Die Verpackung macht’s: Eine selbstgebrannte Musik-CD wird mit dem passenden Cover gleich noch mal so schön. Mit Kover bietet Ihnen das KDE-Projekt ein Tool, mit dem die Eigenkreationen locker von der Maus gehen.
Korner
In dieser Rubrik stellen wir Monat für Monat Tools vor, die sich bei der Arbeit unter KDE als besonders nützlich erweisen, eine Aufgabe erfüllen, die sonst geflissentlich unbeachtet bleibt, oder einfach nur zu den netten Dingen im Leben gehören, die man – einmal entdeckt – nicht mehr missen möchte.
Da haben Sie sich nun mit viel Mühe eine CD mit all Ihren Lieblings-MP3s gebrannt, aber irgendwie sieht die 08/15-Plastikhülle des Rohlings doch ziemlich schäbig aus. Als Alternative bietet sich die Erstellung eines eigenen Covers an. Auch wenn DaVinci und Picasso nicht zu Ihren Vorfahren gehören, lassen sich mit Kover ohne künstlerische Ambitionen schöne Inlays und Cover erstellen.
Die aktuelle Version des Designers finden Sie auf der Homepage des Autors unter [1]. In der Regel bietet Adrian Reber auch Pakete für RedHat, SuSE und Debian an, so dass das Installieren in der Regel keine Probleme bereitet. Einmal eingespielt starten Sie Kover via K-Menü / Multimedia / Kover oder durch die Eingabe eines kover & in einer Terminalemulation Ihrer Wahl.
Aller Anfang ist leicht
Nach dem Start begrüßt Sie ein Fenster wie in Abbildung 1, in dessen unterer Hälfte Sie bereits eine Vorschau auf das (noch leere) CD-Cover erwartet.
Doch bevor Sie Ihrer Kreativität freien Lauf lassen, werfen Sie erst noch einen Blick auf die Konfigurationsmöglichkeiten, die sich Ihnen unter dem Menüpunkt Einstellungen / kover einrichten… bieten. Der Unterpunkt hilft Ihnen dabei, sich das mühsame Abtippen von Musiktiteln zu sparen, indem Sie Kover die CD-Titel über das Internet holen lassen. Über den Button Browse wählen Sie einfach aus einer bereits vorgegebenen Liste Ihren Lieblings-Server oder den, der sich in Ihrer Nähe befindet aus. Alternativ besteht natürlich auch die Möglichkeit, selber einen Server einzutragen.
Kover unterstützt ausschließlich CDDB über HTTP. Daher benötigt es auch eine CGI-Pfad-Angabe, die sich unter CGI Pfad anpassen lässt. Sie sollte in der Regel jedoch nicht geändert werden. Befindet sich zwischen Ihnen und dem Internet ein Proxy-Server, ist auch das kein Problem – aktivieren Sie den Eintrag Proxy verwenden und geben Server und Port ein.
Mit den Optionen, die sie über CDROM erreichen, teilen Sie Kover mit, wo es eine eventuell vorhandene CD findet und ob es diese bei Programmende auswerfen soll.
Der Punkt CDDB Dateien steuert die lokalen CDDB-Einstellungen. Wenn Sie möchten, werden Änderungen an der Titelliste lokal gespeichert und beim nächsten Einlegen der CD automatisch wieder geladen.
Bei Cover (Abbildung 2) bestimmen Sie, welche Teile des CD-Covers – also zum Beispiel nur die Vorderseite oder nur die Rückseite – gedruckt werden sollen und welche nicht. Wie das im Einzelnen ausschaut, zeigen Ihnen dabei die kleinen Bildchen im unteren Teil des Fensters. Sie legen hier ebenfalls fest, ob die Titellänge nach einer CDDB-Anfrage angezeigt wird oder nicht.
Vermissen sie noch die Möglichkeit, auch Daten-CD-Cover automatisch erstellen zu lassen? Adrian arbeitet derzeit daran. So soll Kover in einer der nächsten Versionen die Möglichkeit bieten, den Inhalt eines Verzeichnisses einzulesen. Ein Anfang ist bereits gemacht, denn Dateien, die K3b (siehe [2]) erzeugt hat, kann Kover importieren, so dass alle, die mit K3b schon einmal eine CD gebrannt haben, sich etwas Tipparbeit sparen.
