Schwedisches Heimkino
Ogle bietet DVD-Genuss mit allem Komfort
Schön abgespielt
So konfiguriert ist alles bereit: Legen Sie die erste DVD ein und starten Sie ogle:
ogle -u gui /dev/hdx
Die Angabe der Gerätedatei im Befehlsaufruf lassen Sie weg, sofern das richtige Laufwerk in Ihrer .oglerc steht. In der Default-Einstellung versucht ogle, /dev/dvd zu öffnen, wobei es sich um einen Link auf das DVD-Laufwerk handelt, den viele Distributionen bei der Installation angelegen.
Alternativ spielen Sie Videos von einer gemounteten DVD ab. Statt der Gerätedatei geben Sie in diesem Fall das Verzeichnis mit den Video-Dateien an:
ogle -u gui /mnt/cdrom/VIDEO_TS
Mit dem Parameter -u gui teilen Sie dem Player mit, dass Sie die grafische Steuerung (Abbildung 1) verwenden wollen.
Ogle startet daraufhin mit einem Kontroll-Panel, wie Sie es von anderen Abspielprogrammen kennen. Unter den Schaltflächen für Abspielen, Stopp, Vor- und Rücklauf befinden sich die Buttons, mit denen Sie in den Kapiteln der DVD navigieren.
Rechts daneben liegen die Bedienelemente für die Menüs und die Kapitelauswahl. Deutschsprachige Tool-Tipps für jeden Button helfen Ihnen, sich schnell zurechtzufinden. Um das DVD-Menü anzuzeigen, wählen Sie durch Klick auf die Schaltfläche mit dem Blatt Papier das Titelmenü aus. Mit Hilfe der Cursor-Tasten oder des Steuer-Panels gelangen Sie von dort beispielsweise zur Sprachauswahl der DVD (Abbildung 2).
Wem es zu lästig ist, beim Filmgenuss immer mit der Maus zu hantieren, für den bietet ogle eine komfortable Tastatursteuerung. Um ganz auf die grafische Steuerung zu verzichten, starten Sie den Player mit folgendem Aufruf:
ogle -u cli /dev/hdx
Der Player läuft dann im Kommandozeilenmodus, und die Navigation erfolgt mit der Tastatur. Mit [p] spielen Sie die DVD ab, [>] und [<] springen ein Kapitel vor bzw. zurück, mit Hilfe der Leertaste pausieren Sie den Film, und die [r]-Taste bringt Sie zum Hauptmenü der DVD. Dort navigieren Sie mit den Pfeiltasten und wählen einzelne Menüpunkte durch Druck auf [Enter] aus. Eine Übersicht der wichtigsten Shortcuts finden Sie in Tabelle 1.
Tabelle 1: Tastaturkommandos zur Steuerung von ogle
| Taste | Funktion | ||
|---|---|---|---|
| p | Abspielen | ||
| Leertaste | Pause bzw. Weiterspielen | . | Schneller |
| , | Langsamer | > | Ein Kapitel weiter |
| < | Ein Kapitel zurück | ||
| r | Hauptmenü anzeigen | ||
| c | Zurück zur Wiedergabe (nur in Menüs aufrufbar) | ||
| s | Untertitel ein- oder ausblenden | ||
| f | Vollbildmodus ein- oder ausschalten | ||
| q | Ogle beenden | ||
| Einfügen | Lesezeichen setzen | ||
| [$NR] Entfernen | Lesezeichen mit der Nummer $NR löschen. Die Eingabe der Zahl ist optional. Ohne Angabe der Zahl wird das letzte Lesezeichen der Liste gelöscht. | ||
| [$NR] b | Gehe zum Lesezeichen mit der Nummer $NR. Hier ist die Eingabe einer vorangestellten Zahl optional. | ||
| Bild runter | Zehn Sekunden weiter. Setzen Sie vor die Eingabe eine Ziffer, wie beispielsweise 30, werden die nächsten 30 Sekunden übersprungen. Während einer Sitzung merkt sich ogle den zuletzt eingegebenen Wert und verwendet ihn, sofern Sie nicht erneut eine Zahl eingeben. Die Eingabe von 0 [Bild runter] setzt die Einstellung auf den Default-Wert zurück. | ||
| Bild hoch | Zehn Sekunden zurück. Auch hier kann vor der Taste eine Zahl mit der gewünschten Sekundenanzahl eingegeben werden. | ||
| i | Foto der gerade abgespielten Szene aufnehmen. Die Bilddateien werden in dem Verzeichnis gespeichert, aus dem Sie ogle aufgerufen haben. Die Bilder tragen Namen der Form shot0001.jpg, shot0002.jpg usw. |
Neben der einfachen Wiedergabe bietet ogle zahlreiche nützliche Features: Mit [i] kommen Sie an ein Foto der gerade abgespielten Szene. Mit normalen Screenshot-Programmen ist es schwierig, Bilder von einem gerade laufenden Film zu machen.
Ein weiteres nettes Schmankerl ist die ogle-eigene Bookmark-Verwaltung. Wohl jeder hat seine ganz privaten Lieblingsszenen, die er sich gar nicht oft genug anschauen kann. Statt sich das Kapitel zu merken und sich beim sekundengenauen Vorspulen die Finger wund zu drücken, setzen Sie mit der [Einfügen]-Taste ein Lesezeichen. Möglicherweise ist die Taste bei Ihnen mit "Ins" oder "Einfg" beschriftet.
Der Player speichert diese im Verzeichnis ~/.ogle/bookmarks im XML-Format. Die Verwaltung Ihrer Lesezeichen ist denkbar komfortabel: Ogle numeriert sie einfach durch. Ein Druck auf die [3] und auf das [b], bringt Sie zum dritten Lesezeichen. So werden unvergessliche Momente der Filmgeschichte für Sie auf Knopfdruck abrufbar (siehe Abbildung 3).
Um wirklich perfekt zu sein, fehlen ogle nur noch eine Funktion zur Lautstärkeregelung und die Möglichkeit, die DVD bei laufendem Player zu wechseln. Bis es so weit ist, müssen Sie einen externen Mixer verwenden und ogle neu starten, wenn Sie die DVD wechseln.
Glossar
DMA
Abkürzung für Direct Memory Access. Die Daten zwischen EIDE-Festplatten/CD-ROM-Laufwerken und dem Arbeitsspeicher laufen nicht über den Umweg über die CPU, sondern nutzen eine direkte Verbindung, den DMA-Kanal. Bei geringerer CPU-Last steigt gleichzeitig die Datentransferrate.



