Software

01.07.2003

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Ab sofort bietet SuSE seinen Kunden über den EDV-Buchversand (http://www.edv-buchversand.de) die Vollversion der Borland Kylix 3 Professional Edition zum Sonderpreis von nur 19,90 Euro an. Dabei handelt es sich lediglich um die reine CD inkl. Dokumentation als Datei auf der CD, jedoch ohne gedruckte Handbücher oder Support. Außerdem richtet sich das Angebot nur an SuSE-Anwender. Benutzer anderer Distributionen können aber dennoch Ihr Glück versuchen, immerhin liegt das Angebot ca. 300 Euro unter dem normalen Preis.

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Erst Anfang April wurde die deutsche Version von OpenOffice 1.0.2 (http://www.openoffice.org) freigegeben, da erschien schon die Version 1.0.3, dicht gefolgt von einer um Fehler in der Druckansteuerung bereinigten Version 1.0.3.1. Wie schon ihre Vorgänger enthält auch diese Version lediglich Fehlerkorrekturen der 1.0.x-Entwicklerreihe. Immerhin rückten die Entwickler wieder 140 Fehlern zu Leibe. Neue Funktionen soll es jedoch erst mit Version 1.1 geben, die sich zur Zeit noch im Test befindet. Erfreulicherweise war im Gegensatz zur 1.0.2 eine deutsche Version 1.0.3.x unmittelbar auf allen Servern des OpenOffice-Projekts erhältlich.

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Über das auf dem Wine-Projekt basierende Crossover Office (http://www.codeweavers.com/) der Firma CodeWeavers haben wir schon öfter ausführlich berichtet. Jetzt erscheint Version 2.0, die erstmals Photoshop 7.0 samt Grafik-Tablets unterstützt und unter anderem mit Red Hat Linux 9.0 und Mandrake Linux 9.1 laufen soll. (Im Test in der Redaktion bereitete auch SuSE Linux 8.2 keine Probleme.) Außerdem zählen auch Word XP, Excel XP, PowerPoint XP, Access 2000 und der Internet Explorer 6.0 zum Kreis der neu unterstützten Programme. Zudem korrigierte CodeWeaver eine Reihe von Fehlern, die mit Microsoft Office und Visio auftraten. Die neue Version ist ab sofort für $ 54,95 online oder als CD in Deutschland unter anderem bei LinuxLand (78,90 Euro) erhältlich.

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Tobit Software, einer der führenden Anbieter für unternehmensweite Kommunikationslösungen, stellt nach nur zweimonatiger Betaphase, an der zirka 3000 Tobit-Partner teilnahmen, jetzt Linux-Versionen seiner Messaging-Produkte David XL und FaxWare vor. Für Tobit ist das ein weiterer Schritt in ihre "Multi Network Operation System"-Strategie: Schließlich sind beide Produkte schon länger für Windows und Novell erhältlich. Laut Tobit entfällt eine Einarbeitungsphase, da alle Funktionen eins zu eins übernommen wurden. Lediglich Linux-Kenntnisse sollten vorhanden sein. Um diese Lücke zu schließen, plant Tobit, ab Mitte des Jahres seinen Partnern eintägige Linux-Schulungen anzubieten, die das nötige Grundlagenwissen vermitteln sollen. Damit trägt man der positiven Resonanz der Betaphase Rechnung.

