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Blick in die Ferne

Fernsehen und Videotext mit Linux

…und abspielen

Das Xawtv-Paket bringt einen eigenen, simplen Movie-Player mit, der alle mit xawtv, motv oder Streamer aufgezeichneten AVI- und Quicktime-Filme abspielt. pia übernimmt eine als Argument übergebene Datei und spielt sie ab – fertig. Die Taste [Q] beendet pia vorzeitig, weitere Eingriffsmöglichkeiten gibt es nicht. Ein Start des Programms aus xawtv oder motv heraus ist über den playback-Button möglich.

Mplayer und Xine sollten keine Probleme damit haben, die von xawtv aufgezeichneten Filme abzuspielen. Windows legt dem Anwender da schon mehr Steine in den Weg, da es keinen Quicktime-Player mitbringt und bei älteren Versionen auch ein Mjpeg-Codec nicht zum Lieferumfang gehört.

Videotext

Fernsehstationen liefern nicht nur Bild und Ton, sondern auch Informationen wie Videotext. Einige Sender übertragen auch eine Sender-ID und VPS-Informationen. Dafür nutzen sie die Austastlücke des Fernsehsignals (engl.: Vertical blank interval, VBI). Unter Linux sind diese Daten über die Datei /dev/vbi abrufbar.

Um Videotext zu nutzen, empfiehlt es sich, das Paket tv-fonts zu installieren, das allerdings bei Debian Woody (3.0) nicht dabei ist. Wer in diesem Fall also in den Genuss von Videotext kommen will, muss entweder tv-fonts aus der Testing-Distribution installieren oder xawtv aus den Quellen kompilieren. tv-fonts enthält die Schriften, die mtt zur Darstellung von Videotext-Seiten benötigt. Ohne diese Schriften stellt das Programm die Blockgrafiken (beispielsweise Senderlogos) nicht dar. Wer sich diese Zeichen ansehen will, tut das mit folgendem Aufruf:

xfd -fn "-*-teletext-*-r-*--20-*-*-*-c-*-iso10646-1"

Abbildung 2: Dank Unicode können Videotext-Seiten direkt aus dem Browser mtt in andere Programme kopiert werden

Die Teletext-Blockgrafikzeichen sind im Unicode-Zeichensatz enthalten. Das erleichtert den Umgang mit Videotext-Seiten. Der User benutzt einfach ein Unicode-Encoding wie UTF-8 und kopiert die Seiten direkt in ein anderes Programm.

Xawtv enthält gleich zwei Programme für Videotext: mtt und alevtd. Abbildung 2 zeigt Mtt in Aktion. Alle Seiten erreicht der Benutzer per Mausklick auf die Seitenzahl oder Eingabe einer Zahl über die Tastatur.

Wenn kein X-Server läuft, startet mtt automatisch im Terminal-Modus, den ansonsten die Kommandozeilen-Option -tty erzwingt. Mit einer Teletext-Schrift und UTF-8 sieht das richtig schön aus.

alevtd ist ein Webserver für Videotext: Er läuft als Daemon im Hintergrund und liefert HTML-Seiten als reinen Text in UTF-8 kodiert. Gute CSS- und Unicode-Unterstützung im Browser ist gefragt; mit dem guten, alten 4-er Netscape kommt man nicht weit. Außerdem ist es eine gute Idee, auch auf dem Client das tv-fonts-Paket zu installieren. Abbildung 3 zeigt Konqueror mit einer Videotext-Seite.

Der Name "Alevtd" hat historische Gründe, ältere Versionen benutzten den VBI-Decoder des Videotext-Programms Alevt [7]. Heute kommt statt dessen die Zvbi-Bibliothek [2] zum Einsatz.

Abbildung 3: Konqueror zeigt eine Videotext-Seite, die alevtd ausgeliefert hat

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LinuxUser 06/2012

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