Video total

Liebe Leserinnen und Leser,

über Linux hört man immer wieder, es tauge nicht für Multimedia. Der aktuelle Titel zeigt Ihnen, dass das nur ein Gerücht ist. Wir beschäftigen uns mit dem Thema Video und mussten uns bei der Planung stark zurück halten, damit die Titelstrecke nicht aus allen Nähten platzt: Es gibt so viele leistungsfähige Tools, dass es schwer fällt, eine Auswahl zu treffen.

Ausgesucht haben wir schließlich eine Reihe von Video-Playern, Video-Schnittprogrammen sowie Software rund ums Fernsehen – letztere sowohl für Analog- als auch Digital-TV. Für die Wiedergabe von Videodaten stellen wir die aktuellen Versionen von Xine, MPlayer und Ogle vor, als Schnittprogramme sind Cinelerra, MainActor und Kino vertreten, und beim Thema Fernsehen geht es um KWinTV, XawTV und VDR.

Auf der Hardware-Seite haben wir aktuelle TV- und DVB-Karten unter Linux getestet, und wir zeigen Ihnen, wie Sie mit dem neuen VDR 1.2 und LinVDR einen geräuschlosen und wohnzimmertauglichen Linux-Videorekorder bauen.

München goes Linux

Auch diese Meldung hat es ins Fernsehen geschafft: Die Stadt München wird ihre PC-Arbeitsplätze auf Linux umzustellen. Diese Entscheidung der bayerischen Landeshauptstadt dürfte Signalwirkung für andere Kommunen und öffentliche Einrichtungen haben. Im Landtagswahlkampf wird von einer der großen Parteien sogar "Mehr Linux – mehr Freiheit" plakatiert (Foto). Wahlkampf mit Linux wäre noch vor kurzem undenkbar gewesen.

Auf dem richtigen Pferd

Sie sehen es also überall: Linux ist im Aufwind. Der noch geringe Marktanteil des freien Betriebssystems steigt beständig, die öffentliche Wahrnehmung von Linux wird immer besser. Wer sich heute im EDV-Umfeld qualifizieren will, sollte Linux nicht übersehen, denn der Bedarf an Windows-Experten könnte schon bald deutlich sinken. Natürlich ist auch "weil es Spaß macht" eine gute Begründung dafür, mit Linux zu arbeiten – so argumentiert zum Beispiel die Redaktion, wie die Beiträge in dieser Ausgabe hoffentlich zeigen.

Hans-Georg Eßer Chefredakteur

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