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Wenn der IP-Cop wacht

Sheriff fürs Netzwerk

01.07.2003 Wenn Sie Ihr kleines Netzwerk schnell, einfach und günstig ins Internet bringen wollen, versuchen Sie es doch mit einer speziellen Linux-Distribution wie IPCop [1]. Es werden 386er und neuere Rechner unterstützt, und der Internet-Zugang kann über Modem, ISDN und DSL erfolgen.

Bevor Sie sich die Mühe machen, einen Rechner mit IPCop auszustatten, wollen Sie sicher wissen, was diese Distribution Ihnen eigentlich bringt.

  • DHCP
  • Intrusion Detection System (IDS) mit Snort 2.0
  • verschlüsselte Terminal-Verbindungen mit SSH
  • VPN mit Super FreeS/Wan 1.99 kb2c
  • Linux-Kernel 2.4.x mit Unterstützung für iptables
  • verbesserte Unterstützung für DSL-Modems, ISDN und analoge Modems
  • übersichliche grafische Darstellung des Netzwerkverkehrs

Vor der Installation

Bevor Sie IPCop installieren, müssen Sie sich ein paar Gedanken über Ihre Netzwerkkonfiguration machen. Es werden drei separate Netzwerke unterschieden. Die Entwickler von IPCop geben dafür drei Farben vor, zwischen denen Sie während der Installation auswählen.

Grün steht dabei für Ihr geschütztes Intranet – alle Pakete, die hierher adressiert sind, werden durch eine Netzwerkkarte der Firewall geschleust. Rot steht für das Internet und Orange für eine DMZ. Das orangefarbene Netzwerk ist optional. Die Verbindung zum Internet kann über ISDN, ein Modem oder eine zweite Netzwerkkarte zum DSL-Modem erfolgen. Entsprechend stehen vier Kombinationen zur Verfügung (Abbildung 1).

Abbildung 1: Netzwerkkonfiguration

Wenn Sie IPCop mit DSL benutzen, dann ist normalerweise die dritte Option die richtige Wahl für Sie. Auch wenn Sie später noch einen Server in einer DMZ hinzufügen wollen, sollten Sie erst mit einer einfachen Konfiguration beginnen und im Erfolgsfall die gewünschten Änderungen vornehmen.

Unabhängig von Ihrer Konfiguration müssen Sie sich auf jeden Fall einige Gedanken über die IP-Adressen Ihres Intranets machen. Am einfachsten ist es, wenn Ihr lokales Netzwerk Adressen aus dem Bereich von 192.168.0.1 bis 192.168.0.254 erhält. So können Sie 254 Rechner in Ihr Netz einbinden. Private IP-Adressen werden von der Firewall in die öffentliche Adresse übersetzt, die Ihre Firewall bei der Einwahl von Ihrem Provider erhält.

Gewöhnlich erhalten Server und Router möglichst niedrige Adressen, so dass 192.168.0.1 eine gute Wahl für die "grüne" Netzwerkschnittstelle ist.

Hardware-Anforderungen

Zum Betrieb einer Firewall mit IPCop benötigen Sie einen ausgedienten PC, auf dem nur die Software der Firewall läuft. Der PC sollte zumindest während der Installation der Software ein CD-ROM- oder Diskettenlaufwerk aufweisen. Auf eine Festplatte können Sie nicht verzichten, es werden mindestens 125 MB und die doppelte Größe des RAM für die Swap-Partition benötigt, mehr kann natürlich nicht schaden.

SCSI-Festplatten werden leider nicht unterstützt. Es gibt Berichte über erfolgreiche Installationen von IPCop mit nur 4 MB RAM. Ab 20 MB sind Sie auf der sicheren Seite. Neben den Zugangsdaten für Ihren Internet-Provider und der entsprechenden Hardware (Modem, ISDN-Karte oder Netwerkkarte fürs DSL-Modem) brauchen Sie eine Netzwerkkarte und ein passendes Kabel, um die Firewall mit Ihrem Netzwerk oder Ihrem Haupt-Rechner zu verbinden.

Wenn Ihr Rechner neu genug ist, um PCI-Karten zu unterstützen, sollten Sie sich für wenig Geld eine PCI-Netzwerkkarte besorgen; der Autor hat gute Erfahrungen mit NE2000-kompatiblen Karten gemacht, die den Realtek-Chipsatz verwenden. Ob Ihre Hardware überhaupt geeignet ist, können Sie unter [3] nachlesen.

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LinuxUser 03/2012

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