Einen Videorekorder auf Basis von VDR aufzusetzen, erfordert, wie auf Seite 52 beschrieben, ziemlich viel Aufwand sowie etliche Bibliotheken und Zusatzprogramme – je nach Distribution muss man sogar das halbe Linux-System auswechseln, um die Treiber überhaupt übersetzt zu bekommen.
LinVDR-Distribution
LinVDR wurde maßgeblich von Thomas Koch entwickelt und ist eine Miniatur-Distribution mit einem fertig übersetzten und konfigurierten VDR. Das Linux-System von LinVDR basiert auf Debian Sid, ist jedoch stark verschlankt worden – so fehlt zum Beispiel das komplette Paket-Management. In der Version 0.1 [1] enthalten sind ein angepasster DVB-Treiber, VDR 1.2.0 mit einer veränderten Bedienoberfläche (Elchi-Patch) sowie die Plugins für DVD-Wiedergabe (nur unverschlüsselte DVDs), ein MP3-Player, ein (S)VCD-Player sowie der Sleep-Timer, der das System abschaltet, wenn man vor der Flimmerkiste einschläft.
Das LinVDR-Paket finden Sie auf der Heft-CD unter LinuxUser/linvdr/linvdr-0.1.tar.gz – mit knapp 24 MB ist die Distribution klein genug, um etwa auf ein völlig lautloses Flash-Laufwerk (Disk on Module [2]) für rund 35 Euro zu passen.
Installation
Ein Installationsprogramm gibt es in der Version 0.1 noch nicht, Sie können jedoch das Rettungssystem der Heft-CD benutzen, um die Distribution auf einem Rechner ohne Linux-System zu installieren. Dieses Rettungssystem [3], ebenfalls eine Debian-Distribution, enthält alle Werkzeuge, Editoren und Dienste, die man gewöhnlich zum Reparieren eines beschädigten Systems benötigt.
Starten Sie von der Rettungs-CD, das Root-Passwort lautet linux-user. Danach partitionieren Sie mit fdisk /dev/hda zum Beispiel die primäre Festplatte, wobei es egal ist, welche Partitionsnummer Sie verwenden. Wie oben bereits erwähnt, ist die Distribution nur 24 MB groß, jedoch benötigen Sie zusätzlichen Platz für die Aufnahmen – etwa 1,5 bis 1,8 GB pro Stunde. Eine Trennung von Betriebssystem und Aufnahmen ist nicht vorgesehen, lässt sich aber durch einen manuellen Eintrag in der Datei /etc/fstab nachträglich arrangieren.
LinVDR erwartet eine Ext3-Partition mit dem Namen linvdr als Systempartition und erkennt sie ausschließlich an ihrem Namen. Das ermöglicht, die VDR-Distribution ohne weitere Anpassungen parallel zu einem Linux- oder Windows-System zu betreiben. Folgender Befehl formatiert die Partition /dev/hda3 im Ext3-Format und setzt den Namen entsprechend:
mke2fs -j -L linvdr /dev/hda3
Nach dem Formatieren mounten Sie die Partition, wechseln hinein und entpacken das Paket mit der Distribution:
mount /dev/hda3 /mnt cd /mnt tar xzf /cdrom/LinuxUser/linvdr/linvdr-0.1.tar.gz



