Randerscheinung
deskTOPia: Panelizer
Konfigurationssache
Einige Panelizer-Tools arbeiten schon von Haus aus korrekt, andere Programme erwarten noch etwas Nachhilfe. Die Einstellungen eines Applets legen Sie fest, indem Sie es im Konfigurationsdialog markieren und den Configure...-Button anklicken. Damit beispielsweise das Mail-Counter-Applet biff Ihre Mailbox im Auge behält, teilen Sie ihm deren Speicherort mit und legen fest, was beim Klick auf den Mail-Button im Panel geschehen soll, etwa der Start des bevorzugten Mail-Programms.
Auch beim Stummschalter ist Nacharbeit angesagt. Die Default-Konfiguration enthält einen Aufruf zur Steuerung des esd ("Enlightenment Sound Daemon"). Falls Sie mit einem anderen Sound-Server arbeiten, will das Applet die richtigen Aufrufe zur Lautstärkeregelung wissen. Für die Mixer-Anwendung aumix bieten sich zum Beispiel die beiden Einträge aumix -v0 und aumix -v75 in den Feldern When pushed on: bzw. When pushed off: an. Ein Klick auf den Lautsprecher verpasst Ihrem Rechner dann eine Maulsperre, und ein erneuter Klick schraubt die Lautstärke auf 75 Prozent hoch.
Für das Netzwerk-Applet tragen Sie die zu überwachende Netzwerk-Schnittstelle ein, damit das Tool die entsprechende Datenübertragungsrate anzeigt. Bei Modem- und DSL-Nutzern heißt das Device zur Überwachung der Internet-Verbindung ppp0, den Verkehr im lokalen Netzwerk zeigt das Applet, wenn man es auf die Schnittstelle eth0 ansetzt.
Um beide Schnittstellen zu überwachen, starten Sie einfach ein zweites Netzwerk-Applet. Panelizer bietet für diesen Fall mehrere Symbole zur besseren Unterscheidung im Konfigurationsdialog an. Eine Handvoll Mount-Applets für die Laufwerke und Partitionen Ihres Systems lassen sich auf die gleiche Art ins Panel einbinden. Versäumen Sie dabei nicht, auf der Registerkarte Paths & Commands den korrekten Mountpoint hinter Mount directory einzutragen.
Das Menü-Applet bezieht seine Informationen standardmäßig aus dem apps-Ordner einer eventuell vorhandenen GNOME-1.4-Installation. Durch Anpassen des Pfadnamens kommt Panelizer auch mit den .desktop-Dateien von GNOME 2.2 zurecht, zeigt die einzelnen Anwendungen jedoch leider nicht in Kategorien, sondern einzeln an (Abbildung 4). Wo Ihre GNOME-Installation liegt, hängt von der eingesetzten Distribution ab. Red-Hat-Anwender müssen als Pfad beispielsweise /usr/share/applications eintragen, damit Panelizer das GNOME-2-Menü anzeigt.
Die Integration eines KDE-3.1.x-Menüs in Panelizer funktioniert leider nicht. Zwar zeigt das Panel die einzelnen Anwendungen an, wenn man als Menüordner /usr/share/applnk einträgt. Die Programme können Sie allerdings nicht starten, da Panelizer ihnen einen unbekannten Aufrufparameter übergibt.
Damit das Panel Ihrer über den Befehl startx zu startenden grafischen Oberfläche zum ständigen Begleiter wird, tragen Sie die Zeile /usr/local/bin/panelizer & in die Datei .xinitrc ein – und zwar vor den Aufruf des Window-Managers.
Glossar
Mountpoint
Das Verzeichnis, in dem das Dateisystem eines Datenträgers in den lokalen Dateibaum eingehängt wird.
Infos
[1] http://www.fcoutant.freesurf.fr/panelizer.html
[2] Jo Moskalewski: "RISC rocks", LinuxUser 07/2002, S. 68 f., http://www.linux-user.de/ausgabe/2002/07/068-desktopia/rox-2.html
[3] Jo Moskalewski: "Rundum ROX", LinuxUser 08/2002, S. 54 f.
[4] Rafael Peregrino da Silva: "Lichtung im GTK-Wald", LinuxUser 02/2002, S. 26 ff., http://www.linux-user.de/ausgabe/2002/02/026-glade/glade_linuxuser-5.html



