Home / LinuxUser / 2003 / 07 / Bonzai Linux

Newsletter abonnieren

Lies uns auf...

Folge LinuxCommunity auf Twitter

Top-Beiträge

Eingedost
(161 Punkte bei 4 Stimmen)
Aufteiler
(161 Punkte bei 4 Stimmen)

Heftarchiv

LinuxUser Heftarchiv

EasyLinux Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Partner-Links:

Das B2B Portal www.Linx.de informiert über Produkte und Dienstleistungen.

Aufmacher Artikel

Miniatur-Debian

Bonzai Linux

01.07.2003 Debian hat den Ruf, schwierig zu installieren zu sein. Bonzai Linux will das Gegenteil beweisen und zudem zeigen, dass ein vollständiges Desktop-Linux auf einen Mini-CD-Rohling passt.

Die einen gehen nie ohne Zahnbürste aus dem Haus, die anderen tragen auf einer scheckkartengroßen CD immer eine Linux-Distribution im Portemonnaie bei sich. Wenn Ihnen derzeit ein Exemplar der zweiten Spezies begegnet, stehen die Chancen gut, dass die CD Bonzai Linux [1] (vormals "Miniwoody") enthält, eine stark geschrumpfte Version der aktuellen stabilen Ausgabe der Debian-Distribution namens Woody.

Im Gegensatz zu Knoppix [2], einem Debian-Abkömmling, der vollständig von CD-ROM läuft, muss Bonzai Linux auf Festplatte installiert werden. Im Gegenzug schleppt man jedoch keine normalgroße CD mit sich herum: Die 180 MB passen vollständig auf einen 8cm-CD-Rohling. Wir testeten Version 1.5, die Sie unter [1] oder bei Versendern wie LinISO [3] bekommen.

Auf die Platte!

Sofern Ihr PC von CD bootet, legen Sie die Bonzai-Linux-CD einfach ins Laufwerk und starten Ihren Rechner neu. Für ältere Rechner, die diese Möglichkeit nicht bieten, müssen Sie zunächst Start-Disketten erstellen. Im Verzeichnis dists/woody/main/disks-i386/current/images-1.44/bf2.4/ auf der Installations-CD finden Sie die Datei rescue.bin, die der Befehl

dd if=/rescue.bin of=/dev/fd0u440

auf eine leere Diskette kopiert. Zusätzlich benötigen Sie noch eine Root-Diskette, deren Image der Debian-FTP-Server unter [4] bereitstellt. Dieses bannen Sie mit

dd if=/root.bin of=/dev/fd0u440

auf eine zweite Floppy. Starten Sie den Rechner von der Rescue-Diskette, fordert er sie nach kurzer Zeit auf, diese Root-Diskette einzulegen. Kurz darauf begrüßt Sie das textbasierte Debian-Installationsprogramm.

Dieses spricht auf Wunsch im ersten Teil deutsch; nach dem Neustart des Systems geht es allerdings in englischer Sprache weiter. Zur Partitionierung der Festplatte kommt das nicht sehr komfortable Kommandozeilenprogramm cfdisk zur Anwendung. Lassen Sie sich von dessen spartanischer Oberfläche nicht abschrecken – das Debian GNU/Linux Anwenderhandbuch [5] hilft mit Screenshots und Erklärungen weiter. Auch ein Blick in die Bonzai-Linux-Installationshilfe [6] oder ins Web-Forum [7] lohnt sich. Im Zweifel übernehmen Sie die vom Installationsprogramm vorgeschlagenen Werte.

Je nach Hardware warten allerdings weitere Stolperstellen auf Sie, z. B. bei der Konfiguration des X-Servers. Auf unserem Test-System gab es beispielsweise Probleme mit älteren Monitoren und NVIDIA-Grafikkarten. Wenn Sie vom Installationsprogramm zur Auswahl eines Monitors aufgefordert werden, sollten Sie die Option Medium wählen und die gewünschte Auflösung und Bildwiederholfrequenz manuell einstellen. Die automatische Hardware-Erkennung arbeitet hingegen sehr gut: So funktionierten Radmäuse beispielsweise auf Anhieb.

