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Die dritten Dimension

deskTOPia: 3d-Desktop

Erste Schritte

Dort finden Sie nun zwei Programm-Dateien vor: den Daemon 3ddeskd, der laufen muss, damit die eigentliche Pager-Anwendung 3ddesk zwischen den virtuellen Arbeitsflächen umschalten kann. Diesen Daemon müssen Sie nur dann manuell starten, wenn Sie besondere Einstellungen wünschen. Dann lässt sich seine Funktionsweise durch die in Tabelle 1 angegebenen Parameter beeinflussen. Normalerweise startet ihn 3ddesk beim ersten Aufruf von sich aus.

Tabelle 1: Parameter von <C>3ddeskd<C>

--acquire=# Die statt # angebene Zahl legt fest, alle wieviel Millisekunden der Daemon den Desktop wechselt, um ein aktuelles Bildschirmfoto zu holen.
--dir=/path Anstelle von /path gibt man das Verzeichnis an, in dem bei der Installation Hilfsdateien abgelegt wurden. Standard ist /usr/local/share/3ddesktop.
--texturesize=# Statt des Raute-Zeichens gibt man die Texturgröße und damit die Detailstufe an, mit der das Bildschirmfoto dargestellt wird. Mögliche Werte sind 256, 512 und weitere Zweierpotenzen.
--wm=fenstermanager Spezifiziert den benutzten Fenstermanager. In der aktuellen Version sind folgende Zuweisungen möglich: kde2, kde3, gnome1, gnome2, ewmh, fluxbox, windowmaker, enlightenment, sawfishonly.
--fastest Sorgt dafür, dass 3d-Desktop die höchstmögliche Priorität zugewiesen bekommt.

Ebenso wie der Daemon kennt auch der Pager verschiedene Aufrufparameter (Tabelle 2). Nicht jeder davon eignet sich für jeden Fenstermanager, da diese die virtuellen Arbeitsflächen oft unterschiedlich gruppieren. WindowMaker und kwin ordnen die Desktops in einer Reihe an, fvwm und enlightenment hingegen in einer tabellenartigen Struktur mit mehreren Zeilen und Spalten. Als universeller Pager unterstützt 3d-Desktop beide Ansätze. Versteht ein Window Manager einen Parameter nicht, hat der entsprechende Aufruf keinen Effekt. So bewirkt der Parameter --gotodown bei kwin nichts, da es dort kein "unten" gibt. Durch Herumexperimentieren mit den einzelnen Aufrufparametern finden Sie schnell heraus, welche Optionen für Sie nützlich sind.

Über die in Tabelle 2 genannten --goto@L: *-Parameter springen Sie Ihre Arbeitsflächen an. Wollen Sie jedoch zum übernächsten virtuellen Desktop, bietet sich der interaktive Modus an. Sie erreichen ihn, wenn Sie 3ddesk ohne Angabe eines Ziels aufrufen. Dort wählen Sie mittels der Pfeiltasten die gewünschte Arbeitsoberfläche aus. Auch die Benutzung der Maus ist in diesem Modus möglich, wobei die beiden Maustasten den jeweiligen Richtungen zugeordnet sind. Alternativ springen Sie den gewünschten Desktop durch Eingabe einer Zahl von 0 bis 9 direkt an. Sind Sie am richtigen Ort angelangt, wählen Sie diese Arbeitsfläche durch Druck auf die [Leer]- oder [Escape]-Taste aus oder drücken auf [q] oder klicken einmal mit der mittleren Maustaste.

Tabelle 2: Parameter von <C>3ddesk<C>

--view=xxx Benutzt die view-Optionen aus der Datei 3ddesktop.conf.
--mode=xxx Setzt den Darstellungsmodus; mögliche Werte für xxx sind: carousel, cylinder, linear, viewmaster, priceisright, flip oder random.
--acquire=# Die statt # eingegebene Zahl überschreibt den --acquire-Wert des Daemons (vgl. Tabelle 1).
--acquirecurrent Macht ein Bildschirmfoto der aktuellen virtuellen Arbeitsfläche.
--gotoright Wechselt eine virtuelle Arbeitsfläche nach rechts.
--gotoleft Wechselt eine virtuelle Arbeitsfläche nach links.
--gotoup Wechselt eine virtuelle Arbeitsfläche nach oben.
--gotodown Wechselt eine virtuelle Arbeitsfläche nach unten.
--goto=# Wechselt auf die virtuelle Arbeitsfläche mit der Nummer #.
--gotocolumn=# Wechselt auf die virtuelle Arbeitsfläche, die sich in der gleichen Zeile, aber in Spalte # befindet.
--gotorow=# Wechselt auf die virtuelle Arbeitsfläche, die sich in der gleichen Spalte, aber in Zeile # befindet.
--stop Beendet 3ddeskd.
--reload Zwingt 3ddeskd, die Datei 3ddesktop.conf neu zu laden.

