Persönliche Daten aus Outlook unter Linux weiterverwenden

Schöne Aussicht

Wer unter Windows Outlook verwendet hat, will die darin verwalteten Daten auch nach dem Umstieg auf Linux weiter nutzen. Sowohl für die E-Mails als auch für Adressbuch und Kalender gibt es Konvertierungslösungen.

Der Umstieg von Windows auf Linux wird immer leichter. Doch was passiert dabei mit der umfangreichen Kollektion an E-Mails, Kontakten und Terminen, die sich unter Windows angesammelt hat? Es gibt verschiedene Möglichkeiten, diese Daten zu sichern und unter Linux zu importieren.

Auf der Linux-Seite konzentriert sich dieser Artikel auf den Datenimport in die besonders bei Windows-Umsteigern beliebten Programme Ximian Evolution und KMail/KOrganizer, die die meisten Distributionen mitliefern. Beide bringen bereits von Haus aus eine Anzahl Import-Filter für die verschiedensten Formate mit und können u. a. Pegasus-Dateien, aber auch die von Outlook Express zur Mail-Speicherung genutzten .dbx-Dateien einlesen. Da Outlook und Outlook Express in den unterschiedlichen Versionen verschiedene Ablageformate für E-Mails benutzen, versagen die Importfilter von Evolution und KMail bei Outlook-Daten immer, bei Outlook Express manchmal ihren Dienst.

Um dennoch an die Outlook-Daten zu kommen, müssen sie unter Windows in Zwischenformate exportiert werden, die die Linux-Programme lesen können. Dafür gibt es im Internet mehrere Tools. Wer darauf verzichten will, importiert Mails und Adressen mit dem Windows-Mozilla (die Linux-Version des Programms kann das leider nicht). Lediglich für die Termine muss dann noch eine Sonderlösung her.

Alle hier beschriebenen Schritte beziehen sich auf die lokalen Mail-Ordner von Outlook. Wer IMAP benutzt und demnach die Mails auf dem Server des Providers lässt, muss sich bei der Nutzung eines Linux-E-Mail-Programms nicht mehr um deren Konvertierung kümmern, denn die Mails liegen für alle IMAP-fähigen Programme erreichbar auf dem Server.

Datei-Formate

Bei der Konvertierung muss man mit unterschiedlichen Datei-Formaten hantieren. Da gibt es auf der einen Seite die Datei Outlook.pst, aus der Daten extrahiert werden müssen. Diese gilt es, je nach Typ der extrahierten Daten in verschiedene, unter Linux importierbare Formate zu bringen. Die Mails konvertiert man am einfachsten in das sogenannte mbox-Format, das alle gängigen Mail-Programme unter Linux lesen können.

Adressdaten werden als sogenannte vCards, also elektronischen Visitenkarten mit der Dateiendung .vcf zwischengelagert. Alternativ bedient man sich des LDIF-Formats, das normalerweise von LDAP-Servern benutzt wird und die Adressdaten für diese strukturiert darstellt. Als Mittler für die Kalenderdaten kommen die Formate vCalender (.vcal) oder aber iCalender (.ics) in Betracht. Optional kann man die Daten auch im CSV-Format speichern, was nichts anderes als durch Kommata getrennte Werte ("Comma Separated Values") bedeutet.

Mozilla als Konvertierungsmaschine

Die wichtigsten Daten sind die E-Mails, und daher gibt es für deren Umwandlung die meisten Lösungen. So bietet Mozilla unter Windows mit der Funktion Import Mail from Outlook einen Filter an, der automatisch die Mails aus dem Persönlichen Ordner von Outlook in seinen eigenen Mail-Ordner kopiert (Abbildung 1). Um diesen Filter zu verwenden, muss zunächst der Mail-Client von Mozilla konfiguriert werden. Danach findet sich unter dem Menüpunkt Tools die Option Import, wo man Import Mail from Outlook auswählt.

Abbildung 1: Import von Outlook-Mails mit Mozilla

Outlook wird sich bei diesem Vorgang mit dem Hinweis melden, dass jemand versucht, auf seine Daten zuzugreifen, und nachfragen, ob man das zulassen möchte. Da sonst der Import nicht erfolgen kann, sollte man den Zugriff erlauben. Die Mails sind danach etwa unter folgendem Pfad zu finden:

Windows-Mountpoint/Dokumente\ und\ Einstellungen/Windows-Benutzername/Application\ Data/Mozilla/Profiles/default/xxxxxx.slt/Mail/Local\ Folders/

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

Kommentare

Infos zur Publikation

LU 10/2016: Kryptographie

Digitale Ausgabe: Preis € 0,00
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Aktuelle Fragen

zweites Bildschirm auf gleichem PC einrichten
H A, 30.09.2016 19:16, 0 Antworten
Hallo, ich habe Probleme mein zweites Bildschirm einzurichten.(Auf Debian Jessie mit Gnome) Ich...
Probleme mit MPC/MPD
Matthias Göhlen, 27.09.2016 13:39, 2 Antworten
Habe gerade mein erstes Raspi Projekt angefangen, typisches Einsteigerding: Vom Raspi 3B zum Radi...
Soundkarte wird erkannt, aber kein Ton
H A, 25.09.2016 01:37, 6 Antworten
Hallo, Ich weiß, dass es zu diesem Thema sehr oft Fragen gestellt wurden. Aber da ich ein Linu...
Scannen nur schwarz-weiß möglich
Werner Hahn, 20.09.2016 13:21, 2 Antworten
Canon Pixma MG5450S, Dell Latitude E6510, Betriebssyteme Ubuntu 16.04 und Windows 7. Der Canon-D...
Meteorit NB-7 startet nicht
Thomas Helbig, 13.09.2016 02:03, 4 Antworten
Verehrte Community Ich habe vor Kurzem einen Netbook-Oldie geschenkt bekommen. Beim Start ersch...