Entspannung in 3D

3d-Spiele

01.09.2003

Früher oder später sind Solitaire und Mindesweeper ausgereizt, aber KDE bietet mehr Abwechslung für die Entspannungspausen. Wer außerdem eine 3D-fähige Grafikkarte sein Eigen nennt, kann das Vergnügen noch steigern. Daher stellen wir an dieser Stelle zwei kleine 3D-Zeitfresser vor.

Manchmal braucht man das einfach: Ein paar Minuten irgendein kleines Spiel spielen, das konzentrierte Denken abschalten und ein bisschen Abstand zur Arbeit gewinnen. KDE bietet für diesen Zweck wesentlich mehr Vielfalt, als Windows es tut. Wenn dann auch noch eine Grafikkarte im Rechner steckt, die 3D-Darstellung beherrscht, können Tuxracer und Crackattack für Abwechslung sorgen.

Experimentelle Grafik

Dem Spielspaß voraus geht allerdings die Pflicht: 3D-Support muss aktiviert werden. Linux kommt standardmäßig mit deaktivierten 3D-Funktionen, da die entsprechenden Treiber noch in der Entwicklung sind. Sie lassen sich also auf ein Experiment ein.

Unter SuSE Linux rufen Sie SaX2 auf, um Ihre Grafikkarte zu konfigurieren. Im Bereich Anzeige findet sich der Menüpunkt 3D-Beschleunigung. Kreuzen Sie das leere Kästchen mit einem Klick an, um die Hardware-Beschleunigung für 3D-Funktionen zu aktivieren. SaX2 gibt noch einmal eine Warnmeldung aus, die Sie mittels OK zur Kenntnis nehmen können.

Abb.1: Erst die Pflicht, dann die Kür – SaX2 hilft bei der 3D-Aktivierung

Änderungen in SaX2 werden erst nach einem Neustart des grafischen Systems wirksam. Ein einfaches Aus- und wieder Einloggen genügt dafür vollkommen.

Mit Tux durch Schnee und Eis

Hinter Tuxracer verbirgt sich die Simulation eines Abfahrtrennens. Der kleine Pinguin rutscht auf dem Bauch hohe Berge hinunter und erreicht dabei ungeahnte Geschwindigkeiten. Bis zu 170 km/h zeigt der Tachometer am rechten unteren Bildrand an.

Wo wird ein Pinguin wie Tux seinen Urlaub wohl verbringen? Richtig, in Schnee und Eis. Tux ist ein typischer Pinguin: Er rutscht eben lieber als zu watscheln. Auf Schnee und Eis geht das ganz besonders gut. Zum Glück ist auf seinen Bergen auch immer Winter und damit genug Schnee vorhanden. Damit Tux bei seinen anstrengenden Abfahrten nicht verhungert, sind am Streckenrand in regelmäßigen Abständen blaugefrorene Heringe verteilt. Einsammeln kann Tux sie dann, wenn er nah genug an ihnen vorbei fährt. Mit den Coursor-Tasten lenkt man ihn in eine Richtung, ein Druck auf die Leertaste bremst die Geschwindigkeit ab.

Abbildung 2: Kein Blick für das Bergpanorama: Tux auf der Jagd nach Heringen

Wie im richtigen Leben rutscht es sich auf Eis besser als auf Schnee. Der Nachteil besteht darin, dass Tux auf Eis auch eher die Kontrolle verliert und schwer zu lenken ist. Das kann dann durchaus zu einem eher unsanften Zusammenstoß mit einem bewegungslos in der Gegend stehenden Baum führen. Allerdings ist Tux hart im Nehmen: Wirkliche Schäden sind ihm nicht anzusehen.

Die zur Auswahl stehenden Abfahrtsstrecken sind vielfältig. Über den Menüpunkt Practice erreichen Sie eine Übersicht. Dort können Sie auch wählen, ob Tux tagsüber oder nachts, bei Sonne oder Wolken, bei Windstille oder Sturm fahren soll.

Die Abfahrten sind unterschiedlich schwierig. Manchmal führt steter Slalom zum Erfolg, also zu möglichst vielen Heringen in möglichst kurzer Zeit, manchmal kommt die Hand kaum von der bremsenden Leertaste, weil die Fahrt durch die Eiskanäle mehr einem Flug gleicht und Tux sich kaum mehr lenken lässt. Wer es bislang nicht glauben wollte, wird hier die Bestätigung finden: Auch Pinguine können fliegen!

Manche Strecken enthalten mehrere Wege zum Ziel. Ein Teil der alternativen Strecken scheint in Sackgassen zu münden – die Autorin nimmt dankbar Hinweise dazu entgegen, wie die Gletscherspalte in der Abfahrt Sentinel Towers zu überwinden ist.

Abbildung 3: Mit 170 km/h durch die Eiswelt – ein kleiner Pinguin ganz schnell

Enter an event bedeutet Teilnahme an einem Wettbewerb. Vier Strecken mit steigender Schwierigkeit sind zu bewältigen. Der nächste Level kann aber erst gefahren werden, wenn der vorherige mit Bravour gemeistert wurde. Eine Zwischenspeicherung des Spielstandes ist nicht möglich, dies erübrigt sich aber auch, da insgesamt nur vier Versuche pro Rennen möglich sind.

Gerade bei der derzeitigen Hitzewelle ist die Illusion von Kälte und Wind erholsam, und der gelegentlich von der Abfahrtsstrecke abschweifende Blick über das Bergpanorama weckt in jedem Fall Urlaubsgefühle.

Attacke

Der Countdown beginnt, die Aufforderung ist unmissverständlich: "3 – 2 – 1 – Fight!" CrachAttack verliert nicht viele Worte – hier geht's direkt in die Vollen!

Der Tetris-Clone sorgt nicht nur für Abwechslung, sondern macht auch müde Anwender wieder munter. Der Anfang scheint quälend langsam, aber dann geht auf einmal alles rasend schnell.

Abbildung 4: Die Aufforderung ist unmissverständlich: Fight!

Ein paar Reihen bunte, viereckige Steine und ein Greifarm – das ist zunächst alles. Der Greifarm kann zwei Steine gegeneinander austauschen, wenn sie sich in der gleichen Reihe befinden. Drei und mehr gleichfarbige lösen sich nach bewährtem Tetris-Prinzip in Luft auf und füllen das Punktekonto. Mit den Cursor-Tasten kann der Greifarm hin und her bewegt werden, ein Druck auf die Leertaste sorgt für den Austausch der Steine gegeneinander.

Der "Nachschub" kommt sowohl von oben als auch von unten. Die Mauer der bunten Steine wächst stetig in die Höhe, und mit zunehmender Spieldauer steigert sich das Tempo. Gleichzeitig fallen von oben aber ab und an "Bremsklötze" in rot oder grau herunter. Sie können mit dem Greifarm nicht bewegt werden. Schafft man es allerdings, die Reihe der Steine direkt unter dem Bremsklotz aufzulösen, verwandelt sich auch der Bremsklotz in Steine. Diese fallen dann nach bewährter Tetris-Manier herunter und füllen die Mauer wieder auf.

Abbildung 5: Bremsklötze stören den reibungslosen Ablauf

Die unmissverständliche Aufforderung zu Beginn des Spiels ist kaum zu umgehen. Fight ist angesagt, Kampf! Kampf gegen die Zeit und gegen die Bremsklötze. Und das erfüllt genau seinen Zweck: CrackAttack macht wach.

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