++++ News Ticker ++++

+++ linus torvalds neuer job +++

Das Open Source Development Lab (kurz: OSDL) (http://www.osdl.org), ein Gemeinschaftsprojekt vieler renommierter IT-Größen wie z. B. SGI, IBM, NEC, Intel, HP und Red Hat zur Förderung der Linux-Entwickler, hat nun seinen ersten festen Mitarbeiter: Kein Geringer als Linus Torvalds, der vor 13 Jahren Linux erfand, wird der erste fest angestellte Entwickler beim OSDL sein, das bisher lediglich Datenzentren in Oregon und Japan unterhielt sowie Linux-Projekte sponserte. Als Grund für den Wechsel gab Torvalds selbst an, dass die kommende Kernel-Version 2.6 seine ganze Aufmerksamkeit benötige. Seinem bisherigen Arbeitgeber Transmeta dankte er für den Handlungsspielraum, der ihm all die Jahre für die Linux-Entwicklung gewährt wurde.

+++ open-content-lizenz +++

Im Auftrag des Universitätsverbunds Multimedia NRW entwickelte das Institut für Rechtsfragen der freien und Open Source Software (kurz: IfROSS) (http://www.ifross.de) eine Open-Content-Lizenz, die auf das deutsche sowie das europäische Urheber- und Vertragsrecht abgestimmt ist und das erfolgreiche Open-Source-Lizenzmodell auf Werke wie Datenbanken, Text oder Bilder überträgt. Dadurch sollen Probleme mit bestehenden länderspezifischen Lizenz-Modellen der Vergangenheit angehören. Entwickelt wurde das Lizenzmodell, um die Verbreitung von Werken, die an den Hochschulen in Nordrhein-Westfalen erstellt wurden, abzusichern. Dank seiner neutralen Formulierung lässt es sich jedoch auch für andere Projekte einsetzen, da der Lizenztext frei verfügbar ist und unverändert weitergegeben werden darf.

+++ ghostscript verlässt gnu-projekt +++

Jedem, der schon unter Linux drucken wollte, ist der Software-Postscript-Interpreter Ghostscript (http://ghostscript.com) sicher ein Begriff. Dieses überaus nützliche Tool war bisher in einer kommerziellen so genannten AFPL- und einer etwas älteren freien GNU-Version (unter der GPL) erhältlich. Da, wie sich jetzt herausstellte, die GNU-Version die GNU-Richtlinien nicht in allen Punkten erfüllt, wird es nach GNU Ghostscript 7.07 keine neuen Versionen als Teil des GNU-Projektes mehr geben. An ihre Stelle tritt eine freie, unter GPL stehende Version, die sich GPL-Ghostscript nennen wird. Für den Anwender ändert sich dabei jedoch nichts, da GPL-Ghostscript die GNU-Reihe funktionell nahtlos fortsetzt; es ist lediglich eine Namensänderung.

+++ neverwinter nights client +++

Eine gute Nachricht gibt es für alle Zocker unter den Linux-Usern: Gut ein Jahr nach der Server-Version für Linux gab BioWare jetzt endlich den heiß erwarteten Linux-Client für das Rollenspiel Neverwinter Nights (http://nwn.bioware.com) heraus. Wie schon bei den ersten Beta-Versionen, benötigt der Spieler den gültigen Registrierungsschlüssel einer Windows-Installations-CD. Außerdem müssen die Ressourcen-Dateien von einer bestehenden Installation übernommen werden. Wer keine Lust hat, das Spiel erst unter Windows zu installieren, kann sich die Ressourcen auch als 1,2 GB grosses Archiv bei BioWare herunterladen. Eine schnelle Anbindung und eine Flatrate sollten dann aber vorhanden sein. Sind diese Hürden umschifft, steht dem Spielspaß nichts mehr im Weg.

setedit, der Nostalgie-Editor

Viele ältere Linuxer machten ihre ersten PC-Erfahrungen im Informatikunterricht der Schule. Damals stand meist Programmieren in Turbo Pascal auf dem Lehrplan: Das Borland-Produkt bot für seine Zeit bereits eine sehr komfortable Entwicklungsumgebung, der manch alter Hase insgeheim ein wenig nachtrauert.

setedit (http://setedit.sourceforge.net) bringt jetzt den alten Borland-Editor auf den Linux-Desktop. Ursprünglich als Bestandteil von RHIDE, einer Portierung der Borland-Entwicklungsumgebung, geplant, ist der Editor allein bereits eine interessante Alternative zu Größen wie Emacs. Dabei entspricht er ganz seinem Borland-Vorbild: Neben der klassischen, an Wordstar angelehnten Tastaturbelegung wird dies besonders bei der in TVision implementierten CUA-Oberfläche deutlich. Damit bietet Setedit sowohl im Terminal als auch in der Konsole eine bequeme, gut strukturierte Oberfläche, die auch die Mausbedienung unterstützt. Neben den üblichen Editorfunktionen verfügt Setedit noch über eine Reihe nützlicher aber auch unterhaltsamer Funktionen, wobei der eingebaute MP3-Player sicher der letzteren Gruppe zuzuordnen ist. Features wie Taschenrechner, Bildschirmschoner für die Konsole, Makro-Rekorder sowie Syntax-Highlighting sind hingegen nur einige der nützlichen Funktionen.