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Kaum einer, der den erfolgreichen Klassiker Lemmings nicht kennt. Mit Pingus (http://pingus.seul.org/) lebt die Spielidee unter Linux weiter. Was als einfacher Klone begann, hat mittlerweile nur noch die Spielidee mit dem Original gemein. Durch eigenes Design, neue knifflige Levels, Multiplayer-Funktionalität und einen Level-Editor setzt sich das Programm mittlerweile deutlich vom Original ab. Auch die eingebaute Weltkarte und geheime Levels haben mit dem Vorbild nichts mehr gemein und sind eher aus anderen Spielklassikern entliehen. Last but not least laufen verständlicherweise Pinguine statt Lemmingen durch die Level. All dies nimmt jedoch nichts vom Spielspaß – im Gegenteil: Wer schon Lemminge gern spielte, wird von Pingus fasziniert sein. Vor dem Spielbeginn sollte man etwas Zeit einplanen, da Pingus mit ClanLib und Hermes Bibliotheken nutzt, die in den meisten Distributionen nicht enthalten sind und aus dem Quellcode nachinstalliert werden müssen.

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Browser-News

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Auch in diesem Monat gibt es wieder Neues aus der Web-Browser-Welt zu berichten. Unter anderem ist eine erste Version des Mozilla-Nachfolgers Firebird (http://www.mozilla.org/projects/firebird/), früher Phoenix, erschienen. Neben der höheren Arbeitsgeschwindigkeit fällt sofort das neue Standard-Theme ins Auge. Außerdem wurde das Konfigurationsmenü übersichtlicher gestaltet. Dies fällt besonders bei den persönlichen Einstellungen für Passwortverwaltung, Cookies oder Cache auf. Jedoch sind noch nicht alle von Mozilla bekannten Konfigurationsoptionen übernommen worden.

Weitere Highlights des neuen Firebird sind die automatische Anpassung von Bildern an die Größe des Browser-Fensters, sowie das "sanfte Scrollen". Zudem ist das Kontextmenü eines Lesezeichens jetzt überall verfügbar. Selbstverständlich wurden auch eine Reihe von Fehlern behoben. Bis Firebird aber das funktionale Erbe Mozillas antreten kann, wird es noch etwas dauern.

Abbildung 1: Auf den ersten Blick unterscheidet scheinbar nur das Theme Firebird und Mozilla
Abbildung 2: Die Konfiguration der privaten Einstellungen wurde übersichtlicher

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Nachdem Windows-Anwender schon länger eine stabile, wenn auch mit Fehlern behaftete Version 7.x von Opera (http://www.opera.com) nutzen können, hat Opera nun auch für Linux die Version 7.11 freigegeben. Seit der im letzten Heft besprochenen Beta-Version wurden lediglich Fehler korrigiert; neue Funktionen kamen nicht hinzu. Wer noch eine ältere Version benutzt, für den lohnt sich das Update auf jeden Fall.

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Xfe: Dateimanager à la Microsoft

Viele Anwender, die von Windows zu Linux wechseln, vermissen als erstes den gewohnten Explorer. Zwar sind Nautilus oder auch Konquerer dem Microsoft-Dateimanager in Komfort und Funktionalität überlegen, auf etwas älterer Hardware wirken sie jedoch eher träge. Nicht so Xfe (http://www.roland65.ovh.org/xfe/xfe.html): Im Gegensatz zur Konkurrenz zeigt sich dieses dem Windows Explorer nachempfundene Programm extrem performant und ist somit auch für ältere Systeme geeignet. Auf Komfort muss dabei aber niemand verzichten: Neben den vom Explorer bereits bekannten und gewohnten Funktionen erlaubt es Xfe, Verzeichnisse als Lesezeichen abzulegen. Auf diese Art kann der Benutzer von jedem Punkt des Verzeichnisbaums mit einem Klick gezielt in ein bestimmtes Verzeichnis wechseln.

Selbstverständlich verwaltet Xfe auch tar- und RPM-Archive. Letztere können mit Xfe wahlweise nur betrachtet, installiert oder auch wieder entfernt werden. Wer darüber hinaus spezielle Funktionen benötigt, kann per Klick ein Terminal-Fenster im aktuell bearbeiteten Verzeichnis öffnen. Xfe ist somit ideal für Windows-Umsteiger, die sanft vom grafischen Dateimanager zur effizienten Konsole migrieren möchten.

