K-tools

Aus LinuxUser 09/2003

K-tools

Die Geheimnisse der KDE-Kommandobrücke

Sound-System, Look & Feel oder Tastaturlayout – unter KDE lassen sich all diese Feinheiten ganz einfach via Maus und KDE-Kontrollzentrum den eigenen Wünschen anpassen

K-tools

In dieser Rubrik stellen wir Monat für Monat Tools vor, die sich bei der Arbeit unter KDE als besonders nützlich erweisen, eine Aufgabe erfüllen, die sonst geflissentlich unbeachtet bleibt, oder einfach nur zu den netten Dingen im Leben gehören, die man – einmal entdeckt – nicht mehr missen möchte.

Seien es Fenstereigenschaften, das Surfverhalten des Konqueror oder das KDE-Soundsytem: Dank des KDE-Kontrollzentrum liegt das Herumfiddeln in unübersichtlichen Konfigurationsdateien schon lange hinter uns, und der maßgeschneiderte Desktop ist nur ein paar Mausklicks entfernt.

Die Kehrseite der Konfigurationsvielfalt: Vor lauter Features, Häckchen und Knöpfchen verliert so mancher in der Kommandozentrale von KDE den Überblick. Grund genug für uns, mit Ihnen einen zweiten Blick auf die eine oder andere Sektion des Kontrollzentrums zu werfen.

Starten Sie dazu erst einmal die virtuelle Kommandobrücke via K-Button / Einstellungen / Kontrollzentrum. Rechts finden Sie einen kurzen Überblick über Ihr System, links befinden sich übersichtlich angeordnet die verfügbaren Module des Kontrollzentrums.

In der KDE-Voreinstellung ist der Tab Index aktiviert, der Ihnen die schon erwähnte Modul-Übersicht bereitstellt. Mit einem Klick auf das jeweilige Modul öffnen sich weitere Unterverzeichnisse mit zusätzlichen Auswahlmöglichkeiten. Sollten Sie sich nicht sicher sein, mit welchem Modul sich Ihr Änderungswunsch erreichen lässt, hilft der Tab Suchen weiter.

Geben Sie einfach im Feld Suchen den von Ihnen gewünschten Begriff ein – schon erscheinen in der Stichwortliste darunter mehrere zum Begriff passende Einträge. Klicken Sie einen der Einträge an, wird Ihnen im Ergebnisfeld das oder die Module angezeigt, in denen Sie Einstellungen zum gesuchten Themenkomplex vornehmen können.

Abbildung 1: Der Index und das Suchfeld helfen bei der Orientierung im Kontrollzentrum

Abbildung 1: Der Index und das Suchfeld helfen bei der Orientierung im Kontrollzentrum

Beginnen wir – der Ordnung halber – unseren Rundgang durch die wichtigsten Sektionen des Kontrollzentrums ganz oben mit dem Punkt Angeschlossene Geräte / Maus. Spannend für alle Windows-Umsteiger dürfte hier vor allem das Feld Doppelklick zum Öffnen von Dateien/Ordern (bei Einfachklick nur auswählen) sein.

Aktivieren Sie es, verhält sich KDE beim Öffnen einer Datei, Anwendung etc. genau wie Windows. Neu-Linuxer sollten sich dieses Feature auf jeden Fall zunutze machen, sonst kann es leicht passieren, dass Sie durch den gewohnten Doppelklick gleich mehrere Fenster statt nur einem öffnen.

Wer das Feld Symbole automatisch auswählen aktiviert, erreicht damit, dass das jeweilige Symbol nach Ablauf der Verzögerung, die sich mit dem Schieberegler darunter festlegen lässt, automatisch angewählt wird. Ein Tipp: Lassen Sie die Voreinstellungen Zeigerform über Symbolen verändern und Optische Rückmeldung bei Aktivierung eingeschaltet – nur so erfahren Sie direkt, ob im Falle eines Klicks tatsächlich etwas passiert.

Im Tab Erweitert (Abbildung 2) passen Sie die Mausbeschleunigung Ihren persönlichen Vorlieben an. Je höher Sie den Wert hier festlegen, desto schneller bewegt sich die Maus – ab einem gewissen Tempo besteht Schwindelgefahr. Mit dem etwas kryptischen Schwellenwert für Zeiger ist die Entfernung gemeint, die der Zeiger innerhalb kurzer Zeit zurücklegen muss, bevor eine beschleunigte Bewegung stattfindet.

