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Die neue Version 4.0 von LindowsOS im Test

01.09.2003 Gut ein dreiviertel Jahr Zeit haben sich die Lindows-Entwickler genommen, um an der vor kurzem erschienenen Version 4.0 von LindowsOS zu arbeiten. Was dabei herausgekommen ist und ob sich das Warten gelohnt hat, zeigt dieser Artikel.

Die Version 3.0 von LindowsOS hatte noch viele Schwächen [1]. Ob die Entwickler mit Version 4.0 all diese Mängel beseitigen konnten, haben wir untersucht.

Das Testsystem bestand aus einem AMD Duron mit 600 MHz und 128 MB RAM. Als Grafikkarte diente eine ATI Rage 128 Pro. Für die Distribution bot eine Festplatte mit 60 GB genügend Platz. Die Installations-CD nahm ein ATAPI-DVD-Laufwerk auf.

LindowsOS 4.0 ist als Box für 49,95 US-Dollar erhältlich. Sie enthält neben der Installations-CD noch eine bootfähige Live-CD und ein 30-seitiges Handbuch. Diese Distribution richtet sich vor allem an Windows-Umsteiger, was bei Installation und Benutzung stark auffällt.

Installation im Eiltempo

Nach dem Booten des Computers mit eingelegter Installations-CD und Auswahl von Install im Begrüßungsbildschirm bietet sich dem Anwender eine grafische Oberfläche. Im ersten Schritt wählt er die Installationmethode aus. Zur Auswahl stehen Take over an entire disk und Advanced install. Bei der ersten schnappt sich LindowsOS die komplette erste Festplatte und formatiert sie. Die Option Advanced install bietet dem Linuxer in spe eine Liste aller vorhandenen Festplatten und Partitionen, auf denen LindowsOS installiert werden kann. Das Installationsprogramm bietet keinerlei Optionen, vorhandene Festplatten zu partitionieren. Erfahrene Linux-Anwender müssen notfalls auf eine Konsole wechseln und die Platte mit fdisk einrichten.

Auf dem Testsystem hat LindowsOS nach Auswahl der ersten Option die Festplatte in drei Partitionen geteilt: eine 31 MByte große /boot-Partition, eine 256 MByte große Partition für Swap und den Rest für /.

Der zweite Schritt ist die Auswahl eines Rechnernamens und eines "Security Passwords", von dem, wie bei früheren Versionen auch, erst später ersichtlich wird, dass es sich dabei um das Root-Passwort handelt. Dass man auch ohne Eingabe eines Passwortes fortfahren kann, ist eine Eigenheit, die sich leider auch in dieser Version erhalten hat. Danach beginnt bereits die Installation. Eine Auswahl der zu installierenden Pakete gibt es nicht. Auch ein deutsches Tastatur-Layout kann der Anwender nicht einstellen. Im Test machte das Installationsprogramm anfangs Probleme und endete mit einem FATAL ERROR. Nach einem Reboot und Neustart der Installation tauchte dieser Fehler dann nicht mehr auf. Nach ungefähr fünf Minuten ist die Installation abgeschlossen, und das System wird neu gestartet.

Der erste Start

Die vorhandene Hardware inklusive Grafikkarte wurde im Test korrekt erkannt. Den Anwender begrüßt nach der Installation ein kleines KDM-Fenster, welches zur Eingabe eines Passwortes auffordert. Hierbei handelt es sich um das Security-Passwort, welches der Anwender bei der Installation festgelegt hat. Nach Eingabe des selbigen startet ein relativ ungewohntes KDE-System. Die Entwickler haben sich nicht gescheut, große Teile von KDE ihren Wünschen anzupassen. Wer vorher mit KDE gearbeitet hat, muss sich hier umstellen, um sich zurecht zu finden. Lindows hat nicht nur das Aussehen des Desktops stark verändert, sondern auch die Programmnamen teilweise so sehr modifiziert, dass man kaum noch seine gewohnten Programme wieder findet. Auch hier scheint Lindows nicht aus Version 3.0 gelernt zu haben.

Wenn KDE komplett gestartet ist, fordert LindowsOS den Anwender auf, ein "End User License Agreement" zu akzeptieren. Dabei unterscheidet Lindows zwischen einer Familien-Lizenz und einer Business-Lizenz. Familien und Einzelpersonen dürfen das System auf beliebig vielen Computern installieren, solange lediglich die Familie Zugriff auf diese hat. Ein Kopieren der Medien ist ausschließlich zu Sicherungszwecken erlaubt.

Abbildung 1: Der Desktop von LindowsOS 4.0 nach der Installation

Im gleichen Dialogfenster wie die Lizenz befinden sich auch Buttons zum Setzen der Uhrzeit und für erweiterte Einstellungen. Hinter letzteren verbergen sich wichtige Funktionen zum Ändern des Administrator-Passworts, zum Anpassen der Bildschirmauflösung sowie zum Hinzufügen neuer Benutzer. Nachdem die Lizenz akzeptiert ist, startet automatisch eine interaktive Einführung in die Benutzung des Desktops. Da der Anwender während der Installation keine Möglichkeit hat, Software auszuwählen, sieht der Desktop beim ersten Start immer gleich aus. Die Einführung ist eine Flash-Animation und erklärt lediglich, was die Symbole auf dem Desktop bedeuten.

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Max Jonas Werner

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