Miniatur-Debian
Bonzai Linux
Auf ins Netz
Beim Aufbau einer Online-Verbindung greift Ihnen Bonzai Linux mit grafischen Helferlein für Modem-Verbindungen und DSL-Zugänge unter die Arme. ISDN-Benutzer müssen den Zugang leider mühsam von Hand mit den isdnutils konfigurieren [8].
Die Einwahl per Modem erleichtert das Programm KPPP, das Sie im K-Menü unter Internet / KPPP finden. Unter Einstellungen... will der Knopf Neu... im Reiter Zugänge gedrückt werden. Anschließend wählen Sie die Dialogbasierte Einrichtung aus, um Zugangsname, Telefonnummer oder Authentifizierungsmethode einzugeben (Abbildung 2).
Alle anderen Einträge lassen Sie unverändert. Ein Klick auf OK speichert die Provider-Daten und befördert Sie wieder in den KPPP-Einrichtungsdialog. Auf dem Reiter Gerät geben Sie die Schnittstelle an, hinter der das Modem wartet: /dev/ttyS0 für die erste serielle Schnittstelle, /dev/ttyS1 für die zweite. Damit ist der Zugang fertig konfiguriert – ein Klick auf OK schließt den Dialog und bringt Sie zurück ins KPPP-Hauptfenster. Nach Eingabe von Benutzername und Passwort startet der Button Verbinden den Einwahlvorgang.
DSL-Benutzer richten ihren Internet-Zugang als root mit dem Programm pppoeconf ein. Falls dieses behauptet, es sei keine Netzwerkkarte konfiguriert, ersuchen sie zunächst das Werkzeug modconf um Hilfe. Hat dieses seine Arbeit beendet, sollte pppoeconf das DSL-Modem finden. Bestätigen Sie die vorgeschlagenen Optionen, und geben Sie den User-Namen und das Passwort für die Netzwerkanmeldung ein. pppoeconf legt die Zugangsdaten in /etc/ppp/pap-secrets und /etc/ppp/peers/dsl-provider ab.
Im nächsten Schritt bestimmen Sie, ob der DNS-Server automatisch zugewiesen wird. Auf Wunsch baut das System die DSL-Verbindung beim Booten auf. Alternativ lassen sich mit pppoeconf konfigurierte Verbindungen mit dem Aufruf pon dsl-provider starten und mit poff beenden.
Ran an die Pakete!
Zur Verwaltung der auf dem System installierten Programme und deren Abhängigkeiten verwendet Bonzai Linux die Kommandozeilen-Programme dpkg und das APT-System. Als grafisches Frontend zur Paketverwaltung ist KPackage mit an Bord.
Ein Debian-System bezieht seine Programmpakete von verschiedenen Internet-Servern und/oder CDs. Informationen zu den Installationsmedien legt APT in der Datei /etc/apt/sources.list ab. Damit es in Zukunft weiß, woher es Software beziehen soll, ergänzen Sie diese Liste als Super-User root, indem Sie bei bestehender Internet-Verbindung den Befehl apt-setup in einem Kommandozeilenfenster absetzen.
Um aktuelle KDE-Software einzuspielen, benötigen Sie zudem eine Quelle, welche die neuesten KDE-Programme bereit hält. Dazu hängen Sie die Zeile
deb http://download.kde.org/stable/3.1.2/Debian stable main
als root ans Ende von /etc/apt/sources.list an. Der Befehl apt-get update liest nun die Paketlisten der ergänzten Quellen ein.
Neue Programme spielen Sie bequem mit KPackage (Abbildung 3) ein. Dessen Reiter im linken Teil listen Installierte, Aktualisierte, Neue bzw. Alle zur Verfügung stehenden Pakete auf. Installierte Pakete kennzeichnet ein grünes D, nicht installierte ein N. Zum Nachinstallieren eines solchen Pakets starten Sie eine Internet-Verbindung, wählen es aus der KPackage-Liste aus und klicken im unteren Teil des Programmfensters auf Installieren.
Nach Eingabe des root-Passworts zeigt KPackage links im Fenster all die Pakete auf, die das APT-System nun einspielen wird. Ein Klick auf Installieren kümmert sich nun um deren Einrichtung. Dabei hält Sie der rechte Teil des Fensters über den Fortgang der Installation auf dem Laufenden.
All dieser Nacharbeiten wegen wird Bonzai Linux seinem Anspruch, ein Desktop-Betriebssystem zu sein, nicht gerecht. Wer hingegen eine kompakte Basis für eine Linux-Installation (nicht nur fern des heimischen Rechners) sucht und über Grundkenntnisse verfügt, ist mit dem Scheckkarten-großen System gut bedient.
Infos
[1] http://developer.berlios.de/projects/bonzai
[2] http://www.knopper.net/knoppix/
[4] ftp://ftp.debian.org/debian/dists/stable/main/disks-i386/current/images-1.44/
[5] http://www.openoffice.de/linux/buch/
[6] http://download.berlios.de/bonzai/install_de.pdf
[7] http://www.gnulinux.de/modules.php?name=4nForum&file=forumdisplay&fid=54
[8] http://www.linux-user.de/ausgabe/2001/08/039-isdnconfig/2001_isdn.html