0 schaltet dieses Verhalten ganz aus. Mit dem Doppelklick-Abstand legen Sie fest, wie viel Zeit zwischen zwei Klicks verstreichen darf, damit diese noch als Doppelklick aufgefasst werden. Besitzer einer Wheel-Maus sollten einen Blick auf Mausrad erzeugt Bildlauf um werfen: Verwenden Sie diesen Schieberegler um festzulegen, wie viele Textzeilen eine Raste des Mausrades das Bild weiterlaufen lässt.

Abbildung 2: Je höher der Schwellenwert, desto schneller wird Ihr Nager

Abbildung 2: Je höher der Schwellenwert, desto schneller wird Ihr Nager

Es fensterlt

Mit Arbeitsfläche / Fenstereigenschaften kriegen Sie das Zusammenspiel der Fenster mit Tastatur und Maus in den Griff. Bestimmen Sie beispielsweise mit dem Tab Aktivierung im Bereich Aktivierung, durch welche Mausaktion das aktive Fenster wechselt. Was Sie hier einstellen, ist Geschmacksache. Einen Versuch ist die Kombination von Aktivierung unter Mauszeiger und Autom. nach vorne wert, durch die jenes Fenster aktiviert und in den Vordergrund geholt wird, über welchem Ihr Mauszeiger liegt. Das Nach-vorne-Rücken können Sie dabei über den Schieberegler zeitlich verzögern.

An das Wechseln zwischen den Fenstern per Tastatur haben die Entwickler ebenfalls gedacht. Ganz allgemein zirkulieren Sie in KDE mit gleichzeitigem Drücken der [Alt]- und der [Tab]-Taste durch die geöffneten Fenster und holen diese so reihum in den Vordergrund. Aber damit nicht genug: Sie können das Verhalten sogar noch weiter dahingehend differenzieren und bestimmen, ob Sie den Alt-Tabulator-Modus KDE- oder CDE-like haben wollen.

Bei KDE wird beim Drücken von [Alt-Tab] ein Icon-Menü wie bei Win9x angezeigt, in dem alle laufenden Programme aufgeführt sind. Mit jedem weiteren Druck auf [Alt-Tab] wandern Sie in der Liste weiter und heben das jeweilige Programm in den Vordergrund. Bei CDE (dem in der Welt der kommerziellen Unix-Betriebssysteme verbreiteten Common Desktop Environment) wechseln Sie mit [Alt-Tab] zwischen den Fenstern, die auch wirklich auf dem Desktop zu sehen sind, hin und her.

Auf dem Tab Aktionen (Abbildung 3) legen Sie fest, welche Aktionen Sie mit welcher Maustaste verbunden wissen wollen. KDE selbst unterscheidet dabei zwischen aktiven und inaktiven Fenstern, inneren Fenstern etc. und bietet Ihnen in einem Pull-down-Menü die verschiedensten Reaktionen an, die Sie mit der linken, rechten oder mittleren Maustaste verbinden können. Wie Sie das im Einzelnen organisieren, bleibt hier wieder ganz Ihrem Gusto überlassen.

Noch ein kleiner Hinweis zum Punkt Doppelklick auf die Titelleiste. Belassen Sie es ruhig bei der Voreinstellung Fensterheber. Falls Sie mit diesem Begriff nichts anfangen können: Bei zweimaligem Klicken fährt hier das Fenster wie ein Rollladen hoch, so dass nur die Fensterleiste bleibt. Das ist unheimlich praktisch, um sich kurz einen Überblick auf den Desktops zu verschaffen.

Abbildung 3: Richten Sie sich das Zusammenspiel von Maus und Fenster ganz nach Ihrem Gusto ein

Abbildung 3: Richten Sie sich das Zusammenspiel von Maus und Fenster ganz nach Ihrem Gusto ein

KDE setzt Ihnen beim Fensterln kaum Grenzen. So können Sie etwa in den letzten beiden Tabs Verschieben und Erweitert einstellen, ob KDE beim Verschieben der Fenster mit der Maus den Fensterinhalt anzeigen soll oder ob nur der Umriss dargestellt wird. Gleiches gilt für Fensterinhalte bei Größenänderungen.

Doch Vorsicht: Hierbei handelt es sich zwar um ein schickes optisches Gimmick, allerdings versteckt sich dahinter ein immenser Ressourcenfresser. Besitzer schmalbrüstiger Rechner deaktivieren dieses Feature lieber. Sehr viel sinnvoller ist da schon die Option Platzierung auf dem Tab Verschieben.

