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Profischnitt

Professioneller Videoschnitt mit Cinelerra und MainActor

Los geht´s

Beide Programme lassen sich ähnlich bedienen, wobei die so genannte Timeline, die Zeitleiste, das Herzstück bildet. Auf ihr werden alle Bildstreifen horizontal entlang der Zeitachse angeordnet und mit Effekten versehen. Die Timeline stellt jedes Bild des Films einzeln dar, 25 Bilder bilden eine Sekunde. Die Beschriftung korrespondiert damit: Die letzten beiden Stellen jeder Zeiteinheit entsprechen der Bildnummer, nach jeweils 25 Bildern beginnt eine neue Sekunde.

Abbildung 3: Diese Einstellungen gelten für ein Projekt im DV-Format

Die Bilder zu diesem Artikel veranschaulichen, wie zwei Urlaubsvideos importiert werden, die schon auf der Festplatte gespeichert sind und wie aus ihnen – mit Übergang und Titel – ein einheitliches Video entsteht.

Den Anfang macht stets ein neues Projekt. Unter Cinelerra geht das per File/New... und unter MainActor per Datei/Neu. Im Fenster legen Sie das Format für den neuen Film fest. Bei unserem Urlaubsbeispiel verwenden wir das DV-Format. Unter MainActor wählen Sie hierzu Digtial Video (DV-PAL), bei Cinelerra die Werte aus Abbildung 3.

Abbildung 4: Beim ersten Import eines Videos fragt MainActor diese Einstellungen ab

Um einen Clip einzufügen, rufen Sie bei Cinelerra File/Load File... auf. Wählen Sie das passende Video und als Insertion strategy den Punkt Concatenate to existing tracks.

Im entsprechenden Fenster von MainActor klicken Sie in der untersten Symbolleiste auf das erste Symbol von links (Multimedia einfügen). Unter Import Dialog wählen Sie MPEG-I oder MPEG-II aus der Liste MainActor.

Beide Programme legen die Clips auf so genannten Spuren ab. Die funktionieren wie ein Stapel: Bei Clips, die sich zeitlich überlappen, hat bei MainActor derjenige Priorität, der unten liegt, bei Cinelerra der obere.

Das macht Effekte wie bei der Tagesschau möglich: Das Video mit dem Sprecher liegt auf einer Spur, die sich über der des Hintergrundes befindet. Während Cinelerra das Video automatisch auf einer Spur ablegt, müssen Sie das bei MainActor selbst übernehmen. Fahren Sie mit dem Mauszeiger über die Spur Va im Fenster Timeline und plazieren Sie den Rahmen am Anfang.

Importieren Sie den zweiten Filmclip nach dem gleichen Muster. Cinelerra hängt ihn automatisch an den ersten an. Da MainActor Überblendungen, die so genannten Transitionen, anders behandelt, müssen sie dort den zweiten Film auf der Spur Vb, hinter dem ersten Clip positionieren.

Möglicherweise ist die Spieldauer der Videos länger als der Fensterausschnitt darstellen kann. Beide Programme können den in der Timeline dargestellten Ausschnitt verändern. Unter Cinelerra erledigen Sie das mit den drei (Zahlen-) Listen in der Timeline unten links, unter MainActor mit dem kleinen Schalter Timeline am unteren Rand der Zeitleiste und der Liste Auflösung in der Symbolleiste. Probieren Sie die Einstellungen durch, bis alle Filme in das Fenster passen. Cinelerra kann das auch automatisch: Klicken Sie dazu das dritte Symbol von rechts in der Symbolleiste an.

Abbildung 5: Diese Auswahl an Überblendungen bietet Cinelerra

Blendend

Unter MainActor selektieren Sie im Browser-Fenster das erste Symbol von links in der Symbolleiste. Wählen Sie aus der Liste einen Überblendungstyp und auf der rechten Seite eine der Überblendungen aus. Im Urlaubsbeispiel ist dies 3D und Swinging Doors. Klicken Sie das zur Transition gehörende Symbol an und fahren Sie mit dem Mauszeiger auf die Spur Fx – die ist für Überblendungen gedacht. Positionieren Sie die Transition so, dass ihr Ende mit dem des ersten Clips zusammenfällt. Mit einem Klick ist die Überblendung abgelegt. Per Drag & Drop ziehen Sie den zweiten Filmclip so weit auf seiner Spur nach links, bis sein Anfang bündig mit dem Anfang der Überblendung abschließt. Per Doppelklick auf das Symbol in der Fx-Spur lassen sich weitere Einstellungen vornehmen. Der kleine Pfeil deutet die Richtung an, in die der Effekt "wirkt".

Abbildung 6a: Die eingefügte Überblendung in MainActor…

Abbildung 6b: … und unter Cinelerra

Unter Cinelerra ist eine Transition einfacher zu erzeugen: Wählen Sie aus dem Fenster Resources den Punkt Video Effects. Suchen Sie sich im rechten Teil einen Effekt, etwa Iris Square, aus und ziehen Sie ihn mittig zwischen die beiden Streams auf der Videospur. Nach dem Lösen der Maustaste erscheint dort ein Symbol: Wenn Sie mit der Maus darüber fahren, kippt der Zeiger um. Ein Rechtsklick öffnet ein Kontextmenü: Dort konfiguriert Show die Überblendung, Length legt die Dauer fest, und Detach entfernt die Überblendung wieder.

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Infos zum Autor

Tim Schürmann

Tim Schürmann

Tim Schürmann ist Diplom-Informatiker und derzeit als freier Autor unterwegs. Mehr Informationen finden Sie auf seiner Homepage unter http://www.tim-schuermann.de.


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LinuxUser 06/2012

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