Abbildung 3: Xfe wirkt und verhält sich wie der Windows Explorer

loook: Suchen in OpenOffice-Dokumenten

Ein altes Problem mit Office-Paketen ist, dass die Dokumente im Gegensatz zu einem normalen Editor meist in binärer Form gespeichert werden. Sucht man später in einer Menge von Dokumenten nach bestimmten Textpassagen oder Dokumenten, deren Namen man vergessen hat, kostet dies in der Regel viel Zeit und Nerven. Erfahrene Linux-Anwender würden das Problem eventuell mit einem Skript lösen. Handelt es sich bei den zu durchsuchenden Dateien um OpenOffice-Dokumente, bietet sich mit loook (http://www.danielnaber.de/loook/) eine bequemere Lösung: Loook bietet auch unerfahreneren Benutzern schnelle Suchergebnisse, da alle Eingaben und die Konfiguration über eine intuitive Tcl/Tk-Oberfläche erfolgen. Allerdings ist in der Regel gar keine Konfiguration notwendig. Der Benutzer muss nur das zu durchforstende Verzeichnis sowie einen oder mehrere Suchbegriffe angeben, die sich auch durch logische Und-/Oder-Verknüpfungen kombinieren lassen. Eine Negation der Suchergebnisse kennt loook jedoch nicht.

Alle Dokumente, die den Suchbegriff enthalten, listet das Programm mit Pfad und Dateinamen auf. Wurde ein Anzeigeprogramm, zum Beispiel soffice, definiert, reicht es aus, einen Listeneintrag anzuklicken, um OpenOffice mit dem gewählten Dokument zu starten. So findet man aus der Fülle der Dokumente schnell jene, die wirklich relevant sind. Im Test lag die Trefferquote bei 100%.

Abbildung 4: In über 4500 Dateien fand loook die gesuchten in 45 Sekunden

xtraceroute: Paketverfolgung einmal anderes

Zwar ist das Internet von je her ein globales Dorf, trotzdem stellt man sich ab und an die Frage, wo ein bestimmter Server steht oder welchen Weg die Datenpakete von A nach B nehmen. Fragen dieser Art beantwortet das in jeder Distribution enthaltene Programm traceroute in der Regel sehr ausführlich, wenn auch die Informationen optisch nicht besonderes übersichtlich präsentiert werden. Ganz anders bei xtraceroute (http://www.dtek.chalmers.se/~d3august/xt/index.html): Im Gegensatz zum Kommandozeilen-Tool zeigt xtraceroute den Weg der Pakete auf einer Weltkugel, die zur besseren Ansicht in alle vier Richtungen drehbar ist. Allerdings sollte man von der geographischen Lokalisierung nicht zu viel erwarten, da sich die Genauigkeit in Grenzen hält und allenfalls reicht, um das Land zu bestimmen, in dem der Zielrechner steht. In den meisten Fällen ist das aber völlig ausreichend.

Neben der graphischen Anzeige von Start- und Endpunkt listet xtraceroute auch alle Rechner auf, die das Paket auf dem Weg zum Ziel passiert. Hier reicht ein Doppelklick auf einen Rechner, um alle relevanten Informationen wie IP-Adresse, Ping-Zeiten sowie Längen- und Breitengrad des Standorts zu erhalten. Leider bietet xtraceroute nicht den kompletten Funktionsumfang von traceroute, womit es für den professionellen Einsatz nicht geeignet ist. Wer jedoch nur ab und zu auf der Weltkarte sehen möchte, welchen Weg seine Daten nehmen, oder einfach nur einem Laien das Internet veranschaulichen möchte, für den ist xtraceroute ein nützliches Werkzeug.

Abbildung 5: Auf der drehbaren Erdkugel lässt sich der Weg der Pakete gut verfolgen
Abbildung 6: Mit einem Klick erfährt man einiges über den Rechner, den die Datenpakete gerade passieren

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