Mit der Einstellung Ökonomisch sorgt KDE dafür, dass neu geöffnete Fenster so auf dem Desktop angeordnet werden, dass sie sich gegenseitig so wenig wie möglich überdecken – und das alles ohne Ihr Zutun.

Wer mit dem Begriff Einrastzonen nichts anfangen kann: Diese wirken wie ein magnetisches Feld entlang der Ränder von Fenstern und der Arbeitsoberfläche. Nähert sich ein Fenster einem anderen, rastet es ein. Mit Rand-Einrastzone legen Sie die Einrastzonen für die Arbeitsoberflächenränder fest.

Verschieben Sie ein Fenster in eine dieser Zonen, rastet es an einer Ecke der Arbeitsoberfläche ein. Fenster-Einrastzone legt die gleiche Zone für Fenster fest. Wie beim Arbeitsflächenrand rastet ein Fenster an der Ecke ein, wenn es in die Einrastzone eines Anderen gerät. Aktivieren Sie zusätzlich Fenster nur andocken, wenn sie überlappen, rasten die Fenster nur dann ein, wenn sie sich überlappen.

Beauty-Abteilung

Zwar dreht sich der Punkt Erscheinungsbild & Design vorrangig um visuelle Feinheiten wie Bildschirmschoner, Hintergundbilder oder Themes, dennoch haben die Entwickler hier ebenfalls den einen oder anderen Punkt versteckt, der das tägliche Arbeiten mit Anwendungen erleichtert. Das beweist der Punkt Programmstart-Anzeige.

Manchmal kann es nützlich sein, eine Rückmeldung zu erhalten, wenn ein Programm gestartet wurde. Wie diese ausschauen soll, legen Sie in diesem Modul fest. Entscheiden Sie sich für Aktivitätsanzeige einschalten, wenn die Rückmeldung via Mauszeiger erfolgen soll. Wollen Sie es dabei zusätzlich noch blinken lassen, versehen Sie auch Blinkeffekt aktivieren mit einem Häkchen.

Möchten Sie die Rückmeldung lieber über die Kontrollleiste erhalten, aktivieren Sie stattdessen Anzeige in der Fensterleiste aktivieren. In beiden Fällen können Sie übrigens noch angeben, wie lange die Anzeige aktiv sein soll.

Internet & Netzwerk

Dieser Bereich deckt alle Einstellungen ab, die mit dem Netzwerk zu tun haben. Das Hauptaugenmerk gilt hier der eierlegenden Wollmilchsau des KDE-Projekts, dem Konqueror – und zwar konkret in seiner Rolle als Internet-Browser.

Die meisten Punkte unter Web-Browser dürften selbsterklärend sein, so dass wir uns hier mit den Punkten begnügen, die weniger offensichtlich sind: beispielsweise Browser-Identifizierung. Sie mögen sich vielleicht über die Passkontrolle für einen Web-Browser wundern, aber so etwas gibt es tatsächlich. Denn jeder Browser sendet einen so genannten UserAgent-String aus.

Manche Web-Server werten diesen aus und senden abhängig davon, welchen String sie empfangen, unterschiedliche Seiten zurück. Möchten Sie daher im immer noch Internet-Explorer-dominierten Internet auf Nummer Sicher gehen, so gibt Ihnen dieser Bereich die Möglichkeit, statt des Konqueror-Strings Mozilla/5.0 (compatible; Konqueror/3.1;Linux) die Kennung Internet Explorer auszusenden. Dabei geht der Konqueror sogar so weit, Sie diese Aktionen auf bestimmte Server beschränken zu lassen.

Wichtig ist der Bereich Plugins. Bereits seit einigen Versionen ist der Konqueror in der Lage, Plugins von Netscape und Mozilla zur Darstellung spezieller Inhalte zu verwenden. So gibt es beispielsweise für Linux ein Flash-Plugin von Shockwave.

Damit der Konqueror die Plugins verwenden kann, tragen Sie diese im Tab Plugins ein (Abbildung 4). Haben Sie also Netscape ein paar neue Plugins spendiert, sollten Sie auf jeden Fall im Tab Durchsuchen den Button Nach neuen Plugins suchen anklicken, um diese für den Konqueror nutzbar zu machen. Noch cleverer ist es, hier direkt das Feld Beim Start von KDE nach neuen Plugins suchen zu aktivieren – KDE macht sich dann bei jedem KDE-Start selbständig auf die Suche.

