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01.09.2003

Bastard Assistent from Hell

bafh.jpg

Der Alltag kann ein Biotop sein – der Alltag an einem Institut einer Universität erst recht. In einem solchen Biotop lebt Florian Schiel, alias Florian Leisch alias Bastard Assistant from Hell, beobachtet das Treiben in diesem Tümpel und schreibt seine Beobachtungen in einer wöchentlichen Kolumne auf, die mittlerweile Weltruhm erlangt hat und dem deutschen Akademiker zu ungeahnter humoristischer Anerkennung verhalf.

Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht das kleine Institut Münchner Fakultät für Phonetik, an dem Leisch als einziger das Root-Passworts des zentralen Servers kennt und somit einen gottähnlichen Status erlangt.

Aufgrund seiner Position drangsaliert er seine Mitmenschen mit allen ihm zur Verfügung stehenden Methoden und verinnerlicht dabei das Perl-Mantra "There's more than one way to do it". Nun ist ein ausgeprägter Hang zum Sadismus alleine ja nicht unbedingt humorvoll, Witzig wird die Sache erst durch die Beschreibung der inneren Zustände von Assistent und Institut.

Studenten, die um Beratung vorsprechen, sind ein lästiges Übel und halten nur von den eigenen Projekten ab, in denen verdächtig häufig ein Datenhandschuh zum Einsatz kommt. Das Briefgeheimnis ist quasi nicht existent, denn man weiß ja nie, wofür der kompromittierende Inhalt einer Mail mal nützlich sein könnte – auch wenn man ihn selber in die Post des Anwenders eingeschleust hat.

Verwirrte Professoren, zänkische Sekretärinnen und verzweifelte Haustechniker, die unter sinnlosen Reparaturanfragen zusammenbrechen, bereichern das Panorama, und der Segen einer ISDN-Anlage wird dem Anwender erst dann im vollen Umfang bewusst, wenn man sie nach eigenen Bedürfnissen neu programmiert hat.

Das Buch aus dem Goldmann-Verlag, das nun eine stattliche Anzahl von Episoden aus dem Leben des Bastard Assistant from Hell, kurz BafH, zusammenfasst, ist eine lohnenswerte Lektüre für akademisches und nicht akademisches Publikum: Der alltägliche Schweinehund schlummert schließlich in jedem. In Deutschland führt der schnellste Weg zu einem eigenen Exemplar über den Linux-Spezialisten LinuxLand, http://www.linuxland.de.

Info

Titel: Bastard Assistant from Hell
Autor: Florian Schiel
Verlag: Goldmann Verlag
ISBN: 3-442-45160-4
Preis: 8 Euro
URL: http://www.goldmann-verlag.de

Webmin

webmin.jpg

Die Administration eines Linux- oder Unix-Rechners ist für Oberflächen-verwöhnte Administratoren ein unwegsames Territorium. Gerade wenn der Rechner auch noch in einem Netzwerk an einem entfernten Ort steht, bleibt scheinbar nur der Griff zur Konsole.

Als Alternative dazu bietet sich Webmin an, und Joe Cooper, Autor des englischsprachigen Webmin-Buches aus dem No-Starch-Verlag, ist ein begeisterter Anhänger desselbigen. Das vorliegende Buch entstand aus einem Online-Handbuch, das Cooper schon seit einiger Zeit im Netz pflegt und das nach wie vor zu erreichen ist.

Webmin bietet die Möglichkeit, einen Rechner via HTTP-Protokoll und gegebenenfalls SSL-verschlüsselt zu bedienen. Die Bandbreite der in Perl programmierten Module reicht von Mail-Servern über Proxies bis hin zur einfachen User-Verwaltung. Da bleibt kaum ein Dienst, der nicht via Web-Oberfläche konfigurierbar wäre.

Das Buch bietet sowohl einen Überblick über die Entstehungsgeschichte des Projektes als auch einen detaillierten Blick in ausgewählte Module. Der Leser kann auf diese Weise leicht entscheiden, ob die Software für seine Zwecke geeignet ist oder nicht.

Manchmal wirkt die Euphorie über die Flexibilität allerdings ein wenig zu verführerisch: Viele Administratoren sind gegenüber dem Einsatz der Software skeptisch und raten, sich das Szenario vorher genau zu überlegen. Nichtsdestotrotz bleibt es ein Buch, das dem entschlossenen Anwender ein guter Begleiter durch die Konfiguration sein kann.

Info

Titel: The Book of Webmin
Autor: Joe Cooper
Verlag: No Starch Press
ISBN: 1-886411-92-1
Preis: 34.95 USD
URL: http://www.nostarch.com
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