ipcop.jpg

Sheriff fürs Netzwerk

Wenn der IP-Cop wacht

Wenn Sie Ihr kleines Netzwerk schnell, einfach und günstig ins Internet bringen wollen, versuchen Sie es doch mit einer speziellen Linux-Distribution wie IPCop [1]. Es werden 386er und neuere Rechner unterstützt, und der Internet-Zugang kann über Modem, ISDN und DSL erfolgen.

Bevor Sie sich die Mühe machen, einen Rechner mit IPCop auszustatten, wollen Sie sicher wissen, was diese Distribution Ihnen eigentlich bringt.

  • DHCP
  • Intrusion Detection System (IDS) mit Snort 2.0
  • verschlüsselte Terminal-Verbindungen mit SSH
  • VPN mit Super FreeS/Wan 1.99 kb2c
  • Linux-Kernel 2.4.x mit Unterstützung für iptables
  • verbesserte Unterstützung für DSL-Modems, ISDN und analoge Modems
  • übersichliche grafische Darstellung des Netzwerkverkehrs

Vor der Installation

Bevor Sie IPCop installieren, müssen Sie sich ein paar Gedanken über Ihre Netzwerkkonfiguration machen. Es werden drei separate Netzwerke unterschieden. Die Entwickler von IPCop geben dafür drei Farben vor, zwischen denen Sie während der Installation auswählen.

Grün steht dabei für Ihr geschütztes Intranet – alle Pakete, die hierher adressiert sind, werden durch eine Netzwerkkarte der Firewall geschleust. Rot steht für das Internet und Orange für eine DMZ. Das orangefarbene Netzwerk ist optional. Die Verbindung zum Internet kann über ISDN, ein Modem oder eine zweite Netzwerkkarte zum DSL-Modem erfolgen. Entsprechend stehen vier Kombinationen zur Verfügung (Abbildung 1).

Abbildung 1: Netzwerkkonfiguration

Wenn Sie IPCop mit DSL benutzen, dann ist normalerweise die dritte Option die richtige Wahl für Sie. Auch wenn Sie später noch einen Server in einer DMZ hinzufügen wollen, sollten Sie erst mit einer einfachen Konfiguration beginnen und im Erfolgsfall die gewünschten Änderungen vornehmen.

Unabhängig von Ihrer Konfiguration müssen Sie sich auf jeden Fall einige Gedanken über die IP-Adressen Ihres Intranets machen. Am einfachsten ist es, wenn Ihr lokales Netzwerk Adressen aus dem Bereich von 192.168.0.1 bis 192.168.0.254 erhält. So können Sie 254 Rechner in Ihr Netz einbinden. Private IP-Adressen werden von der Firewall in die öffentliche Adresse übersetzt, die Ihre Firewall bei der Einwahl von Ihrem Provider erhält.

Gewöhnlich erhalten Server und Router möglichst niedrige Adressen, so dass 192.168.0.1 eine gute Wahl für die "grüne" Netzwerkschnittstelle ist.

Hardware-Anforderungen

Zum Betrieb einer Firewall mit IPCop benötigen Sie einen ausgedienten PC, auf dem nur die Software der Firewall läuft. Der PC sollte zumindest während der Installation der Software ein CD-ROM- oder Diskettenlaufwerk aufweisen. Auf eine Festplatte können Sie nicht verzichten, es werden mindestens 125 MB und die doppelte Größe des RAM für die Swap-Partition benötigt, mehr kann natürlich nicht schaden.

SCSI-Festplatten werden leider nicht unterstützt. Es gibt Berichte über erfolgreiche Installationen von IPCop mit nur 4 MB RAM. Ab 20 MB sind Sie auf der sicheren Seite. Neben den Zugangsdaten für Ihren Internet-Provider und der entsprechenden Hardware (Modem, ISDN-Karte oder Netwerkkarte fürs DSL-Modem) brauchen Sie eine Netzwerkkarte und ein passendes Kabel, um die Firewall mit Ihrem Netzwerk oder Ihrem Haupt-Rechner zu verbinden.

Wenn Ihr Rechner neu genug ist, um PCI-Karten zu unterstützen, sollten Sie sich für wenig Geld eine PCI-Netzwerkkarte besorgen; der Autor hat gute Erfahrungen mit NE2000-kompatiblen Karten gemacht, die den Realtek-Chipsatz verwenden. Ob Ihre Hardware überhaupt geeignet ist, können Sie unter [3] nachlesen.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Volks-Firewall
    Angesichts der massiven Bedrohungen führt heute kein Weg mehr an Internet-Gateways vorbei. IPCop bietet dafür eine ebenso kostengünstige wie flexible Lösung an.
  • Abgeschottet
    Die Firewall-Distribution IPCop 1.4.15 besticht durch umfangreiche Features, die eine übersichtliche Konfigurationsoberfläche anwenderfreundlich verpackt.
  • Netzwerkoplizei
    "Ich dachte, unsere Daten wären sicher…!?" Sollten Sie diesen Satz schon einmal von sich gegeben haben, wird es höchste Zeit, über einen zusätzlichen Schutz Ihrer Rechner nachzudenken. Der Firewallrouter IPCop bietet in dieser Hinsicht viel für wenig Geld.
  • IPCop 1.4.8 LinuxUser-Edition
    Bandbreitenmanagement und die Kontrolle von Filesharing-Aktivitäten im Netz sorgen bei IT-Verantwortlichen oft für schlaflose Nächte. Die IPCop-LinuxUser-Edition löst diese und andere Netzwerkprobleme auf einen Schlag.
  • Firewall IPcop 2.0.0 veröffentlicht

    Die Firewall-Distribution IPcop ist in der gründlich überarbeiteten Version 2.0.0 erhältlich.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 08/2016: Multimedia

Digitale Ausgabe: Preis € 5,99
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Aktuelle Fragen

Wie kann man das berichtigen
Udo Muelle, 17.07.2016 20:39, 1 Antworten
Fehlschlag beim Holen von http://extra.linuxmint.com/dists/rosa/main/binary-i386/Packages Hash-S...
Installation Genimotion
Horst Müller, 15.07.2016 17:00, 1 Antworten
Hallo, ich kann Genimotion nicht installieren. Folgende Fehlermeldung habe ich beim Aufruf erh...
Probleme beim Hochfahren der Terastaion 5400 mit Unix-Distrib
Sheldon Cooper, 10.07.2016 09:32, 0 Antworten
Hallo ihr lieben, habe seit zwei Tagen das Problem, das das NAS (Raid5) nicht mehr sauber hoch...
Mit Firewire Videos improtieren?
Werner Hahn, 09.06.2016 11:06, 5 Antworten
Ich besitze den Camcorder Panasonic NV-GS330, bei dem die Videos in guter Qualität nur über den 4...
lidl internetstick für linux mint
rolf meyer, 04.06.2016 14:17, 3 Antworten
hallo zusammen ich benötige eure hilfe habe einen lidl-internetstick möchte ihn auf linux mint i...