Insbesondere das Syntax-Highlighting ist sehr umfangreich und unterstützt von 4DOS bis zum Unix-Shell-Script über 35 verschiedene Programmier- und Auszeichnungssprachen wie TeX oder HTML. Darunter befinden sich auch Raritäten und Exoten wie 80x86 AT&T Assembler, Clipper oder PIC Assembler. Selbstverständlich lassen sich alle Highlighting-Schemata durch Schlüsselwörter erweitern. Hier zeigt sich bereits, dass Setedit in fast allen Bereichen frei konfigurierbar ist und somit optimal an die Bedürfnisse des Benutzers angepasst werden kann.

Alle Optionen und Einstellungen zu beschreiben, würde den Rahmen dieser Rubrik sprengen. Interessierte können Setedit direkt von der Heft-CD installieren. Vergessen Sie aber nicht, vorher TVision einzuspielen, da dies in den meisten Distributionen nicht enthalten ist.

Abbildung 1: Auf den ersten Blick unterscheidet sich Setedit nicht vom Borland-Editor
Abbildung 2: In punkto Konfiguration hat Setedit Borland jedoch einiges voraus.

Mailstats

E-Mail ist nach Ansicht diverser Experten das wichtigste Kommunikationsmittel neben dem Telefon. Besonders Verwalter von Mailing-Listen interessiert es häufig, welcher Benutzer am aktivsten ist oder welches Mail-Programm von den Benutzern überwiegend verwendet wird. Diese und andere statistische Daten lassen sich mit MailStats (http://marki.host.sk/MLS/) aus Mail-Archiven im .cache- oder mbox-Format, das z. B. Netscape verwendet, extrahieren. Dabei ist die Konfiguration sehr intuitiv: Neben der gewünschten Sprachunterstützung und einem geeigneten Ausgabeformat – zur Wahl stehen dabei Text und HTML – müssen lediglich eine Eingabe- sowie eine Ausgabedatei festgelegt werden. Alternativ können Ein- und Ausgabe auch über die Standardkanäle von Linux erfolgen. Dies ist sinnvoll, falls man z. B. die Ausgabe in ein anderes Programm umleiten möchte. Ein Anwendungsbeispiel dazu befindet sich im Verzeichnis example des Quell-Archivs. Der Benutzer findet dort einige Beispieldateien, mit denen er MailStat mit Hilfe der .forward-Datei in den Arbeitszyklus von procmail integrieren kann. Auf diese Weise lässt sich die Auswertung automatisieren. Ein ebenfalls im Quellarchiv enthaltenes PHP-Skript ermöglich außerdem eine interaktive Darstellung der Auswertung im Netz.

Somit eignet sich MailStat hervorragend, um Statistiken des Mail-Verkehrs in Mailing-Listen oder lokalen Netzwerken zu erfassen. Dabei hängt die Geschwindigkeit der Auswertung maßgeblich vom verwendeten Prozessor ab: Prozessoren jenseits der Pentium-II-Klasse reichen meist aus. Übrigens ist dabei die Linux-Version erheblich schneller als ihr Windows-Pendant.

Abbildung 3: MailStat kann entweder eine HTML-Datei erzeugen …
Abbildung 4: … oder die Auswertung in eine Textdatei schreiben

Twin, der Window Manager für die Konsole

Unter Linux laufen die meisten Dienste und Programme auch ohne grafische Oberfläche. Deshalb kommt es häufig vor, dass auf Servern oder älteren Rechnern, die in einer Ecke stehend Netzwerkdienste übernehmen, gar kein X-System installiert ist. Neben der Ressourcenersparnis spielt gerade bei Servern auch der Sicherheitsaspekt eine Rolle. Allerdings muss heute niemand mehr auf den Komfort eines Window Managers verzichten, selbst wenn kein X-System installiert ist: Die Lösung heißt twin (http://linuz.sns.it/~max/twin/) und ist eine grafische Oberfläche im CUA-Stil für die Konsole. Wie das X-System besteht es aus einer Client- und einer Server-Komponente, was auch eine Umlenkung der Ausgabe auf einem entfernten Rechner im X-Stil ermöglicht. Allerdings ist der eingebaute Window Manager sehr einfach und allenfalls auf dem Niveau eines TWM. Wer von Sawfish oder Enlightenment verwöhnt wurde, wird einiges vermissen.

Dafür entschädigt Twin mit einigen Funktionen, die man nicht vermuten würde: Neben einem vollwertigen Terminal-Emulator verfügt es unter anderem über einen System-Monitor und eine Systemuhr. Selbst ein Gegenstück zu Login-Managern wie KDM, GDM und XDM hat der Programmierer mit TWDM geschaffen. Ein beiliegendes Tutorial beschreibt, wie der Benutzer TWDM in die Initialisierungsroutinen des Systems integrieren kann. Ein anderer interessanter Punkt dieses Tutorials ist die Verwendung der so genannten transparenten Komprimierung. Mit Hilfe der zLib, die jedes System enthält, lassen sich die Daten zwischen Twin-Server und -Client komprimiert übertragen. Dies ist besonders bei geringer Bandbreite sehr hilfreich. Dank der Leistungsfähigkeit heutiger Prozessoren fällt die kompressionsbedingte Zeitverzögerung dabei nicht ins Gewicht. Wer twin jetzt ausprobieren möchte, findet die Quellen auf der Heft-CD. Vergessen sie aber nicht, nach der Installation einmal ldconfig aufzurufen, da twin anderenfalls seine Bibliotheken nicht findet.

Abbildung 5: Twin ist ein Window Manager für die Konsole

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