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Prozesse im Überblick

out of the box: gPS

01.08.2003 Sie verlieren bei textbasierten Prozessmonitoren wie top schnell die Übersicht? gPS bietet einen grafischen Ersatz und kann sogar mehrere Rechner über ein Netzwerk überwachen.

out of the box

Es gibt tausende Tools und Utilities für Linux. "out of the box" pickt sich die Rosinen raus und stellt pro Monat ein Progrämmchen vor, das wir für schlichtweg unentbehrlich oder aber zu Unrecht wenig beachtet halten.

Nein, mit dem globalen Positionssystem GPS hat der Prozessmonitor gPS nichts zu tun. Hier steht die Abkürzung für "graphical Process Status". Wer die Überwachungstools der großen Desktop-Umgebungen KDE und GNOME nicht mag oder ohnehin leichtgewichtigere Alternativen wie XFCE oder WindowMaker vorzieht, findet in gPS ein sinnvolles Werkzeug, um nach speicherfressenden Programmen zu fahnden oder Server-Prozesse im Blick zu behalten.

Baukasten

Zum Kompilieren des gPS-Quelltext-Archivs von http://gps.seul.org/ oder der Heft-CD benötigt man neben den C(++)-Compilern gcc und g++ die durch das Rastergrafikprogramm gimp bekannte gtk-Bibliothek nebst zugehörigem Development-Paket.

Genaugenommen besteht gPS aus zwei Komponenten: dem eigentlichen Monitor und einem Server, der Prozesse auf entfernten Rechner überwacht. Zum Auspacken, Kompilieren und Installieren des Prozessmonitors gps führen Sie folgende Schritte aus:

tar xzf gps-1.1.0.tar.gz
cd gps-1.1.0
./configure
make
su  (root-Passwort eingeben)

make install_gps
exit

Listen und Bäume

gps stellt Prozesse auf zwei Arten dar: Das Hauptfenster zeigt sie in Form einer Liste (Abbildung 1), eine Darstellung, die der Ausgabe des ps-Kommandos in der Shell ähnelt. Durch Klick auf eine Spaltenüberschrift (PID, Name, Owner usw.) sortiert man nach dem jeweiligen Kriterium auf- oder absteigend. Die vier Buttons am unteren Rand dienen zum Auffrischen der Liste (Refresh), zum Senden von Signalen an Prozesse (Hang Up (SIGHUP) und Kill (SIGKILL)) sowie zum Beenden des Tools (Close).

Abbildung 1: Die gps-Prozessliste sieht fast aus wie eine ps-Ausgabe, nur übersichtlicher

Der Menüpunkt View / Tree view... öffnet eine Baumdarstellung (Abbildung 2). Diese Darstellung macht deutlich, welche Prozesse Kinder anderer Prozesse sind: So startete der User chris auf dem Rechner camera aus einer Shell auf der Konsole (Prozess Nr. 363) die grafische Oberfläche mit dem Skript startx. Dieser Prozess Nr. 378 ist ein Kind von 363 und hat selbst auch eine Menge Kindprozesse.

Ähnlich wie bei Dateimanagern mit Baumdarstellung lassen sich Teile des Baums ein- oder ausklappen. Markiert man einen Prozess, kann man ihm und/oder allen Prozessen seines Teilbaums über das Action-Menü Signale schicken.

Abbildung 2: Der Prozessbaum macht Verwandschaftsverhältnisse der Prozesse untereinander deutlich

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LinuxUser 03/2012

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