Einstellungssache

Über den Menüpunkt Settings im Startmenü erreichen Sie die Systemsteuerungsmodule von XPde. Gelegentlich tritt das Problem auf, dass diese durch Doppelklick in der "Systemsteuerung" nicht zu öffnen sind, der Aufruf über die Kommandozeile klappt aber in jedem Fall. Wichtig zu wissen ist dabei der Speicherort der Programme. Sie liegen unter /opt/xpde/bin/applets. Möchten Sie dieses Verzeichnis nicht in den Pfad mit aufnehmen, sieht der Kommandozeilenaufruf für die Mauseinstellungen so aus:

/opt/xpde/bin/applets/mouse

Die einzelnen Module befinden sich alle in unterschiedlichen Entwicklungsstadien. Sowohl das für die Mauseinstellungen als auch das für den Netzwerkstatus funktionieren recht gut. Letzteres erwartet auf der Kommandozeile die Angabe eines Netzwerk-Interfaces als Parameter. Der Aufruf zur Statusanzeige des ppp0-Interfaces sieht so aus:

/opt/xpde/bin/applets/networkstatus -i ppp0

Eine Übersicht über die vorhandenen Netzwerk-Interfaces erhalten Sie, wenn Sie das Programm nur mit dem Parameter -l("list") aufrufen.

Ebenfalls interessant ist das Programm xpsu, mit dem Sie Programme als root starten. Geben Sie dafür

/opt/xpde/bin/applets/xpsu programmname

ein. Wie bei Ausführen als (runas) unter Windows öffnet sich eine Dialogbox, in der Sie den ausführenden Nutzer und dessen Passwort eingeben (Abbildung 4), woraufhin das Programm mit dessen Rechten gestartet wird.

Abbildung 4: Der Runas Clone xpsu

Frühes Fazit

Insgesamt wird XPde derzeit dem eigenen Anspruch noch nicht gerecht. Umstiegswillige Windows-Anwender erschreckt man damit eher als Ihnen eine Freude zu bereiten. Doch jene Dinge, die schon implementiert sind, wissen zu überzeugen. Sowohl die gelungene Kopie aller Oberflächenelemente als auch einige Anwendungen zeigen, dass das XPde-Projekt sehr wohl Potential hat. Bereits für die kommende Version 0.4.0 plant das Team um José León, weiteren Menüpunkten Leben einzuhauchen und zusätzliche Anwendungen, wie einen Verbindungsassistenten für den problemlosen Internetzugang, zu integrieren.

Für erfahrene Anwender, die auch der eine oder andere Fehler nicht schreckt, ist XPde schon jetzt einen Blick wert, und sei es nur, um Windows nutzende Bekannte ein wenig in Erstaunen zu versetzen. Spätestens jedoch, wenn die Versionsnummer mit einer Eins beginnt, dürfte XPde eine Oberfläche sein, die auch jene Windows-Anwender überzeugt, die bislang vor einem Versuch mit Linux zurückschreckten.

Glossar

Desktop Environment

Im Unterschied zu einem Fenster-Manager, der nur die Fensterverwaltung übernimmt, bietet eine Desktop-Umgebung dem Benutzer weit mehr. Anwendungen mit identischem Look & Feel, Desktop-weit gültige Shortcuts und problemloser Datenaustausch zwischen den Programmen schaffen eine einheitliche Arbeitsumgebung.

~

Kürzel für das Home-Verzeichnis eines Benutzers unter Linux. Außer den Konfigurationsdateien der genutzten Anwendungen speichern die Anwender dort ihre privaten Dateien.

startx

Loggt man sich auf der Konsole ein, startet dieser Befehl die grafische Oberfläche.

Pfad

Suchpfad für ausführbare Programme. Ein Programm, das im Pfad liegt, kann man über den Programmnamen aufrufen. Der Befehl echo $PATH zeigt Ihnen an, welche Verzeichnisse im Suchpfad liegen.

Infos

[1] http://www.xpde.com/

[2] Ralph Steyer: "Griechischer Workshop", LinuxUser 10/2002, S.74

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