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deskTOPia: Panelizer

01.08.2003 Einfache Window-Manager haben gegenüber einer Desktop-Umgebung viele Vorteile: Sie sind klein, schnell und hochgradig konfigurierbar. Meistens fehlt jedoch ein Panel, das der Arbeitsumgebung zusätzliche Funktionen beschert.

deskTOPia

Wie Ihr Linux-Desktop aussieht, bestimmen allein Sie. Mit deskTOPia nehmen wir Sie regelmäßig mit auf die Reise ins Land der Window-Manager und Desktop-Umgebungen, stellen Nützliches und Farbenfrohes, Hingucker und hübsches Spielzeug vor.

Egal wie glücklich man mit dem auserwählten Window-Manager ist – eine Kleinigkeit fehlt meistens: eine Seitenleiste, die zumindest eine Uhr und ein Menü zur Verfügung stellt. Was die Rundum-Sorglos-Pakete der Desktop-Umgebungen GNOME und KDE schon mitbringen, müssen die Individualisten unter den Linux-Nutzern jedoch erst einmal finden.

Diese Suche hat bei Fabien Coutants Programm Panelizer [1] ein Ende. Es arbeitet mit fast allen Window-Managern zusammen und bietet neben den Basis-Features eines Panels noch einige nette Extras wie einen Mail-Monitor und Applets zum Mounten von Laufwerken oder zur Überwachung des Netzwerkverkehrs. Dabei ist die Anwendung selbst nur 64 kByte groß, und alle Applets zusammen belegen lediglich 236 kByte.

Aufwändige Installation

Fertige Pakete für die kleine Leiste existieren nicht: Hier heißt es also selbst kompilieren. Neben der GTK-Bibliothek in einer Version ab 1.2.0 (nicht gtk-2.x) und der libxml benötigt Panelizer die entsprechenden Devel-Pakete und einen Compiler. Da die Oberfläche des Programms mit glade [4] entwickelt wurde, brauchen Sie auch dieses Paket, um das Panel selbst zu übersetzen. Neben glade, das Sie auf den CDs Ihrer Distribution finden, installieren die verschiedenen Paketverwaltungsfrontends jede Menge GNOME-Bibliotheken. Keines dieser Pakete ist notwendig, um einen kompilierten Panelizer zu betreiben, Sie können diese Software daher nach erfolgreichem Übersetzen des Panels wieder löschen. Um nicht den Überblick zu verlieren, notieren Sie sich bei der Installation von glade, welche Pakete zusätzlich eingespielt werden.

Hat Ihr Paket-Verwalter alle Abhängigkeiten erfüllt, muss Panelizer nur noch kompiliert werden. Entpacken Sie die Datei panelizer-0.5.tar.gz von [1] oder von der Heft-CD mit dem Befehl tar -xzf panelizer-0.5.tar.gz, und wechseln Sie ins neu entstandene Verzeichnis panelizer. Da das Programm kein configure-Skript mitbringt, müssen Sie individuelle Wünsche mit einem Editor in die Datei Config.mak eintragen. Derartige Anpassungen sind jedoch wegen der sinnvollen Default-Einstellungen (z. B. Installation in /usr/local) nicht nötig.

Rufen Sie make auf, um den Kompiliervorgang zu starten. Die Installation erledigen Sie anschließend mit dem Befehl su -c "make install".

Statt mit make install können Sie Panelizer auch mit dem Befehl make roxinstall als ROX-Applet [2, 3] installieren. Prinzipiell ist das eine nette Option, allerdings stellt sich die Frage, wozu ROX-Anwender, die ja schon mit einem Panel versorgt sind, noch ein weiteres benötigen.

Schlicht, schön und funktional

Fertig kompiliert starten Sie das Programm mit dem Kommando panelizer &. Abbildung 1 zeigt die Default-Konfiguration, in der es allerdings noch nicht viel zu bewundern gibt.

Abbildung 1

Abbildung 1: Panelizer nach dem ersten Start

Ein Klick auf den linken Pfeil rollt die Leiste ein, so dass nur noch diese eine Schaltfläche übrig bleibt, einer auf das schwarze X beendet das Panel. Dieses ist zwar zugegebenermaßen wirklich klein und platzsparend, doch ein wenig mehr Funktionalität als das Kalendersymbol und die Anzeige der Uhrzeit darf es schon sein. Der Weg dorthin führt über das Symbol mit dem Notizblock. Dahinter verbirgt sich der Konfigurationseditor (Abbildung 2).

Abbildung 2

Abbildung 2: Hilfe bei der Konfiguration bietet dieser praktische Editor

Hier gilt es zu entscheiden, was das Panel anzeigen soll. Ein Klick auf Add... öffnet den Applet-Auswahldialog. Das gut sortierte Angebot umfasst ein Tool, das die Mailbox auf neue Mail hin überwacht (in der Dokumentation Mail Counter genannt), ein Applet zum Einhängen von Datenträgern (Mount Applet), einen Stummschalter für die Soundkarte, ein Menü zum Start von Programmen und Überwachungswerkzeuge für CPU, Speicher und Netzwerk. Abbildung 3 zeigt ein damit gut bestücktes Panel.

Abbildung 3

Abbildung 3: Viel los im Panel

Mit Vorsicht zu genießen ist die Pager-Anwendung, die sich hinter dem Namen deskswitch verbirgt. Wie die meisten Pager funktioniert sie nicht mit allen Fenster-Managern. Statt jedoch bei einem ungeeigneten Kandidaten die Mitarbeit zu verweigern oder einen Hinweis zu geben, stürzt Panelizer bei Auswahl dieses Applets einfach ab. Der Pager lässt sich gefahrlos unter Window Maker, Enlightenment oder IceWM verwenden. Zusammen mit waimea, PWM oder Blackbox müssen Sie jedoch darauf verzichten.

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LinuxUser 05/2014

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