Zeichnen auf PC und PDA

PocketDesign und TooDraw

01.07.2003
,
Der Sharp Zaurus eignet sich hervorragend dafür, unterwegs Ideen als Skizzen festzuhalten. Doch wenn sich auf dem PC erstellte Zeichnungen nur verlustbehaftet auf dem PDA weiterbearbeiten lassen und umgekehrt, nützt das nicht viel. Das Zeichenprogramm-Duo PocketDesign/TooDraw löst das Problem.

Selbst Software, die in der PDA-Ausgabe gleich oder ähnlich heißt wie das Schwesterprogramm auf dem PC, importiert auf dem Desktop erstellte Dateien oft nur unzureichend. Da heißt es vorher genau hinschauen, ehe man den Brief, die Präsentation oder die Tabelle auf dem Handheld weiterbearbeitet. Auch der andere Fall, dass eine PDA-Anwendung kein vernünftiges Exportformat bietet, ist keinesfalls ungewöhnlich, wie z. B. das in [3] besprochene Tabellenkalkulationsprogramm OPIE Sheet [4] zeigt.

Für die Kategorie "einfache Zeichenprogramme" löst ein in Java geschriebenes Programmgespann das Datenaustauschproblem: Auf dem PC mit TooDraw erstellte Zeichnungen verarbeitet PocketDesign auf dem PDA problemlos weiter und umgekehrt.

Kasten 1: Rahmenbedingungen

PocketDesign installierten wir auf einem Zaurus SL 5500G mit dem aktuellen deutschen Sharp-ROM; TooDraw schauten wir uns unter Mandrake 9.0 und 9.1, SuSE 8.1, Debian/Testing und Knoppix 3.2 an. Als Java-Laufzeit-Umgebung kam das Java Development Kit von Blackdown.org in den Versionen 1.3.1 und 1.4.1 zum Einsatz.

Installation

Das PDA-Programm lässt sich als vorgefertigtes Binärpaket java-pocketdesign_3.0_arm.ipk von [1] oder der Heft-CD mit dem Software-Installationsprogramm ipkg auf dem Zaurus oder mit Qtopia Desktop (wie in [5] beschrieben) vom Schreibtisch-Computer aus installieren. Anschließend ist die Java-Programmgruppe Jeode um ein Icon reicher, auf dessen Anwahl hin PocketDesign doch etwas gemächlich startet.

Abbildung 1: PocketDesign

TooDraw benötigt eine JRE ab Version 1.1, am besten JRE 1.3.1 – mit der aktuellen Version 1.4.1 funktionieren einige Dinge nicht. Falls Sie bislang über keine Laufzeitumgebung verfügen, hilft Kasten 2 bei der Installation.

Das Zeichenprogramm kopieren Sie von [2] oder der Heft-CD. Im Verzeichnis, in dem Sie die Datei install.zip (auf der CD toodraw.zip genannt) abgelegt haben, geben Sie einen der beiden Shell-Befehle

java -cp install.zip install # (Download)
java -cp toodraw.zip install # (CD)

ein. Das so gestartete Installationsprogramm verweigerte im Test die Zusammenarbeit mit JRE 1.4.1, obwohl TooDraw selbst damit weitgehend läuft. Auf Systemen mit JRE 1.3.1 erfragt es ein Verzeichnis, in dem es die Software ablegt. Zum Starten des Zeichenprogramms wechseln Sie dort hinein und führen den Befehl ./TooDraw_2.5 aus (Abbildung 2). Wer mit der Java-Version 1.4.1 arbeitet, findet auf der Heft-CD das Tar-Archiv TooDraw2.5.tgz , das einfach nur mit tar -xzvf ausgepackt werden muss.

Abbildung 2: TooDraw

Kasten 2: Java installieren@KL:Um ein Java Runtime Environment von

oder von der Heft-CD einzurichten, benötigen Sie nicht einmal notwendig Systemverwalterrechte. Wechseln Sie ins Verzeichnis, in dem Sie die JRE ablegen möchten (für eine systemweite Installation durch <I>root<I> bietet sich <I>/usr/local<I> an), und starten Sie das selbstentpackende Archiv <I>j2re-1.3.1-02b-FCS-linux-i386.bin<I> mit dem Befehl <I>sh j2re-1.3.1-02b-FCS-linux-i386.bin<I>. Durch Eingabe von <I>yes<I> erklären Sie sich mit den Lizenzbestimmungen einverstanden. Nach dem Ende der Installation geben Sie die <I>root<I>-Rechte ggf. wieder ab und fügen das Verzeichnis <I>/usr/local/j2re1.3.1/bin<I> mit dem Befehl <I>export PATH=/usr/local/j2re1.3.1/bin:$PATH<I> Ihrem Suchpfad hinzu.

Die Installation des 1.4.1er SDKs von [7] funktioniert genauso. Stützt sich Ihr System auf eine 3.2er Version der GCC-Suite, kommt das Paket j2sdk-1.4.1-01-linux-i586-gcc3.2.bin zum Einsatz. Gibt gcc -v wie bei Debian die Version 2.95.x an, installieren Sie j2sdk-1.4.1-01-linux-i586-gcc2.95.bin. Anschließend finden Sie die Software im Unterverzeichnis j2sdk1.4.1 des aktuellen Verzeichnisses.

Doppeltes Lottchen

Bedienungstechnisch unterscheiden sich beide Programme nicht. Lediglich die PocketDesign-Dialoge sind etwas kleiner, damit sie auf den PDA-Bildschirm passen. Leider lassen sich Meldungen in der Statuszeile nicht vollständig lesen, wenn sie zu lang sind. Wer glaubt, diesem Problem durch Rotation der Anzeige ins Querformat zu begegnen, wird auch enttäuscht: Dann sind einige Dialog-Elemente gar nicht mehr erreichbar.

Solange PocketDesign läuft, legt sich seine voll gepackte Oberfläche (Abbildung 1) vor alle anderen Fenster; auch die Qtopia-Tabs sind dann nicht mehr sichtbar. Über die drei Schaltflächen appli, tools und edit im oberen Teil des Programmfensters erhält man über Werkzeugleisten Zugriff auf die Programmfunktionalität. TooDraw kennt diese Schaltflächen nicht: dem Mehr an Platz auf dem PC-Monitor Rechnung tragend, zeigt es immer alle drei Toolbars an.

Hinter appli verbergen sich Funktionen zum Öffnen und Sichern der Zeichnungen, zum Anordnen der Objekte und zum Export. tools enthält die Zeichenwerkzeuge und edit Funktionen zum Bearbeiten von Objekteigenschaften wie Füllung und Linienstärke. Die mit Schaltflächen voll gepackten Werkzeugleisten machen auf dem PDA häufiges Hin- und Herscrollen nötig.

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