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Ruhe bitte!

Hardware für den Wohnzimmer-PC

01.08.2003 Multimedia am Computer wird immer mehr zum Alltag. Das größte Hindernis für den PC-Ersatz im Wohnzimmer ist die Geräuschkulisse aktueller Systeme. Wir stellen Ihnen Hardware zum Bau eines geräuschlosen Linux-Videorekorders vor.

Alles heiße Luft, so könnte man aktuelle Rechner treffend charakterisieren: Ein bis zwei Netzteillüfter, jeweils ein weiterer lärmt auf CPU, Mainboard-Chipsatz und Grafikkarte, die Festplatte muss auch noch gekühlt werden, und ein Zusatzlüfter an der Vorderseite soll dem Rechner eine kühle Brise verschaffen. Ein aktueller Computer mit 2,5-GHz-Prozessor setzt 100 bis 200 Watt in Wärme um, und mit der Zahl der Lüfter steigt der Lärmpegel gewaltig.

Niedriger CPU-Takt

Eine Alternative sind niedrig getaktete, stromsparende Prozessoren, die rein passiv gekühlt werden können. Die Chip-Schmiede Via stellte auf der CeBIT 2003 das ultra-kompakte Epia-Mainboard vor, das bereits mit einem Intel-kompatiblen C3-Prozessor bestückt ist. Bis zu einer Taktfrequenz von 600 MHz lassen sich Mainboard und Prozessor rein passiv kühlen, wir wählten deshalb das Modell ME6000P für rund 130 Euro von [3].

Das Mainboard ist im ITX-Formfaktor gefertigt und nur 17 x 17 cm

2groß. Man kann es getrost als Einplatinen-Computer bezeichnen, da es neben CPU, Chipsatz und Grafikkarte auch mit allen nötigen Schnittstellen ausgestattet ist: Es gibt einen PCI-Slot, zwei IDE-Kanäle, Floppy-Anschluss, Netzwerk, Sound, TV-Ausgang, 4 x USB 2.0, 2 x Firewire, 2 x seriell, 1 x parallel und 2 x PS/2. Die Linux-Unterstützung ist gut, lediglich für X benötigt man den Server von Via [1] oder muss den Framebuffer-X-Server benutzen.

Das Gehäuse Yeong-Yang Casper A106 für 60 Euro wurde von Tech-Case [3] geliefert. Es ist recht kompakt und sieht nicht auf den ersten Blick wie ein Computer aus, das CD-Laufwerk verschwindet zum Beispiel hinter den Acrylglas-Abdeckungen in der Mitte, Schalter und Schnittstellen sind hinter Klappen verborgen.

Lüfterloses Netzteil

Das eingebaute 70-Watt-Netzteil ersetzten wir durch ein rein passiv gekühltes 110-Watt-Netzteil für 125 Euro, ebenfalls von [3]. Das Netzteil besteht aus zwei Teilen, dem externen Trafo und einem internen Spannungswandler, der jedoch zu klein für die Netzteil-Aussparung im Gehäuse war. Wir konnten den internen Wandler deshalb nur mit einer Schraube befestigen, weitere Probleme gab es nicht.

Das Casper-Gehäuse ist sehr geräumig, es bietet Platz für vier PCI-Steckkarten, eine Festplatte und ein Diskettenlaufwerk sowie einem CD-ROM (Abbildung 1). Die Wärmeableitung führt über die Gehäusedeckel, ein Lüfter war nicht erforderlich – die Innentemperatur liegt allerdings bei gut 40 Grad, und der Mainboard-Chipsatz wird durchaus bis 60 Grad heiß.

Abbildung 1: Das Gehäuse ist kompakt, bietet aber genug Platz für einen Videorekorder mit CD-Laufwerk und ein bis zwei Festplatten. Dank der passiven Kühlung ist im Betrieb nur die Festplatte zu hören, die Betriebstemperatur beträgt allerdings gut 40 Grad.

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Infos zum Autor

Mirko Dölle

Redakteur für Linux bei c't, Heise Zeitschriften Verlag; ehemals Competence Center Hardware/Linux-Magazin, Linux New Media AG


Infos zur Publikation

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LinuxUser 03/2012

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