Standardmäßig startet 3ddesk im Darstellungsmodus carousel (Abbildung 1), in dem Ihre Arbeitsoberflächen kreisförmig an Ihnen vorbeiziehen. Über den Parameter --mode=darstellungsmodus ändern Sie das Erscheinungsbild, wobei die Aufrufe 3ddesk --mode=priceisright (Abbildung 2) und 3ddesk --mode=flip (Abbildung 3) besonders schöne Ergebnisse hervorbringen.

Abbildung 1: Standard-Darstellungsmodus carousel

Abbildung 2: Darstellungsmodus priceisright

Abbildung 3: Darstellungsmodus flip

Noch spektakulärere Effekte erzielen Sie mit der --view-Option. Deren Definitionen stehen in der Datei 3ddesktop.conf des Quellarchivs. Diese kopieren Sie nach ~/.3ddesktop/3ddesktop.conf. Ein Blick hinein mit less präsentiert alle möglichen Werte für --view. So verwandeln sich Ihre virtuellen Arbeitsflächen mit 3ddesk --view=bigmoney in die drehende Walze einer Slot Machine.

Integration in KDE

Der Aufruf von 3ddesk über die Kommandozeile ist auf die Dauer ziemlich lästig. Viel netter wäre ein vordefiniertes Tastenkürzel oder ein Menüeintrag, der das Programm automatisch startet. Dabei deaktivieren Sie gleichzeitig den Standard-Pager der verwendeten Arbeitsumgebung, damit die beiden Desktop-Wähler sich nicht ins Gehege kommen.

Abbildung 4: Tastenkürzel bei KDE modifizieren

Dazu gehen Sie im Kontrollzentrum auf Regionale Einstellungen & Zugangshilfe / Tastenkürzel (Abbildung 4). Dort deaktivieren Sie folgende Einträge:

  • Allgemeine Tastenkürzel / Navigation / Zwischen Einträgen der Arbeitsflächenliste wechseln
  • Allgemeine Tastenkürzel / Navigation / Zwischen Einträgen der Arbeitsflächenliste wechseln (Gegenrichtung)
  • und alle Untereinträge des Punktes Tastenkürzel-Serien / Zu anderer Arbeitsfläche wechseln. Um die neuen Aufrufe für 3ddesk zu erzeugen, starten Sie den KDE-Menü-Editor über das Kontextmenü des K-Buttons. Legen Sie dort z. B. Einträge für den Wechsel nach links (3ddesk --gotoleft) und rechts (3ddesk --gotoright), für den interaktiven Modus (3ddesk) und für das direkte Anspringen von Arbeitsflächen (3ddesk --goto=#) an.

Abbildung 5: Menüeintrag für 3ddesk im interaktiven Modus

Dazu erzeugen Sie zuerst einen neuen Menüpunkt und geben in der Eingabemaske in der rechten Fensterhälfte den gewünschten 3ddesk-Programmaufruf ein, für den interaktiven Modus z. B. 3ddesk (Abbildung 5). Fehlt nur noch das Tastenkürzel: Dazu klicken Sie auf den Knopf in der rechten unteren Ecke und geben danach den gewünschten Shortcut ein, z. B. [Windows]+[Strg]+[Tab]. Was Sie wählen, ist Geschmackssache, Sie sollten jedoch keine schon anderweitig vergebenen Tastaturkürzel wählen.

Auch unter anderen Fenster-Managern kann man das Menü bearbeiten und Tastaturkürzel vergeben. WindowMaker beispielsweise bietet für diesen Zweck in das Programm wprefs integriert einen eigenen Menüeditor.

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LinuxUser 06/2012

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