out of the box: ddclient

Rund um die Uhr erreichbar

Ob es sich um die Urlaubsfotos aus der Digitalkamera, Konfigurationsdateien, die ein bestimmtes Problem lösen, oder mühsam erstellte Briefvorlagen handelt – es gibt genügend Daten auf dem heimischen Linux-Rechner, auf die man von anderswo gern Zugriff hätte. Mit dynamischen DNS-Diensten und dem ddclient dürfen auch Benutzer ohne feste IP-Adressen ihre Rechner dauerhaft den Fährnissen des Internets aussetzen.

out of the box

Es gibt tausende Tools und Utilities für Linux. "out of the box" pickt sich die Rosinen raus und stellt pro Monat ein Progrämmchen vor, das wir für schlichtweg unentbehrlich oder aber zu Unrecht wenig beachtet halten.

Wer seinen Heim-Rechner von unterwegs erreichen möchte, kämpft bei den meisten Providern damit, dass sich spätestens nach 24 Stunden die zugewiesene IP-Adresse ändert. Mit handelsüblichen Lösungen lässt sich der Zugriff von außen ("remote") dann nur für diese Zeit sicherstellen. Abhilfe naht in Gestalt eines Dynamic-DNS-Service: Er erlaubt es, die Zuordnung von DNS-Hostnamen zu numerischen IP-Adressen bei Bedarf zu aktualisieren.

Allerdings muss der Anbieter des Dienstes zu diesem Zweck von der sich ändernden IP-Adresse erfahren. Sie bei jeder Umadressierung von Hand zu aktualisieren, ist mühselig oder gar unmöglich – dann nämlich, wenn man zum entsprechenden Zeitpunkt keinen Zugriff auf die Konsole des Rechners hat. ddclient von Paul Burry versorgt die wichtigsten Dynamic-DNS-Dienste (namentlich http://www.dyndns.org/, http://www.hn.org/, http://www.zoneedit.com/ und http://www.easydns.com/) automatisch mit den entsprechenden Informationen.

Problemlose Installation

Als Perl-Skript braucht man ddclient nicht einmal kompilieren, was die Installation erheblich vereinfacht. Einzige Voraussetzung: Perl muss vorinstalliert sein. Glücklicherweise sorgen zumindest die Hersteller gängiger Distributionen von sich aus dafür.

ddclient selbst finden Sie samt einigen Beispiel-Dateien auf der Heft-CD oder auch auf der Webseite http://burry.ca:4141/ddclient/. Letztere ist allerdings eher schlecht zu erreichen. Benutzer einer aktuellen Debian-Distribution oder von Red Hat Linux 8/9 finden auf der Heft-CD fertig vorkompilierte Pakete vor, die sie mit

dpkg -i ddclient_3.6.2-2_all.deb

(Debian) oder

rpm -ivh ddclient-3.6.2-4.noarch.rh8.rpm
rpm -ivh ddclient-3.6.2-5.noarch.rh9.rpm

(erster Befehl: Red Hat 8.x, zweites Kommando: 9.x) einspielen.

Debian bietet sogar an, ddclient direkt nach der Installation mittels einer Textoberfläche (Abbildung 1) zu konfigurieren. Möchte man die dabei getätigten Einstellungen später ändern, steht jederzeit der Befehl

dpkg-reconfigure ddclient

zur Verfügung. Wir beschäftigen uns hier aber mit der manuellen Konfiguration.

Abbildung 1: Unter Debian gibt es für ddclient ein Konfigurationstool

Unter Red Hat trägt man das Programm anschließend mit

chkconfig --add ddclient

in die Liste der Dienste ein, die automatisch bei jedem Systemstart hochgefahren werden. Benutzer anderer Distributionen finden in Listing 1 eine Installationsanleitung.

Listing 1

ddclient installieren

tar xzf ddclient-3.6.2.tar.gz
cd ddclient-3.6.2
su (Geben Sie hier bitte Ihr root-Passwort ein)
cp ddclient /usr/sbin
cp sample-etc_ddclient.conf /etc/ddclient.conf
cp sample-etc_rc.d_init.d_ddclient /etc/rc.d/init.d/ddclient
exit

Dynamik

Um aus ddclient überhaupt Nutzen zu ziehen, benötigen Sie einen Account bei einem der oben genannten Provider dynamischer DNS-Dienste. Dieses Konto ist völlig unabhängig vom Anbieter Ihres Internet-Zugangs!

Beim bekanntesten Anbieter DynDNS bekommen Sie unter http://www.dyndns.org/account/create.html einen Zugang, der bis zu fünf Hostnamen kostenlos aufnimmt. Nach der Anmeldung loggen Sie sich unter http://www.dyndns.org/account/ ein und fügen unter Dynamic DNS / Add Host in der Zeile Hostname einen Rechnernamen hinzu (Abbildung 2). Rechts davon wählen Sie eine der von der Firma bereitgestellten Domains aus. Alle anderen Felder können Sie unverändert lassen. Ihr Rechner wird später unter der Adresse Hostname.gewählteDomain erreichbar sein, in Abbildung 2 also unter linuxusertest.dyndns.org.

Da sich DynDNS vorbehält, unbenutzte Hostnamen nach 35 Tagen ohne Update der IP-Adresse aus der Datenbank zu löschen, lohnt es sich nicht, Hostnamen auf Vorrat zu registrieren. Wer die Rechner eigenen Domains zuordnen will, muss den dynamischen DNS-Provider damit beauftragen, die DNS-Informationen für die eigene Domain kostenpflichtig zu verwalten.

Abbildung 2: Erstellen eines dynamischen DNS-Eintrags bei DynDNS

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