einfache Applikationen nicht oder nur schwer hinbekommen. Wenn sich im Rahmen der Diskussionen in Nové Hrady sinnvolle Hinweise in diese Richtung ergeben, werde ich versuchen, dieses Feature für KDE 3.3 zu implementieren.

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Lubos Lunák

Aus User-Sicht könnten dabei zum Beispiel Tabs wie in Fluxbox oder PWM [3] herauskommen", bei denen ein Fenster mehrere Karteikartenreiter mit verschiedenen Applikationen enthält.

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David Faure

Auch Konqueror- und KWord-Maintainer David Faure möchte das "Hacking Festival" im Anschluss an die Vortragstage dazu nutzen, "an Problemen zu arbeiten, für deren Lösung ich die Hilfe anderer benötige. Da Werner Trobin da sein wird, werde ich mich vermutlich mit dem MS-Word-Import-Filter für KWord befassen. Vielleicht versuche ich auch, an der Text-Darstellung in KOffice zu arbeiten, die JavaScript- und DHTML-Unterstützung in Konqueror zu verbessern oder – zusammen mit Simon Hausmann – Kern-Funktionalität wie das XML-GUI-Merging zu überarbeiten." Letzteres tritt auf, wenn eine Applikation KParts oder Plugins in sich aufnimmt, die ihrerseits Menüpunkte mitbringen. Eine XML-Datei beschreibt, an welcher Stelle diese in die Applikation "eingehängt" werden.

Kontakt-Freude

Ein ganz konkretes Ziel hat das KDE-PIM-Team: das neue KDE-Framework Kontact für das "persönliche Informationsmanagement" von E-Mails, Terminen, Aufgaben, Notizen und Kontakten Release-fähig zu machen. Anders als MS Outlook und Evolution basiert Kontact auf einem modularen Ansatz: Die Anwenderin bestimmt, welche bereits vorhandenen PIM-Anwendungen (zum Beispiel KMail, KOrganizer oder das KAddressbook) sie unter dem Dach von Kontact zusammenführt und welche sie separat oder gar nicht benutzt.

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Cornelius Schumacher

Zu den damit befassten Programmierern gehören Cornelius Schumacher und Daniel Molkentin. "Um mit KDE 3.2 die erste stabile Version zu veröffentlichen, müssen wir noch eine ganze Reihe offener Probleme lösen. Aber das Treffen bietet dazu eine einmalige Gelegenheit, da dort die Entwickler der verschiedenen Komponenten zusammenkommen", sagt Cornelius, und Daniel ergänzt: "Eines dieser Probleme ist die Konfiguration. Stellen Sie sich vor, wir würden einfach die Konfigurationsdialoge aller Kontact-fähigen Anwendungen zusammenwerfen, da würde ja niemand mehr durchsehen!"

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Daniel Molkentin

Daniels Pläne für Kontact beziehen sich in erster Linie auf die Unterstützung des Kolab-Servers [4], einer auf freier Software basierenden Groupware-Lösung, entwickelt im Auftrag des "Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik" (BSI): "Unterstützung für MS Exchange 2000 hinzubekommen, wäre auch toll, aber das ist momentan nicht unser vorrangiges Ziel. Wir setzen den Schwerpunkt für das erste Kontact-Release erst einmal auf Konsistenz, Stabilität und die Anbindung an Kolab."

Von Kontact abgesehen, kann sich auch Cornelius nicht über mangelnde Betätigungsfelder beklagen: "Außerdem habe ich vor, am Synchronisationswerkzeug KitchenSync [5] zu arbeiten, und der eine oder andere Bugfix für KOrganizer wird sicher auch abfallen."

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LinuxUser 05/2014

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