Zum gelungenen Schulanfang im September tragen die erste stabile Version des DTP-Programms Scribus für's Layout der Schülerzeitschrift, ein gut bestückter KOrganizer-Kalender und eine stark verbesserte Qt-Version 3.2 bei, die mittelbar das Fremdsprachenlernen unterstützt.

Star Trek KDE

Wer hätte das gedacht – auch in anderen Galaxien findet KDE mittlerweile Anhänger. Zumindest unter Schauspielern, die mit dem Raumschiff Enterprise diese unendlichen Weiten bereits erforscht haben. Jüngst outete sich nämlich Wil Wheaton, der in Star Trek -- The Next Generation die Rolle des Wesley Crusher spielte, als Fan des HTML-Editors Quanta Plus. Grund genug für Mitentwickler Eric Laffon, dem prominentem Open-Source-Anhänger einen Besuch abzustatten. Was er bei seinem Trip zu Wheatons Autogramm-Stunde erlebte und was dieser so alles über Quanta zu sagen hatte, lesen Sie unter http://quanta.sourceforge.net/main2.php?newsfile=wilwheaton.

Abbildung 1: Eric und Wil fachsimpelten nicht nur über Quanta

Neues Qt

Die jüngst veröffentlichte Ausgabe 3.2 der GUI-Bibliothek Qt bleibt nicht ohne Folgen für uns KDEler. Denn glaubt man den KDE-Entwicklern, so wird die derzeit aktuelle KDE-Entwicklungslinie der Desktop-Umgebung in Kürze auf diese Version umschwenken.

Geändert hat sich im Vergleich mit Qt 3.1.x so einiges: Qt 3.2 unterstützt nunmehr die Devanagari-Schrift, die zum Beispiel Hindi verwendet, die verbreitetste indische Sprache. Mit dem verbesserten und schnelleren Font-Rendering verschwindet auch der Bug, der in [1] beschrieben wurde.

Dem GUI-Builder Qt-Designer [2] spendierte die Herstellerfirma Trolltech einen neuen Menü-Editor, und die Qt-Motif-Integration, die eine allmähliche Migration von Applikationen auf Basis des unter kommerziellen Unix-Systemen verbreiteten Motif-GUI-Toolkits zu Qt ermöglichen soll, wurde besser dokumentiert. Außerdem gibt es mit QSplashScreen und QToolBox neue GUI-Klassen, mit denen sich Splashscreens und "Werkzeugkästen" grafischer Anwendungen einfacher erstellen lassen.

Die aktuelle Version steht unter http://www.trolltech.com/download/ zum Download bereit, die Dokumentation ist unter http://doc.trolltech.com/3.2/ online nachzulesen.

DTP für Pinguine

Desktop-Publishing unter Linux? Bisher Fehlanzeige. Doch jetzt ist Besserung in Sicht: Nach zwei Jahren harter Arbeit erschien die erste stabile Ausgabe von Franz Schmids DTP-Programm Scribus [3]. Sie ist unter http://web2.altmuehlnet.de/fschmid/download.html erhältlich.

Zwar bedarf es noch einiger Entwicklungsarbeit, bis Scribus in die Nähe des Funktionsumfang von Quark Xpress oder Adobe Indesign gelangt und damit so komplexe Aufgaben wie den Satz des LinuxUsers übernehmen kann, doch einfachere Druckstücke stellen keine Hürde dar. CMYK-Farbseparation und PDF-1.4-Export inklusive Transparenz dürften fast jede Druckerei zufrieden stellen; die Skripting-Möglichkeiten in Python die Poweruser.

Version 1.0 (Abbildung 2) unterstützt Unicode und damit nicht nur lateinischen Text. Im MDI-Modus können Anwender mehrere Dokumente zur gleichen Zeit öffnen. Gegenüber den Vorversionen wartet Scribus 1.0 mit einem deutlich verbesserten PDF-Exporter auf, unterstützt das CUPS-Drucksystem vollständig und spricht 17 Sprachen, darunter deutsch, russisch, tschechisch, dänisch, norwegisch und polnisch.

Abbildung 2: Das DTP-Programm Scribus ermöglicht professionelle Druckerzeugnisse endlich auch unter Linux

Aus Kroupware wird Kolab

Nach rund zehn Monaten Entwicklungsdauer gaben die Herstellerfirmen des Kroupware-Projekts auf dem Linuxtag 2003 in Karlsruhe dessen erfolgreichen Abschluss bekannt. Ab sofort heißt die aus Client- und Server-Komponenten bestehende Groupware-Lösung Kolab. Für ihre Weiterentwicklung durch die Community gibt es bereits Mailinglisten und die Web-Seite http://kolab.kroupware.org/.

Der Kolab-Server enthält den Mailserver Postfix, den Cyrus-IMAP-Server, Apache als Web- und ProFTPd als FTP-Server. Alle Komponenten benutzen SASL ("Simple Authentication and Security Layer"), um auf gesichertem Weg auf die im OpenLDAP-Server gelagerten Authentifizierungs- und Konfigurationsdaten zuzugreifen. Zur Administration steht ein Web-Interface zur Verfügung (Abbildung 3).

Als Client benutzt Kolab ein modifiziertes KMail. Weitere Client-Anwendungen befinden sich in Entwicklung, darunter Kontakt (siehe Seite 43), ein KDE-Programm, das KMail, KOrganizer, KAddressbook und KNotes in einer Applikation vereinigen soll.

