Portabase ist eine einfache Datenbankanwendung, die ohne Server auskommt und für kleine und mittlere Datenbestände ohne Relationen geeignet ist. Ursprünglich für den Sharp Zaurus entwickelt, läuft das Programm mittlerweile auch auf dem Linux Desktop.
Wir testeten die aktuelle Version 1.6 auf einem Zaurus mit Original Sharp ROM, auf einem Notebook mit dem aktuellen Knoppix und unter Mandrake 9.0 auf einem Desktop-Rechner.
Installation
Die Installation auf dem Zaurus ist einfach: Sie besorgen sich das Paket portabase_1.6.arm.ipk von der Portabase-Homepage [1] oder unserer Heft-CD und installieren es mit dem Softwareinstallationsprogramm des Zaurus oder mit Qtopia-Desktop. Nach der Installation finden Sie das Symbol zum Starten des Programms im Anwendungen-Tab von Qtopia.
Benutzerinnen von debian sind ebenfalls fein raus: Auf der Programmhomepage und der Heft-CD gibt es ein fertig geschnürtes Paket, portabase_1.6-1.i386.deb, das Sie mit apt-get oder dpkg einspielen. Möglicherweise müssen Sie noch die Bibliothek beecrypt nachinstallieren, die Sie unter [2] finden. Sie starten das Programm durch eingabe von portabase& in einem Terminalfenster. Abbildung 1 zeigt einen Programmfehler, der unter Knoppix 3.2 auftrat: Die Beschriftung in der Menüzeile ist nicht zu sehen, die Menüs lassen sich aber trotzdem aktivieren und die einzelnen Menüpunkte sind sichtbar.
Wer eine andere Distribution benutzt, muss Portabase aus den Quellen übersetzen. Wie das geht, haben wir in Kasten 1 am Beispiel von Mandrake 9.0 beschrieben.
Und selbst dann, wenn Sie eine Portabase-Datenbank an eine Kollegin oder Freundin weiterreichen möchten, die kein Linux benutzt, müssen Sie nicht verzagen: Auf der Programmhomepage finden Sie ein Installationsprogramm, das Portabase unter Windows installiert.
Kasten 1: Portabase out of debian
Die Installation von Portabase aus den Quellen ist ein wenig aufwändig, da der Autor kein configure-Skript mitliefert und Metakit, eine vom Programm benötigte Bibliothek, einen zusätzlichen Patch benötigt. Neben Portabase und Metakit benötigen Sie noch die Bibliothek Beecrypt [3].
Sie entpacken zunächst die Datei metakit-2.4.8-38.tar.gz mit dem Befehl tar -xzvf metakit-2.4.8-38.tar.gz und dann das Portabase-Quelltextarchiv portabase-1.6.tar.gz in Ihrem Home-Verzeichnis. Im Homeverzeichnis geben Sie den Befehl patch -p0 --input=portabase/metakit-2.4.8.patch ein, um die Metakit-Bibliothek zu verändern, wechseln mit cd metakit-2.4.8/builds/ in das Metakit-Verzeichnis, starten durch Eingabe von ../unix/configure das configure-Skript, das die Makefiles für den Compiler erzeugt und übersetzen die Bibliothek mit dem Befehl make. Ein make install, eingegeben als root, installiert Metakit.
Die Installation der Bibliothek beecrypt-2.1.0 ist dagegen ein Spaziergang: Sie entpacken das Quelltextarchiv mit dem Befehl tar -xzvf beecrypt-2.1.0.tar.gz, wechseln in das Verzeichnis beecrypt-2.1.0 und geben nacheinander die Befehle ./configure, make und wieder als root make install ein.
Zu guter Letzt kommt Portabase selbst an die Reihe. Damit das Programm übersetzt werden kann, müssen die Umgebungsvariablen QTDIR und QMAKESPEC gesetzt sein, was Sie durch die Befehle export QTDIR=/usr/lib/qt3/ und export QMAKESPEC=/usr/lib/qt3/mkspecs/linux-g++/ erledigen. Falls Sie eine andere Distribution als Mandrake verwenden, müssen Sie den Pfad zu QT möglicherweise anpassen. Nachdem Sie in das Portabase-Quelltextverzeichnis gewechselt sind, erzeugen Sie durch Eingabe von /usr/lib/qt3/bin/qmake portabase_desktop.pro die Makefiles und starten mit make die Übersetzung. Ein abschließendes make install als root installiert das Programm, sie starten es durch Eingabe von portabase& in einem Terminalfenster (Abbildung 1).
Datenbanken anlegen
Die Desktop- und die PDA-Version sind im Aussehen und in der Bedienung identisch. Die Screenshots zeigen die PDA-Version.
Nach dem Start fordert das Programm zum Öffnen oder Neuanlegen einer Datenbank auf. Um eine neue Datenbank anzulegen, tippen Sie auf den Button New in der Menüzeile und geben den Namen der neuen Datenbank ein. Jetzt öffnet sich der Columns Editor, in dem Sie die einzelnen Datenfelder der Datenbank definieren (Abbildung 2).
Um ein Feld anzulegen, wählen Sie Add aus der Buttonleiste am unteren Bildschirmrand. In das Feld Name tragen Sie den Namen des Feldes ein, aus der Liste Type wählen Sie den Feldtyp. Einen Überblick über die in Portabase möglichen Feldtypen gibt Tabelle 1. Unter Default haben Sie die Möglichkeit, einen Standardwert für das Feld festzulegen. Ein besonderer Feldtyp ist Enum. Hier hinterlegen Sie eine Liste mit möglichen Einträgen für das Datenfeld. Wenn noch keine Aufzählung für die aktuelle Datenbank definiert ist, lädt Portabase bei Auswahl des Typs Enum den Enum Editor (Abbildung 3).
Der Enum-Editor funktioniert wie der Columns Editor, wenn Sie die Aufzählung fertig gestellt haben, tippen Sie auf OK und Sie landen wieder bei der Felddefinition. Im Nachhinein ändern Sie die Zusammenstellung der Listen, indem Sie File/Edit Enums aus dem Menü wählen.
Tippen auf OK speichert die Felddefinition. Im Columns Editor Ändern Sie über die Tasten Up und Down in der Buttonleiste die Reihenfolge der Felder in der Eingabemaske. Tippen auf Edit öffnet die Felddefinition zum Bearbeiten. Sie haben dann die Möglichkeit, den Feldnamen und den Standardwert zu ändern, den Feldtyp können Sie nachträglich nicht mehr wechseln. Auswahl von Delete schließlich löscht das ausgewählte Feld samt Inhalt.
Wenn Sie mit dem Aufbau der Datenbank zufrieden sind, tippen Sie auf OK, der Columns Editor wird geschlossen und Sie befinden sich in der Datensatzansicht.
Tabelle 1: Feldtypen
| Feldtyp | Beschreibung |
|---|---|
| String | Text, Länge beliebig ohne Zeilenumbrüche |
| Integer | Ganzzahlen, Wertebereich von -2147483648 bis 214748364 |
| Decimal | Dezimalzahlen, Wertebereich von 1.17549*10-38bis 13.40282*1038 |
| Boolean | Ja/Nein-Werte |
| Note | Längere Texte mit Zeilenumbrüchen |
| Date | Datum. Portabase verwendet das Datumsformat, das Sie in den Einstellungen von Qtopia angegeben haben. |
| Time | Uhrzeit |
| Enum | Aufzählungen. Sie haben die Möglichkeit, für jede Datenbank Listen mit Werten zum Auswählen zu erstellen. |



