Gnomogramm

News und Programme rund um GNOME

01.06.2003

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Immer öfter entscheiden sich Entwickler, ihre Programme in Java zu schreiben, wobei oft die Plattformunabhängigkeit den Anreiz gibt. Allerdings fielen diese Programme bisher immer durch ihr eigenwilliges Aussehen auf: Eine Anpassung an die gängigen Oberflächen fehlte. Dem trug Sun nun Rechnung und begann, einen Großteil der Gtk+-Elemente als Java-Swing-Klassen zu implementieren. Eine Teilimplementierung ist bereits in Java 1.4.2 enthalten. Allerdings wurden aus Zeitgründen nur drei Themes (Pixmap, Bluecurve und Bumblebee) portiert. Weitere Themes sowie eine offene und dokumentierte Schnittstelle zur Entwicklung eigener Themes wird es erst mit Java 1.5 geben.

Ximians lange erwarteter, auf GNOME 2 basierender Ximian Desktop 2 soll dieses Frühjahr erscheinen. Den Office-Bereich deckt dabei eine von Ximian angepasste Version von OpenOffice ab. Auf der OpenOffice-Konferenz in Hamburg gewährte nun einer der Entwickler erste Einblicke in vorgenomme Anpassungen und Änderungen. Neben geringfügigen Änderungen im Erscheinungsbild arbeite Ximian vorrangig an der Integration von OpenOffice in GNOME 2. Anpassungen zur Interaktion mit Evolution, CUPS und dem GNOME Virtual File System sind dabei die wichtigsten. Außerdem verfügt die Ximian-Version über ein verbessertes Cut & Paste und eine bessere Zeichensatzverwaltung. Dies ist aber erst der Beginn der OpenOffice-Integration in GNOME: Für die Zukunft plant Ximian neben einer verbesserten GTK+- und Corba-Einbindung vor allem die Verfügbarkeit der Evolution-Adressdaten für OpenOffice. Dem Gespann Windows und MS Office würde dann mit einem perfekt abgestimmten Trio GNOME, Evolution und OpenOffice endlich eine bedrohliche Konkurrenz erwachsen.

gnopstree – ein Baum voller Prozesse

Braucht man unter Linux Informationen über den Ressourcenbedarf eines laufenden Programmes, führt in der Regel kein Weg am Programm ps vorbei. Allerdings ist die Ausgabe von ps meist nicht sehr übersichtlich, und auch die Beziehungen zwischen den einzelnen Prozessen sind nicht ersichtlich. Hier schafft das Frontend GnoPsTree (http://gnopstree.sourceforge.net) Abhilfe. In einer strukturierten Baumansicht listet es alle zur Zeit laufenden Prozesse auf. Die Abhängigkeiten zwischen den Prozessen sind somit sofort ersichtlich. Zur besseren Übersicht kann jedem Benutzer ein Farbcode zugeordnen werden, und die Systemprozesse lassen sich bei Bedarf ausblenden. Somit reicht ein Blick, um über die wichtigsten Prozesse im Bilde zu sein.

Natürlich beschränkt sich GnoPsTree nicht auf die bloße Anzeige der Prozesse. Durch Anklicken eines Prozesses öffnet sich ein Fenster, das alle mit ps ermittelbaren Prozessdaten enthält. Der Benutzer kann die Daten durchsehen und bei Bedarf zum Beispiel die Prozesspriorität ändern oder den Prozess ganz beenden. Für besonders Eilige bietet GnoPsTree eine Art Quick-Kill-Funktion: Ist sie aktiviert, genügt es, den Prozess mit der rechten Maustaste anzuklicken, um ihn zu beenden. Damit verfügt GnoPsTree über alle zur Prozessverwaltung wichtigen Funktionen. Lediglich eine Suchfunktion zum Auffinden bestimmter Prozesse in großen Bäumen fehlt. Durch geschickte Auswahl der Anzeigefilter lässt sich dieses Manko aber problemlos kompensieren.

Abbildung 1: Die Prozesse des Benutzer übersichtlich und logisch dargestellt
Abbildung 2: Ein Mausklick gibt sofort detaillierte Informationen zum Prozess preis

GNOME Commander: Befehlsgewalt über alle Dateien

Auch in Zeiten von Nautilus und Explorer bevorzugen noch viele Benutzer den Norton Commander oder eines seiner zahlreichen Derivate für die Dateipflege. Somit ist es nicht verwunderlich, dass auch in einer grafischen Umgebung wie GNOME ein Norton-Abkömmling nicht fehlen darf. GNOME Commander (http://www.nongnu.org/gcmd/) beansprucht dieses Feld für sich, und in der Tat fühlt sich jeder Norton-Anwender sofort heimisch. Selbstverständlich beschränkten die Entwickler sich nicht auf eine reine Portierung, sondern erweiterten bei dieser Gelegenheit auch den Funktionsumfang. Neben Standardfunktionen wie Anzeigen oder Bearbeiten, für die sich GNOME Commander externer Programme wie Emacs bedient, können zum Beispiel Verzeichnisse wie vom Web-Browser gewohnt als Lesezeichen abgelegt werden. Auf diese Weise kann der Benutzer von jedem Punkt in der Verzeichnishierarchie direkt in das gewünschte Verzeichnis wechseln.

Da GNOME Commander auch FTP-Freigaben verwaltet, kann dieses Verzeichnis auch auf einem anderen Rechner liegen. Wird für den FTP-Zugriff jedoch ein Proxy-Server benötigt, muss GNOME Commander passen: Diese Funktion ist zur Zeit noch nicht implementiert. Sieht man aber davon einmal ab, ist das Programm ein vollwertiger Ersatz für den Norton Commander.

Abbildung 3: Bei dieser Ähnlichkeit fühlen sich Kenner des Norton Commanders sofort heimisch
Abbildung 4: Umständliche Konfiguration ist nicht notwendig

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