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte
Die Felder für den CD-Titel und den Inhalt finden Sie gleich auf der linken Seite des Hauptfensters. (Abbildung 1). Die Vorschau rechts im Hauptfenster ermöglicht es Ihnen, Ihre Einträge sofort zu überprüfen. Über die Icons auf der rechten Hälfte der Buttonleiste oder über das Menü Kover öffnen Sie ein Konfigurationsfenster wie in Abbildung 3, in dem Sie u. a. die Farbe für den Cover-Hintergrund auswählen. Desweiteren werden dort Schriftfarbe, Schriftart und Schriftgröße des Titels und des Inhalts angepasst sowie manuelle CDDB-Anfragen durchgeführt.
Um ihr Werk zu verschönern, bietet es sich auch an, zusätzlich zu einem farbigen Hintergrund auch Bilder oder Grafiken in ein Cover einzubinden. Diese können Sie sowohl auf das Inlet als auch auf die Rückseite der CD-Hülle packen. Den entsprechenden Dialog erreichen Sie über das blaue Bild-Icon oder über den Menüpunkt Kover / Bild Einfügen. Das Dialog-Fenster (Abbildung 4) bietet eine Fülle von Optionen: Sie können die drei möglichen Grafiken ganz nach Ihrem Geschmack beispielsweise vorne links oder rechts positionieren, aber auch über beide Seiten hinweg einbinden (Abbildung 5). Die Option Gestreckt im Drop-Down-Menü Erscheinung erlaubt es, beliebig große Bilder einzubauen, die dann auf die Größe des Covers skaliert werden.
Sie erinnern sich, dass ich eben auf die Titel- und Inhaltsfelder aus Abbildung 1 hingewiesen habe? Möchten Sie keinen Titel auf dem Booklet oder wollen Sie einen alternativen Seitentext eingeben, klicken Sie im Startfenster auf den Button Optionen. Sofort gleitet das Startfenster zur Seite weg, und es erscheinen weitere Optionen, mit denen Sie Ihr Cover anpassen können (siehe Abbildung 6).
Wenn Ihnen das Vorschaufenster zu klein erscheint, um sich den richtigen Eindruck Ihres Werks zu verschaffen, dann sehen Sie sich mit einem Mausklick auf das Vorschaufenster das Cover in Originalgröße an. Ein weiterer Klick und man gelangt zurück in die Arbeitsansicht.
Das neu entstandene Cover archivieren Sie über den Menüpunkt Datei / Speichern unter … zur späteren Bearbeitung.
Um ein weiteres Cover zu erstellen, wählen Sie in der Menüleiste den Punkt Datei / Neu.
Glossar
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Terminalemulation
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Sie dient dazu, unter einer grafischen Benutzeroberfläche Programme zu verwenden, die eigentlich für die Kommandozeile gedacht sind. Dazu bietet die Terminalemulation (unter KDE Konsole, ansonsten in der Regel xterm) eine Kommandozeile, über die diese Programme gestartet werden.
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CDDB
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“Compact Disk DataBase”, eine CD-Titel-Datenbank. Diese enthält sämtliche Informationen zu einer Audio-CD wie Albumtitel, Interpret, eine Titelliste usw. CDDBs werden entweder lokal verwaltet oder über verschiedene Server im Internet wie zum Beispiel freedb.org. Ein Audio-Player, der das CDDB-Format unterstützt, überprüft bereits beim Einlegen der CD, ob diese schon bekannt ist. Wenn nicht, versucht der CD-Player eine Verbindung ins Internet aufzubauen und dort die Informationen auf einem CDDB-Server ausfindig zu machen.
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Proxy-Server
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Eine Art “Zwischenspeicher”. Proxies speichern angefragte Internet-Dokumente und Grafiken, so dass die nächste Abfrage einer Seite nicht mehr neu aus dem Internet geholt werden muss, sondern direkt aus dem lokalen Depot (Proxy-Server) geladen werden kann. Dies geht wesentlich schneller und spart Bandbreite.
Infos
[1] http://lisas.de/kover/download.php3
[2] Stefanie Teufel: “Ein Brennprogramm für alle Fälle”, LinuxUser 06/2003, S. 64 ff.