Abbildung 4: Der Konqueror kommt ganz wunderbar mit den Plugins anderer Browser klar

Abbildung 4: Der Konqueror kommt ganz wunderbar mit den Plugins anderer Browser klar

In der Standardversion öffnet der Konqueror beim Surfen für jede Internet-Seite ein neues Fenster. Seit kurzem besteht aber auch die Möglichkeit, wie etwa bei Opera mehrere Karteikarten innerhalb eines Fensters zu öffnen. Falls Sie unter dem Menüpunkt Verhalten / Verknüpfungen in Unterfenstern anzeigen statt in extra Fenstern aktivieren, haben Sie künftig die Möglichkeit, mit einem Klick der mittleren Maustaste einen Link in einer neuen Karteikarte zu öffnen.

Falls Sie dieses so genannte Karteikarten-Browsen verwenden, können Sie zudem auswählen, ob eine neu geöffnete Karteikarte die aktive, sprich vordere Karteikarte wird oder in den Hintergrund geht – je nachdem, ob Sie bei Neue Unterfenster auto. aktivieren ein Häkchen setzen oder nicht.

Falls Sie ein Konqueror-Fenster schließen, das mehrere Karteikarten offen hat, wird Konqueror fragen, ob das Fenster wirklich geschlossen werden soll. Dieses Verhalten lässt sich mit dem Ankreuzfeld Beim Schließen von Mehrfachfenstern Bestätigung verlangen an- und ausschalten.

Vielleicht haben Sie sich schon einmal über die auf vielen Web-Seiten so beliebten animierten GIF-Bilder geärgert. Wenn ja, werden Sie das Feld Animationen lieben: Hier können Sie den nervenden Animationen mit der Einstellung Deaktiviert elegant den Saft abdrehen. Mit Nur einmal anzeigen wird die Animation nur einmal durchgeführt, auch wenn sich in der GIF-Datei andere Anweisungen befinden.

Noch ein Wort zu Internet & Netzwerk / Einstellungen. Damit beeinflussen Sie das Verhalten von KDE-Anwendungen in Netzwerken, etwa in dem Sie die Zeitlimits variieren. Beispielsweise bietet es sich bei einer langsamen Verbindung an, die Zeit, bis eine Fehlermeldung wegen Zeitüberschreitung zurückgeliefert wird, zu erhöhen.

KDE-Komponenten

Oft benötigte Funktionen wie etwa Editoren, Mail-Programme oder Terminal-Emulatoren werden bei KDE in so genannten Komponenten abgelegt. Andere Anwendungen können diese Angebote dann nutzen.

Möchten Sie beispielsweise ein bestimmtes E-Mail-Programm zum Senden und Empfangen Ihrer elektronischen Korrespondenz aus anderen Programmen heraus einsetzen, teilen Sie dies KDE einfach unter dem Punkt Komponenten-Auswahl im Bereich Mail-Programm mit.

Das kann der hausinterne Mailer KMail oder auch ein textbasiertes E-Mail-Programm wie Mutt sein. Entscheiden Sie sich für letzteres, müssen Sie zusätzlich In Terminal starten aktivieren.

Regional-Einstellungen & Zugangshilfen

Arbeiten Sie an Ihrem Rechner mehrsprachgig, möchten Sie wahrscheinlich je nach Sprache die zugehörige Tastatur verwenden. Das ist kein Problem dank dem Punkt Tastaturlayout. Wählen Sie dazu den Punkt Tastaturlayouts aktivieren an. Unter Tastaturtyp stellen Sie die Art Ihrer Tastatur ein. Die standardmäßig verwendete Sprache geben Sie über den Punkt Primäre Belegung an. Im Bereich Zusätzliche Belegungen fügen Sie dagegen andere Sprachen hinzu.

Noch spannender wird es beim Punkt Tastenkürzel. In den Anfängen des KDE-Projekts gab es keine frei konfigurierbaren Tastenkürzel – von vielen schmerzlich vermisst. Grund genug für die Entwickler, mittlerweile mit mehreren Tastenbelegungen aufzuwarten: Allgemeine Tastenkürzel, Tastenkürzel-Serien und Tastenkürzel für Einzelprogramme: So heißen die Tabs, auf denen Sie diese einstellen.