Hinweise zur Installation von Client und Server, die zum Download unter http://www.erfrakon.de/projects/kolab/download/ bereit stehen, finden Sie auf der Kolab-Homepage in der Rubrik How to download / install.

Abbildung 3: Kolabs Web-basierte Administrationsschnittstelle

Gut befüllter Kalender

Sie interessieren sich für Sportereignisse, die Geburtstage prominenter Persönlichkeiten oder die Starttermine von Weltraummissionen? Dann werden Sie die neuen Funktionalitäten der KOrganizer-Homepage http://korganizer.kde.org/ lieben. Zum einen gibt es unter http://korganizer.kde.org/calendars/sites.html eine Übersicht über Web-Seiten, die Kalender mit all den oben angeführten Infos zum Download anbieten (vergleiche auch Seite 32).

Unter http://korganizer.kde.org/calendars/hotstuff.html finden Sie die so genannten Hot New Stuff-Kalender (in der deutschen Fassung von KOrganizer Neue Sachen). Um diese zu laden, braucht es nicht mehr den Umweg über den Web-Browser: Benutzer des Organizers in der 3.1er Version erreichen sie über die neue "Get new hot stuff"-Funktion (in der deutschen Fassung Neue Sachen abholen) im Hilfemenü.

Alle Anwender sind herzlich eingeladen, dem KOrganizer-Team weitere Kalender zur Verfügung zu stellen, die dann auf der KOrganizer-Webseite zum Download bereitgestellt werden. Wenden Sie sich dazu bitte an Cornelius Schumacher (mailto:schumacher@kde.org) oder Klaus Stärk (mailto:staerk@kde.org).

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Das Warten auf OPIE 1.0 [4] hat ein Ende: Unter http://opie.handhelds.org/feed/ipaq/1.0/ stehen die Pakete des ersten stabilen Releases der freien Benutzeroberfläche für Linux-PDAs und Embedded Devices zum Download bereit. Alle OPIE-1.0-Anwendungen sind in ein Dutzend Sprachen, darunter deutsch, übersetzt. Der Datenabgleich funktioniert mit Kolab und KDE-PIM-Anwendungen sowie MS Outlook, und auf entsprechend ausgestatteten Geräten sind sogar Sprachnotizen möglich.

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Mit Klaviature (Abbildung 4) enthält das kdenonbeta-Paket seit kurzem eine einfache bildschirmorientierte Tastatur, der CVS-Dienst von KDevelop erfuhr Verbesserungen, und Kivio spendierten die Entwickler eine stattliche Anzahl neuer Schablonen. Deutlich erweitert wird derzeit auch die Lesezeichen-Verwaltung im Konqueror. Außerdem startet der Web-Browser künftig Seiten, die aus einer anderen KDE-Anwendung geöffnet werden, auf Wunsch in einem separaten Unterfenster.

Abbildung 4: Die neue bildschirmorientierte Tastatur Klaviature

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Neuer Monat – neues Release: Die k3b-Entwickler beglücken uns mal wieder mit einer neuen Version der komfortablen Brenner-Software. Die Developer-Version 0.9 unterstützt eMovix 0.8.0rc2 und berechnet die Datenmengen einzelner Brennprojekte besser.

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Nachdem bereits die Macher von Apple die KDE-Rendering-Engine KHMTL für ihren Browser Safari entdeckten, kündigte nun die deutsche Firma YellowTab (http://www.yellowtab.de/) an, KHTML und weiteren Konqueror-Code nach Zeta/BeOS zu portieren. Damit soll es künftig möglich werden, KHTML in NetPositive und andere BeOS-Browser zu integrieren.

Glossar

GUI-Builder

Ein Programm, mit dem man grafische Benutzeroberflächen ("Graphical User Interfaces") nach der "What You See Is What You Get"-(WYSIWYG-)Methode "zusammenklicken" kann.

MDI

Bei einer GUI-Applikation, die über ein "Multiple Document Interface" verfügt, sind sämtliche Dokumentenfenster in einem Hauptfenster "gefangen", statt wie bei SDI ("Single Document Interface") einzeln direkt auf dem Desktop zu liegen.

Rendering-Engine

Bei einer "Wiedergabe-Maschine" handelt es sich um eine Software, die Daten in einem bestimmten Format (etwa zwei- bzw. dreidimensionale Grafiken oder HTML-Dateien) in ihrer für Menschen gedachten Endfassung (als Bild, als Web-Seite) darstellt. KHTML liest HTML-Code und stellt ihn KDE-Anwendungen in Form der aufbereiteten Web-Seite zur Verfügung.

Zeta/BeOS

Basierend auf dem Quellcode des Betriebssystems BeOS der 2001 untergegangenen (und von Palm, Inc. übernommenen) Firma Be Inc. entwickelt Yellowtab dessen Nachfolger mit dem Namen Zeta.

Infos

[1] Patricia Jung: "Nichts mit WYSISWG", LinuxUser 08/2003, S. 76 ff.

[2] Patricia Jung: "Programmfenster auf Mausklick", LinuxUser 02/2002, S. 30 ff., http://www.linux-user.de/ausgabe/2002/02/030-designer/designer.html

[3] Frank Wieduwilt: "Seitenmacher", LinuxUser 05/2002, S. 38 ff., http://www.linux-user.de/ausgabe/2002/05/038-scribus/scribus-5.html

[4] Carsten Niehaus: "Zwergen-Desktop", LinuxUser 10/2002, S. 58 ff.

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