Für eine Distribution, die als anfängertauglich angepriesen wird, bleiben allerdings zu viele Fragen bei der Installation offen – zu groß ist die Gefahr, etwas falsch zu machen. Schön wäre daher eine Art "Express-Einrichtung", die sichere Standardwerte übernimmt und nur an wenigen Stellen Eingriffe des Benutzers nötig macht.

Es ist angerichtet

Einmal installiert begrüßt ein grafischer Login-Bildschirm den Anwender. Nach der Anmeldung startet KDE in der aktuellen Version 3.1.2 (Abbildung 1).

Abbildung 1

Abbildung 1: Der KDE-Desktop von Bonzai Linux

Ein Blick ins K-Menü zeigt schnell, wie wenig Platz eine Mini-CD bietet: Bis auf den Editor Kate, das Multitalent Konqueror und einige Konfigurationswerkzeuge glänzen Anwendungsprogramme durch Abwesenheit – nicht einmal eine einfache Textverarbeitung (z. B. Abiword oder gar KOffice) ist dabei. Auch ein E-Mail-Programm sucht der Benutzer vergeblich. Somit taugt das System in der Grundausstattung für die tägliche Arbeit erstmal nicht. Doch Abhilfe naht: Über das Internet installieren Sie mit Hilfe der Debian-Paketverwaltung Programme für alle nur denkbaren Aufgaben.

Tip a friend    Druckansicht Bookmark and Share
Kommentare

1325 Hits
Wertung: 0 Punkte (1 Stimme)

Schlecht Gut

Infos zur Publikation

Infos zur Publikation

LinuxUser 05/2014

Aktuelle Ausgabe kaufen:

Heft als PDF kaufen

LinuxUser erscheint monatlich und kostet in der Nomedia-Ausgabe EUR 5,95 und mit DVD EUR 8,50. Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der LinuxUser-Homepage.

Im LinuxUser-Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben für 3 Euro. Das Jahresabo (ab EUR 60,60) können Sie im Medialinx-Shop bestellen.

Tipp der Woche

Bilder vergleichen mit diffimg
Bilder vergleichen mit diffimg
Tim Schürmann, 01.04.2014 12:40, 1 Kommentare

Das kleine Werkzeug diffimg kann zwei (scheinbar) identische Bilder miteinander vergleichen und die Unterschiede optisch hervorheben. Damit lassen sich nicht nur Rätsel a la „Orignial und Fäls...

Aktuelle Fragen

programm suche
Hans-Joachim Köpke, 13.04.2014 10:43, 8 Antworten
suche noch programme die zu windows gibt, die auch unter linux laufen bzw sich ähneln sozusagen a...
Funknetz (Web-Stick)
Hans-Joachim Köpke, 04.04.2014 07:31, 2 Antworten
Bei Windows7 brauche ich den Stick nur ins USB-Fach schieben dann erkennt Windows7 Automatisch, a...
Ubuntu 13.10 überschreibt immer Windows 8 Bootmanager
Thomas Weiss, 15.03.2014 19:20, 8 Antworten
Hallo Leute, ich hoffe das ich richtig bin. Ich habe einen Dell Insipron 660 Ich möchte gerne Ub...
USB-PTP-Class Kamera wird nicht erkannt (Windows-only)
Wimpy *, 14.03.2014 13:04, 15 Antworten
ich habe meiner Frau eine Digitalkamera, AGFA Optima 103, gekauft und wir sind sehr zufrieden dam...
Treiber
Michael Kristahn, 12.03.2014 08:28, 5 Antworten
Habe mir ein Scanner gebraucht gekauft von Canon CanoScan LiDE 70 kein Treiber wie bekomme ich de...