Dabei kann man entweder die mitgelieferten KDE-Standard-Schemata verwenden oder sich ein oder mehrere Schemata ganz nach dem eigenen Geschmack definieren und diese dann je nach Bedarf aufrufen. Klicken Sie dazu einfach auf das Schema der Wahl im Pulldown-Menü in der linken oberen Ecke.

Die entsprechenden Kürzel des Schemas werden einzeln in der Box mit dem Titel Aktion darunter aufgeführt. Wollen Sie ein eigenes Tasten-Schema definieren, stellen Sie einfach die jeweiligen Tastenkombis ein und klicken auf Neues Schema Speichern… Es erscheint eine Dialog-Box, in der Sie der Eigenkreation noch einen mehr oder minder aussagekräftigen Namen geben dürfen.

Tastenkombinationen erstellen Sie dabei wie folgt: KDE übernimmt erst einmal die bis dato gültigen Kürzel, die erst in einem zweiten Schritt den eigenen Bedürfnissen angepasst werden können. Bewegen Sie dazu einfach den Cursor auf die Aktion, die mit einer neuen Tastenkombination versehen wird.

Sie haben die Möglichkeit, in der untersten Sektion dieser Aktion entweder keine Kombination zuzuordnen (Keine wählen), die KDE-Standardeinstellung zu übernehmen, so es sie denn gibt (Standard anwählen), oder auf Benutzerdefiniert zu klicken und in der daraufhin erscheinenden Dialogbox aus den vorhandenen Tasten wie Umschalt, STRG, ALT etc. eine Kombination zu definieren.

Abbildung 5: Tastenkombis Marke Eigenbau

Abbildung 5: Tastenkombis Marke Eigenbau

Sound & Multimedia

Diese Sektion darf man wohl getrost als die “Soundfactory” des Kontrollzentrums bezeichnen. Hier dreht sich alles um Audio, CDs & Co. Lassen Sie es klingen! Besonders interessant ist die Unterabteilung Sound-System, da Sie hier Einstellungen zum KDE-Soundserver Arts vornehmen.

Dieser Soundserver erlaubt es, mit mehreren Multimedia-Programmen auf einmal zu hantieren. So ist es gar kein Problem mehr, mit Systemklängen die gewünschten Benachrichtigungen zu erhalten, während im Hintergrund trotzdem weiter die neue MP3-Datei abgespielt wird. Lassen Sie daher ruhig die Voreinstellung aktiviert.

Wer kein kleines Netzwerk sein Eigen nennt, kann das Feld Netzwerk-Transparenz aktivieren vernachlässigen, da Sie hiermit nur bewirken, dass Sound-Abfragen aus dem Netzwerk bearbeitet werden. Soundserver mit Echtzeit-Priorität betreiben sollten Sie aktivieren, wenn Sie Ihrem Soundserver oberste Priorität einräumen wollen. Dann unterbrechen andere Anwendugen die Klänge nicht.

Normalerweise blockiert Arts die Sound-Karte, so dass andere Programme nicht darauf zugreifen können. Wenn Sie die Option Autom. abschalten, wenn inaktiv für markieren, schaltet Arts sich ab und gibt die Soundkarte für andere Anwendungen frei, falls für die von Ihnen hier eingetragene Zeit keine Anforderungen vorgelegen haben. Wenn Arts eine Anforderung vorliegt, schaltet er sich wieder ein und arbeitet normal weiter.

Achtung: Diese Option kann zu einer kleinen Startverzögerung bei Arts-Anwendungen führen.

Werfen wir noch kurz einen Blick auf den Tab Sound-Ein/Ausgabe. Betreiben Sie Internet-Telefonie, sollten Sie Volle Duplex-Fähigkeit aktivieren auswählen, um gleichzeitig aufnehmen und abspielen zu können. Mit dem Schieberegler legen Sie hier zudem die Audio-Puffer-Größe fest: Diese bestimmt, wie viel Ressourcen dem Soundserver zur Verfügung stehen sollen.

Als Faustregel können Sie sich merken: Je kürzer die Reaktionszeit, desto größer die CPU-Last. Verlängern Sie die Reaktionszeit, entlastet dies zwar Ihre CPU, aber eventuell bezahlen Sie dies mit einer schlechteren Klangqualität.

Abbildung 6: Willkommen in der "Soundfactory" des KDE-Projekts

Abbildung 6: Willkommen in der “Soundfactory” des KDE-Projekts

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