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Alternative für kleine Saurier

OpenZaurus 3.2 in Betrieb nehmen

Neuland betreten

Zu Anfang lohnt es sich, erst einmal die eigenen Daten einzutragen und sich die Standard-Programme näher anzuschauen. Trifft man hier auf Lücken, die nachzuinstallierende Programme füllen können, gilt es zunächst, den PDA ans Netz zu bringen.

Um ihn vom Linux-PC aus ansprechen zu können, muss das USB-Modul auf dem PC mit dem Kommandozeilenbefehl modprobe usbnet geladen und das Netzwerk-Interface mit ifconfig usb0 192.168.129.200 eingerichtet werden. Jetzt kann sich der User vom PC aus mit ssh root@192.168.129.201 auf dem Zaurus einloggen. Die auf lokale Netzwerke beschränkte IP-Nummer 192.168.129.201 legt OpenZaurus standardmäßig als IP-Adresse des PDAs fest. Glücklich ist, wer diese (etwa im Büro) gegen eine feste, ins Internet routbare IP-Nummer austauschen kann. Im Heimnetz muss wohl oder übel der Linux-Gateway-Rechner dafür sorgen, dass der PDA zur Software-Installation ins Netz der Netze darf (Kasten 1).

Kasten 1: Trotz lokaler Adresse ins Internet

Damit der Zaurus mit seiner Standard-IP-Adresse 192.168.129.201 ins Netz darf, muss auf dem ans Internet angebundenen Linux-PC NAT ("Network Address Translation") konfiguriert sein. Ist dies bislang nicht der Fall, leert der dortige Systemverwalter mit

iptables -t nat -F

die entsprechende Firewall-Tabelle und richtet die Adressübersetzung mit

iptables -t nat -A POSTROUTING -j SNAT -o eth0 --to IPAdresse.des.Linux.Rechners

ein. Der Befehl

echo 1 > /proc/sys/net/ipv4/conf/all/forwarding

sorgt dafür, dass der Linux-PC die Netzwerk-Pakete auch weiterleitet.

Komfortabler lässt sich der Netzzugriff für den Zaurus über den Hotplug-Mechanismus einrichten, der aber von Distribution zu Distribution anders geregelt ist [5].

Damit der Zaurus-Benutzer bei der Ansprache externer Maschinen deren Rechner- und Domain-Namen anstelle der numerischen IP-Adressen benutzen kann, muss er in der Datei /etc/resolv.conf auf dem PDA die IP-Nummer eines Nameservers eintragen.

Nun kann er über AQPkg (Abbildung 4), das grafische Frontend zum Kommandozeilen-Tool ipkg, bequem Pakete nachinstallieren. Dabei besteht immer auch die Möglichkeit, zusätzliche Pakete auf eine Compact-Flash-Karte zu bannen. Auch der neue Paket-Manager kennt Feeds, in denen Software-Pakete zusammengestellt sind. Debian-Nutzer wissen beim Feed stable sofort, dass die dort aufgeführten Pakte bereits stabil (und daher für eine Arbeitsumgebung zu bevorzugen) sind. Wer gerne experimentiert, kann sich auch an Pakete aus unstable wagen.

Wie bei Debian sollte man ab und zu ein Update durchführen, um die Paketlisten auf den neuesten Stand zu bringen. Anschließend aktualisiert ein Upgrade alle installierten Pakete.

Abbildung 4: Hinter dem Paket-Manager-Frontend AQPkg versteckt sich eine Debian-artige Paket-Verwaltung

Daten-Abgleich mit dem Desktop

Zum Datenabgleich mit dem Desktop bietet sich – wie für den Zaurus mit der Originalsoftware – Qtopia Desktop [6] an. Sobald dieser den Zaurus erkannt hat, meldet sich OpenZaurus mit dem Sicherheitshinweis, dass ein unbekannter Rechner auf das System zugreifen will. Diesen Zugriff sollte man erlauben, dann geht die auf dem Qtopia Desktop unter Sync gestartete Synchronisation mit OpenZaurus genauso glatt wie mit der Originalausstattung.

Infos

[1] OpenZaurus: http://www.openzaurus.org/

[2] OPIE: http://www.opie.info/

[3] Carsten Niehaus: "Zwergen-Desktop", LinuxUser 10/2002, S. 58 ff.

[4] Heike Jurzik: "Synchronschwimmen", LinuxUser 01/2003, S. 82 f.

[5] Howto zur Ethernet-Konfiguration über USB: http://www.ruault.com/Zaurus/ethernet-over-usb-howto.html

[6] Qtopia Desktop 1.6: ftp://ftp.trolltech.com/qtopia/source/qtopia-desktop-1.6.1-1.i386.rpm

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